Naturphänomen

Foto zeigt, wie Tornado über den Bodensee fegt

Eine Wasserhose fegt vor Friedrichshafen über den Bodensee. Gleich zwei Tornados sind am Wochenende über dem Bodensee gesichtet worden.
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Eine Wasserhose fegt vor Friedrichshafen über den Bodensee.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Am Bodensee bot sich am Sonntagabend ein faszinierendes Wetter-Spektakel. Bilder zeigen, wie zwei Tornados nacheinander Langenargen ansteuerten.

Friedrichshafen - Immer häufiger kommen in Deutschland inzwischen Tornados vor. Schon jetzt werden etwa 40 bis 50 davon im Jahr registriert. Zwar schaffen es die Windhosen in der Regel nicht über das Anfangsstadium hinaus - dennoch sorgen sie für spektakuläre Bilder. Anfang Juli zeigte ein Video aus Bad Mergentheim (Baden-Württemberg), wie sich eine furchteinflößende Wolke zum Tornado formte. Auch am Bodensee konnte man am vergangenen Sonntag einen Tornado beobachten.

Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, ereignete sich das spektakuläre Naturphänomen am 1. August gegen 19 Uhr. Nacheinander hätten sich vor dem Seeufer bei Friedrichshafen zwei Windhosen gebildet, die jeweils Langenargen ansteuerten. In Ufernähe hätten sie jedoch ihre Kraft verloren und sich aufgelöst. Zahlreiche Menschen verfolgten das Spektakel. Ein Fotograf teilte seine Eindrücke auf Instagram.

Tornados in Deutschland: Meteorologe erklärt, wie sie entstehen

Schäden durch den Tornado wurden nicht bekannt. Nach Minuten hat sich das Spektakel bereits wieder aufgelöst, heißt es. Müssen wir uns in Zukunft öfter auf solche extremen Wetter-Phänomene einstellen? Meteorologe und Klimaforscher Mojib Latif vom Geomar Helmoltz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hat darauf eine Antwort.

„Tornados sind typische Sommer-Phänomene“, erklärt Latif gegenüber Geo. „Sie entstehen meistens, wenn kalte und schwülwarme Luftmassen aufeinandertreffen - die allermeisten wachsen als eine Art Schlauch aus den Zellen heftiger Gewitter.“ Das bedeutet konkret: Bei Gewittern in Deutschland steigt die Wahrscheinlichkeit auf einen Tornado. „Wenn wir davon ausgehen, dass die Gewitter mit steigender Temperatur heftiger und häufiger werden, wird es in Zukunft auch mehr Tornados geben“, so der Experte.

Tornados: Süden und Westen Deutschlands sind gefährdet

Die Tornado-Hotspots in Deutschland liegen laut des Klimaforschers im Westen und Süden der Republik. Hier sei es relativ warm und schwüler als im Rest des Landes. „Und wir stehen erst ganz am Anfang der Klimaerwärmung, in Zukunft wird sich das noch ändern“, sagt Latif. Auch andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass Extrem-Wetter bald normal sein wird.

Gefährlich sind Tornados vor allem deshalb, weil sie schlecht vorhersehbar sind. Während Hurrikane schon Stunden oder Tage zuvor auf der Wetterkarte auftauchen, sucht man solche Prognosen für Tornados vergeblich. „Bei starken Temperaturgegensätzen und Gewittern besteht immer die Möglichkeit, dass sich ein Tornado entwickelt“, sagt Mojib Latif gegenüber Geo. Er empfiehlt, im Fall eines Tornados Zuhause zu bleiben. Bei richtig starken Tornados sei man jedoch nur im Keller geschützt.

Zwar werden Tornados und Windhosen oft synonym verwendet, es gibt jedoch einen kleinen Unterschied in der Definition. Worin dieser besteht, erklärt Dominic Kurz, Präsident von Severe Weather Research & Taskforce, gegenüber unserem Partnerportal Echo24.de*. Der Experte spricht im Interview auch über die Tornados in der Bodensee-Region und klärt auf, was man bei einem Tornado auf keinen Fall tun sollte. *Echo24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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