Gedenkmarsch

Trauerzug in Heidelberg: Studenten erinnern an Opfer von Amoklauf

Ein Frau und ein Mann legen auf dem Gelände der Heidelberger Universität Blumen nieder.
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Nach dem Amoklauf an der Uni Heidelberg ist die Anteilnahme aus der Bevölkerung groß.

Unfassbar ist die Amoktat vor vier Wochen an der Universität Heidelberg noch immer. Mit einem Gedenkmarsch durch die Hochschulstadt leisten die Studierenden ein Stück Trauerarbeit.

Heidelberg (dpa) - Einen Monat nach dem Amoklauf an der Universität Heidelberg wollen Studierende der Opfer bei einem Trauerzug durch die Stadt gedenken. Am Montagnachmittag (16.30 Uhr) wollen sie bei einem Gang durch alle drei Universitätsstandorte an die erschossene 23-jährige Biologiestudentin und ihre drei verletzten Kommilitonen erinnern. Der Vorsitzende der verfassten Studierendenschaft, Peter Abelmann, erwartet 800 bis 1200 Teilnehmer mit Kerzen und Lichtern.

Der Zug soll mit einer Rede vor dem Gebäude im Neuenheimer Feld enden, in dem ein 18 Jahre alter Student mitten in einem Tutorium mit 30 Teilnehmern mehrfach mit seinem Gewehr geschossen hatte. Die aus der Pfalz stammende 23-Jährige erlag nach einem Kopfschuss wenige Stunden später im Krankenhaus ihrer Verletzung. Der Amokschütze hatte sich nach dem Verlassen des Gebäudes selbst erschossen.

Seine Motive sind weiter unklar. Bekannt ist, dass er in psychologischer Behandlung war. «Inwieweit eine somit im Raum stehende psychische Erkrankung tatsächlich zum Tatzeitpunkt noch vorlag und ursächlich oder mitursächlich für die Amoktat war, ist noch nicht geklärt», hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt angegeben.

Die Gedenkveranstaltung ist laut Abelmann von der Fachschaft der Biowissenschaften, der sowohl die Opfer als auch der 18-Jährige angehörten, angeregt worden. Die Studenten wünschen sich auch einen permanenten Trauerort.

Die Universität hat nach Angaben ihrer Sprecherin noch nicht abschließend über eine adäquate Form des Gedenkens entschieden. In die Überlegungen müssten auch immer die Eltern der getöteten jungen Frau und die weiteren Betroffenen einbezogen werden. Die Uni unterstütze die Initiative der jungen Menschen, wolle die Veranstaltung aber nicht für sich reklamieren, sagte eine Sprecherin der Hochschule. Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) nimmt am Zug teil, um seine Anteilnahme auszudrücken. Aus Respekt gegenüber dem Konzept der Veranstalter wolle er keine öffentlichen Statements abgeben, hieß es aus dem Rathaus.

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