Polizei ermittelt

Tiere in Wildgehege verstümmelt und zu Tode gequält: „Verabscheuungswürdiger Fall“

Zwei Rehkitze in einem Wald.
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Die friedliche Ruhe von Wildtieren in Trossingen fand ihr jähes Ende, als Tierquäler sich Zutritt zum Gehege verschafften (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Die Gemeinde Trossingen ist fassungslos: An einem Wildgehege haben Unbekannte zwei Tiere brutal zu Tode gequält. Nur wenige Tage zuvor hatten Tierquäler in Besigheim zugeschlagen.

Trossingen/Besigheim - Eigentlich gilt Trossingen im Schwarzwald als idyllische Kleinstadt. In den vergangenen Tagen wurde der beschauliche Ort jedoch zum Schauplatz für ein entsetzliches Verbrechen. Beim Wildgehege am Gauger haben Unbekannten zwei Tiere zu Tode gequält. Bürgermeisterin Susanne Irion (CDU) sprach von einem „besonders verabscheuungswürdigen Fall von Tierquälerei“. Nun setzt die Stadt auf die Mithilfe der Bürger, um die Täter zu fassen.

Wie die Stadt Trossingen auf Facebook mitteilte, ereignete sich der Vorfall in der Nacht von 19. auf 20. April. Die Täter hätten die Tiere „verstümmelt“ und „qualvoll getötet“. Dabei ließen die Unbekannten sich auch von Zäunen und Sicherheitskameras nicht aufhalten. Nachdem die Besitzerin Anzeige erstattet hat, ermittelt jetzt die Polizei.

Tierquälerei in Trossingen: Hinweisgeber bekommen Belohnung von 1.000 Euro

Wer etwas beobachtet hat, wird aufgerufen, sich bei der Polizei, dem Ordnungsamt oder der Stadt zu melden. Werden die Täter gefasst, erhalten die entscheidenden Hinweisgeber eine Belohnung von 1.000 Euro.

Der Fall macht nicht nur die Gemeinde Trossingen fassungslos. Im Netz reagierten zahlreiche Menschen voller Entsetzen auf den Beitrag. „Es macht mich traurig und auch wütend“, schreibt eine Nutzerin. „Die Menschen werden immer gleichgültiger, psychisch hochgradig gestört und haben keinerlei Mitgefühl mehr - weder für Tiere noch für andere Menschen.“

Tierquälerei auch in Besigheim: Hühner geköpft, Schafe gefesselt und in der Enz ertränkt

Zu einem ähnlich brutalen Fall von Tierquälerei kam es am vergangenen Wochenende auch in Besigheim (Kreis Ludwigsburg). Dort haben Unbekannte mehrere Tiere von einem Gartengrundstück gestohlen, getötet und in der Enz versenkt. 19 Hühner, ein Hahn, ein Schaf und ein Lamm fielen den Gräueltaten zum Opfer. Die Hühner wurden vor ihrer Ertränkung mit einer Axt geköpft, die Schafe gefesselt. Von den Tierquälern fehlt jede Spur. Auch hier ruft das Polizeipräsidium Ludwigsburg zur Mithilfe der Bevölkerung auf.

In Deutschland ist Tierquälerei nach dem Tierschutzgesetz strafbar. Den Verbrechern drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen, je nach dem Ausmaß der Tiermisshandlung. Auch kann für Tierquäler ein lebenslanges Verbot für das Halten oder Betreuen von Tieren verhängt werden. Tierquälerei gilt in Deutschland als Krankheit und Störung des Sozialverhaltens. Die Psychoanalyse sieht einen starken Zusammenhang der Gewalt gegen Tiere und zwischenmenschlicher Gewalt.

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