Neue Regeln

Tierversuche in Baden-Württemberg: 2021 kommt ein Gesetz, das in anderen Ländern längst gilt

Eine weiße Labormaus wird für einen Versuch vorbereitet und steckt in einer Art Reagenzglas.
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Tierversuche an Hochschulen in Baden-Württemberg bekommen nun eine höhere gesetzliche Hürde.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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In mehreren Bundesländern sind Tierversuche im Studium schon lange verboten. Nun zieht endlich auch Baden-Württemberg nach.

Stuttgart - Viele Bundesländer in Deutschland haben bereits ein Gesetz, das Tierversuche in der wissenschaftlichen Ausbildung verbietet. Baden-Württemberg hat sich zu diesem Thema bislang noch nicht positioniert. Das ändert sich jetzt: Der Landtag in Stuttgart hat einem Gesetzentwurf von Forschungsministerin Theresia Bauer (Grüne) zugestimmt, laut dem in der Lehre auf getötete Tiere weitgehend verzichtet werden soll. Soweit es Alternativen gibt, sind derartige Versuche ab 2021 tabu.

Tierversuche spielen im Südwesten eine große Rolle. Im Vergleich der Bundesländer haben Wissenschaftler in Baden-Württemberg 2018 die meisten Tiere für Versuchszwecke genutzt, wie aus einer Statistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervorgeht. Auch an der Uni Stuttgart kommen immer mal wieder Tierversuche zum Einsatz. Hier überprüft ein Tierschutzbeauftragter die Einhaltung der Vorschriften.

Tierversuche an Hochschulen in Baden-Württemberg: Gesetz kommt 2021

Die neue Regelung in Baden-Württemberg sieht vor, dass auf die Tötung von Tieren verzichtet wird -„sofern wissenschaftlich gleichwertige Lehrmethoden und -materialien zur Verfügung stehen“. Das Gesetz tritt in Baden-Württemberg Anfang 2021 in Kraft. Länder wie Nordrhein-Westfalen oder Hessen haben schon länger eine solche Regelung, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete. Auch Bremen, Thüringen und das Saarland verfügen bereits über ein entsprechendes Hochschulgesetz.

„Wir sind erfreut, dass Baden-Württemberg als sechstes Bundesland diese längst überfällige Reform beschlossen hat“, schreibt die Tierschutzorganisation PETA in einer Pressemitteilung. Die Lehre an den Hochschulen werde dadurch nicht nur tierfreundlicher, sondern auch methodisch fortschrittlicher.

Kurse mit Tierversuchen und sogenanntem Tierverbrauch sind an Hochschulen in Baden-Württemberg unter anderem Bestandteil der Biologie, der Human- und Veterinärmedizin oder in agrarwissenschaftlichen Studiengängen. Studierende sollen durch das neue Gesetz bald eine Wahlfreiheit haben, ob etwa für Sezierkurse Tiere getötet oder lebend in Versuchen verwendet werden.

Die Hürden für den Tierverbrauch werden erhöht. Sofern wissenschaftlich gleichwertige Lehrmethoden existieren, sollen keine Tiere mehr für Lehrzwecke getötet werden dürfen. PETA ist zufrieden mit dem beschlossenen Gesetz in Baden-Württemberg, setzt sich aber weiterhin dafür ein, Tierversuche an deutschen Hochschulen gänzlich abzuschaffen.

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