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Tod bei Polizeikontrolle in Mannheim - Polizeiwissenschaftler kritisiert Beamte

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Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist.
Die Spurensicherung arbeitet am Tatort in Mannheim, an dem ein Mann nach einer Polizeikontrolle gestorben ist. © René Priebe/dpa

Wie die Polizei mit einem psychisch kranken Mann umging, der nach einer Polizeikontrolle in Mannheim starb, war nach Ansicht eines Polizeiwissenschaftlers unverhältnismäßig.

Mannheim (dpa/lsw) - Der Umgang der Polizei mit einem psychisch kranken Mann, der vergangene Woche nach einer Polizeikontrolle in Mannheim starb, war nach Ansicht des Polizeiwissenschaftlers Thomas Feltes unverhältnismäßig. Den Beamten sei klar gewesen, dass der 47-Jährige psychisch krank gewesen sei. «Das macht den Fall für mich so unfassbar», sagte er der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Montag). «Der Polizeibeamte sollte in solchen Fällen wissen, dass die Person auf bestimmte polizeiliche Maßnahmen anders reagiert als andere Menschen.»

Seinen Schätzungen zufolge ist in drei von vier Fällen, in denen ein Mensch nach einer polizeilichen Maßnahme ums Leben komme, der Betroffene psychisch erkrankt. Zum einen wüssten Polizisten meist nicht, wie man mit solchen Menschen umgehen solle. Zum anderen sei es für sie oft schwer, eine psychische Erkrankung zu erkennen.

Der Mann war gestorben, nachdem Polizisten ihn kontrolliert und überwältigt hatten. Zuvor hatte ein Arzt des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit die Polizei informiert, weil ein Patient möglicherweise Hilfe brauche.

Im Netz kursierende Videos zeigen, wie ein Polizeibeamter auf den Kopf eines liegenden Mannes einschlägt. Die Echtheit der Filmsequenzen wird geprüft. Schläge ins Gesicht seien bei einer Person, die stehe, zulässig, sagte Feltes dazu. Hier aber habe eine Person am Boden gelegen. Der Vorfall sorgt vielfach Kritik am Vorgehen der Polizei.

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