Fans trauern

Kult-Club Top 10 in Tübingen schließt - „Konsequenzen der Pandemie“

Menschen tanzen in einem dunklen Club.
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Einen Abschieds-Tanz wird es im Top 10 in Tübingen nicht mehr geben. Der Club verkündete sein Aus.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Nach 13 Jahren schließt das Top 10 in Tübingen seine Pforten für immer. Als Grund nennt der Kult-Club zu hohe finanzielle Belastungen in der Corona-Krise.

Tübingen - Diskotheken im Ländle vermeldeten aufgrund der ausbleibenden Gäste bereits 2020 ein massives Club-Sterben* (BW24* berichtete). Nun verschwindet eine weitere Kult-Institution in Baden-Württemberg* von der Bildfläche: Nach 13 Jahren macht das Top 10 in Tübingen die Schotten dicht. „Wir haben uns dazu entschlossen, den Mietvertrag nicht zu verlängern“, verkündeten die Betreiber auf ihrer Facebook-Seite.

„Gerne hätten wir noch eine letzte große Party mit euch allen gefeiert“, heißt es in dem Schreiben. „Jedoch bleibt uns dies durch die aktuelle pandemische Lage und die Verordnungen verwehrt.“ Hintergrund seien die „finanziellen Konsequenzen aus zwei Jahren Pandemie“.

Top 10 in Tübingen: Betreiber der Kult-Diskothek fällen Entscheidung „schweren Herzens“

Die Entscheidung hätten sie „schweren Herzens“ gefällt, so die Betreiber. Man sei stolz und dankbar, Teil der Tübinger Club- und Nachtleben-Landschaft gewesen sein zu dürfen. „Unsere Mission war es, an jedem einzelnen Öffnungstag eine Location anzubieten, in der ausgelassenes Feiern, den Alltag vergessen und große Unterhaltung an erste Stelle stehen.“

Auch bei seinen treuen Besuchern bedankt sich der Club: „Über die Jahre haben wir unglaublich viele wunderbare Menschen kennenlernen und bei uns als Gäste oder sogar Stammgäste begrüßen dürfen“, heißt es in dem Statement. „Das war unser größter Lohn überhaupt.“

Fans bestürzt: „Werde mein zweites Zuhause schmerzlich vermissen“

Die Resonanz unter dem Abschieds-Beitrag in den sozialen Medien ist groß. Hunderte von Nutzern bekundeten ihr Bedauern auf emotionale Weise. „Ich werde mein zweites Zuhause schmerzlich vermissen“, schreibt ein Fan, der nach eigenen Angaben die vergangenen neun bis zehn Jahre die Wochenenden im Top 10 verbracht hat. Eine andere wird nostalgisch: „Hatte als junge Studentin die beste Zeit meines Lebens im Top 10 - und werde die legendären Mittwoch-Nächte und die darauf folgenden verkaterten Donnerstag-Vorlesungen nie vergessen.“

Statt Trübsal verbreiteten die Betreiber zum Abschluss warme Worte: „Wir blicken voller Zuversicht in die Zukunft und sind überzeugt, dass sich innerhalb der nächsten Monate wieder einige Möglichkeiten auftun, die endlich wieder lange, ausgiebige und ausgelassene Clubnächte unter Freunden zulassen. Wir freuen uns unfassbar, wenn ihr uns dann in einem unserer anderen Clubs, wie dem Top 10 in Balingen oder Top 10 in Singen besuchen kommt, um mit uns dies gebührend zu feiern. Es werden bessere Zeiten kommen - ganz bestimmt“

Top 10 kein Einzelfall: Clubs schleppten sich durch die Corona-Pandemie

Leider ist das Top 10 in Tübingen kein Einzelfall: Seit der Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* hangelten sich die Clubs von Lockdown zu Lockdown. Immer mit der Gewissheit: Sie werden die letzten sein, die wieder öffnen. Als auch der Stuttgarter Kings-Club wegen Corona schließen musste*, ärgerte sich dessen Inhaberin darüber, dass plötzlich außerhalb der Clubs illegale Partys gefeiert wurden und die „Ehrlichen die Dummen“ seien.

Trotz vieler Hindernisse gab es immer wieder Hoffnungsschimmer für die Clubs im Ländle, die sich einfach nicht unterkriegen lassen wollten. Beispielsweise sollten kreative Konzepte wie „Open-Air-Clubs“ in Stuttgart zeitweise das Nachtleben retten*. Auch Nothilfen flossen. Seit Montag, 16. August, sind Clubs in Baden-Württemberg endlich wieder geöffnet*. Geimpfte und Genesene dürfen hier mit Nachweis wieder feiern. Bei einer guten „Luftwechselrate“ dürfen auch Getestete mitfeiern, allerdings müssen sie einen negativen PCR-Test vorlegen. *BW24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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