Ordentlicher Kleidungsstil

Trigema-Chef: „Wer eine Jogginghose trägt, schätzt sein Gegenüber nicht wert“

  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Trigema-Chef Wolfgang Grupp findet, dass der Kleidungsstil viel über Wertschätzung ausdrücke. Eine Jogginghose zu tragen, kommt ihm deshalb gar nicht in den Sinn.

Burladingen - Vor allem Zuhause oder an freien Tagen wird die bequeme Jogginghose der engen Jeans vorgezogen. Doch bereits der Modedesigner Karl Lagerfeld sagte einst, wer Jogginghose trage, hätte die Kontrolle über sein Leben verloren. Dieser Meinung schließt sich nun auch Wolfgang Grupp, Chef des Textilunternehmens Trigema aus Burladingen (Baden-Württemberg) an.

Wolfgang Grupp ist für sein makelloses Äußeres bekannt. Für den Trigema-Chef ist es deshalb ein Muss, Anzug, Hemd, Krawatte und Einstecktuch zu tragen. Im Podcast der Wirtschaftswoche „Chef-Gespräche“ verrät er gegenüber Moderator Beat Balzli aber, dass sein Kleidungsstil auch mit dem Ausdruck von Wertschätzung zu tun hat.

Jogginghose ist für Trigema-Chef Wolfgang Grupp keine Form von Wertschätzung

Für Wolfgang Grupp sei es schon immer eine „Erziehungsfrage“ gewesen, ob man sich ordentlich kleidet oder nicht. „Wenn ich gesagt habe, ich bin heute irgendwo eingeladen und dafür tut es meine Jogginghose, dann ist das eine Wertschätzung, die ich dem anderen gegenüber bringe. Nämlich keine“, erklärt der Chef von Trigema.

Deshalb ist es für Grupp auch selbstverständlich, im Betrieb vor seinen Mitarbeitern immer perfekt angezogen zu sein. Er würde ihnen so seine Würdigung zeigen. „Weil ich sie wertschätze und nicht sage: Für meine Mitarbeiter, da tuts auch das Älteste, was ich habe - nein“, argumentiert er. Diese Einstellung sei ihm sehr wichtig. Vielleicht weigerte er sich deshalb auch im vergangenen Jahr, seinen Mitarbeitern Homeoffice zu erlauben.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp: Sein Sohn trug am ersten Schultag Fliege

Aber nicht nur Wolfgang Grupp ist sein Aussehen wichtig; die ganze Familie legt viel Wert auf die Kleidung. Der Sohn des Trigema-Chefs Wolfgang Grupp Jr. trug bereits an seinem ersten Schultag eine Fliege. Doch laut Papa Grupp habe der Junior schnell gemerkt, dass das nicht „ganz so cool war“.

Dafür sorgt Wolfgang Grupp Jr. jetzt mit anderen Dingen für Aufsehen: Der Juniorchef möchte das Personal durch Maschinen ersetzen, um Prozesse zu automatisieren. Für die Entwicklung eines „Polohemd-Automaten“ als Ersatz für Näherinnen hat er bereits eine halbe Million Euro investiert.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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