Asiatische Tigermücke

„Tödlichstes Tier der Welt“ erstmals mitten in Heilbronn nachgewiesen

Eine Asiatische Tigermücke spaziert über die Haut eines Menschen.
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Die Erderwärmung begünstigt auch in Deutschland die Übertragung von gefährlichen Erregern durch Mücken.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Das Heilbronner Gesundheitsamt bittet um die Mithilfe der Bürger: In der Innenstadt ist erstmals die Asiatische Tigermücke gesichtet worden. Wer weitere ihrer Artgenossen entdeckt, soll sie melden.

Heilbronn - Ursprünglich war die asiatische Tigermücke in den Tropen beheimatet. Durch Warentransporte breitet sie sich seit den 1990er Jahren jedoch auch in Europa aus. Als möglicher Überträger von Krankheitserregern wie dem Dengue- und Chikungunya-Virus kann ein Biss der Tigermücke im Ernstfall tödlich für den Menschen enden. Bill Gates spricht sogar vom „tödlichsten Tier der Welt“. Auch in Baden-Württemberg taucht das kleine, schwarz-weiß-gestreifte Insekt immer häufiger auf.

In Stuttgart ist das tödliche Tier bereits 2020 angekommen. Im Juli 2021 wurde es auch im Landkreis Heilbronn gesichtet. Nun vermeldete das Heilbronner Gesundheitsamt eine weitere Entdeckung der fiesen Stechmücke - diesmal in der Innenstadt. Um einschätzen zu können, wie viele ihrer Artgenossen sich möglicherweise noch in Heilbronn aufhalten, bittet das Gesundheitsamt die Bürger um Mithilfe: Wer das etwa 3,5 bis 8 Millimeter große Tier entdeckt, soll es fotografieren und melden, heißt es.

Asiatische Tigermücke: So können sich Bürger schützen

Wie Pressesprecherin Claudia Küpper gegenüber echo24.de* berichtet, schaltet das Heilbronner Ordnungsamt ab sofort einen professionellen Schädlingsbekämpfer ein, der das Vorkommen der Tigermücke vor Ort feststellen und Maßnahmen erarbeiten soll. Zudem kann „jeder Einzelne etwas dazu beitragen, die Verbreitung der Tigermücke zu stoppen“, so das Gesundheitsamt. „Am besten gelingt dies durch die Entziehung von Brutstätten für die Tiere.“ Darunter fallen zum Beispiel Astlöcher in Bäumen, Regentonnen, Gullys, Blumenvasen, Blumentopfuntersetzer oder Vogeltränken.

„Unnötige Wasserbehältnisse sollten entfernt, Regentonnen komplett abgedichtet oder einmal in der Woche restlos entleert werden“, appelliert das Gesundheitsamt. „Behälter wie Eimer und Gießkannen sollten umgedreht werden, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann.“ Trotz der Vorsichtsmaßnahmen ist das Auftauchen der Tigermücke in Gemeinden wie Heilbronn noch kein Grund zur Panik.

Asiatische Tigermücke: So überträgt sie gefährliche Infektionen

Noch ist die Ausbreitung in Baden-Württemberg zu gering, als dass die Bürger hier Angst vor der Tigermücke haben müssten. Denn laut Gesundheitsamt übertragen Tigermücken die gefährlichen Viren nicht auf direktem Weg. Stattdessen nehmen sie sie bei einem Wirt auf und geben sie dadurch an das nächste Opfer weiter. Folglich bedarf es einer hohen Rate an mit Dengue- oder Chikungunya-Fieber infizierten Reiserückkehrern, um die Krankheiten in unseren Gefilden zum Problem zu machen. In Deutschland treten die genannten Virusinfektionen hingegen relativ selten auf.

„Damit die von der Tigermücke ausgehende Gefahr auch in den nächsten Jahren nahezu vernachlässigbar bleibt, ist es wichtig, ihrer Ausbreitung entgegenzuwirken und zu verhindern, dass sie bei uns heimisch wird“, erklärt das Gesundheitsamt Heilbronn. „Erst bei stärkerem Vorkommen wird sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass die Tigermücke relevante Krankheitskeime überträgt.“ Wer dennoch von einer Tigermücke gestochen wird, sollte Kratzen vermeiden, um eine Infektion durch Keime zu verhindern, empfiehlt das Gesundheitsamt. Tritt nach dem Stich Fieber auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Asiatische Tigermücke: Südwesten arbeitet an Eindämmung

Für die Eindämmung gefährlicher Mückenarten im Südwesten sorgt derweil auch die „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (Kabs). Teil der Kabs sind mehr als 90 Städte und Gemeinden, die sich für die Jagd von Stechmücken einsetzen. Dabei arbeiten sich die Jäger am Boden durchs Dickicht oder bekämpfen Brutstätten aus der Luft. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs das biologische Mückengift BTI, das die Larven der Blutsauger tötet. Bei der Bekämpfung setzt die Organisation auch auf Gammastrahlen, mit denen sie die tödlichen Tiere ausrotten will. *echo24.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

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