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„The Länd“ geht in die Werbeoffensive - und erntet Spott: „Erzeugt höchstens Fremdschämen“

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Von: Sina Alonso Garcia

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The Länd Kampagne
„The Länd“-Werbetafel in München gesichtet: Das Ländle wirbt vor den Standorten von Apple und Microsoft. © The Länd/Twitter

Die Imagekampagne „The Länd“ sorgte von Beginn an für viel Gesprächsstoff. Nachdem die knallgelben Werbetafeln nun in zahlreichen Großstädten erschienen, erhitzt die Debatte erneut die Gemüter.

Stuttgart - Um die Imagekampagne von Baden-Württemberg ist es in den vergangenen Monaten etwas ruhiger geworden. Nun geht „The Länd“ erneut in die Offensive. Stolz präsentiert sich das Ländle mit seinen knallgelben Werbetafeln und frechen Sprüchen in deutschen Großstädten. Vor den Standorten von Apple in München, Google in München und Tesla in Grünheide bewirbt sich der Südwesten als Top-Anlaufstelle für Fachkräfte im Technologiesektor.

Wie ein Sprecher des Sozialministeriums gegenüber den Stuttgarter Nachrichten erklärte, habe man sich bewusst für die Platzierung der Werbung vor den internationalen Unternehmen entschieden. Man wolle deutlich machen, dass es auch in „The Länd“ für diese Fachkräfte attraktive Arbeitgeber gebe. „Das ganze Leben mit Suchen verschwenden? Google doch einfach: The Länd“, steht etwa auf dem Plakat bei Google. Die Kosten für die insgesamt fünf fahrbaren, digitalen Werbetafeln mit LED-Displays belaufen sich laut Angaben des Staatsministeriums auf 140.000 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Entwicklung, Produktion, Durchführung und mediale Begleitung.

„The Länd“ präsentiert sich stolz mit neuen Werbetafeln - Bürger sind genervt

Die neuen Werbetafeln zeigt „The Länd“ auch auf Twitter - und erntet prompt Gegenwind. „Die alte Kampagne hat Gemeinschaftsgefühl erzeugt. Dieser peinliche Denglisch-Auswuchs erzeugt höchstens Fremdschämen“, kommentiert eine Nutzerin. „Jeder Cent für solch eine Werbung ist falsch angelegt“, schimpft ein weiterer - und legt nach: „In dem ach so tollen ‚Länd‘ gibt es ja nicht mal ausreichend Kita-Plätze. Die 140.000 Euro hätte man sinnvoller investieren können.“ Insgesamt soll die Imagekampagne das Land rund 20 Millionen Euro kosten. Bereits bei der Ankündigung im Oktober 2021 hatte „The Länd“ bei vielen Bürgern für Empörung gesorgt.

Offenbar wollen die Verantwortlichen von „The Länd“ die Kritik nicht auf sich sitzen lassen und verteidigen sich in der Kommentarspalte auf Twitter. „Mit The Länd haben wir einen Claim, mit dem es uns gelingt, Baden-Württemberg international zu präsentieren“, betonen sie. „Gute Werbung kostet Geld, zahlt sich aber auch aus. Es gibt in Baden-Württemberg viele wichtige Themen und das Thema Kinderbetreuung gehört auch dazu. Unabhängig davon ist es auch wichtig, das Thema Fachkräftemangel aufzugreifen und genau das tun wir mit der neuen Dachmarkenkampagne.“

„The Länd“ erhält neben Kritik auch Zuspruch: „Ziel erreicht - es polarisiert“

Während die The-Länd-Kampagne bei einigen Bürgern für Kopfschütteln sorgt, loben andere sie als durchaus gelungen. Eine Twitter-Nutzerin findet: „Das ist richtig cool gemacht und fällt auf. Ziel erreicht: Es polarisiert. Alle, die nörgeln, haben von Marketing leider keine Ahnung. Alles richtig gemacht.“ Auch andere loben die Werbung: „Geiles Guerilla-Marketing“ - „so macht man Marketing-Kampagnen“, heißt es etwa bei Twitter.

Tatsächlich ist „The Länd“ weit über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus bekannt und erregte bundesweit viel Aufsehen. Die Idee zur Kampagne stammt von der Agentur Jung von Matt. Peter Waibel, Geschäftsführer des Stuttgarter Ablegers Jung von Matt Neckar, verriet im Gespräch mit BW24, woher die Idee zum Slogan kam.

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