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„Einfach nur grausam“: Tierquäler durchbohren Tauben mit Nadeln

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Von: Sina Alonso Garcia

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Gequälte Taube, die mit Nägeln durchbohrt wurde
Tut schon beim Hinschauen weh: Eine der gequälten Tauben, die in der Lahrer Innenstadt gefunden wurde. Vermutlich wurden die Tiere mit einem Blasrohr beschossen. © Tierheim Lahr/Facebook

In Lahr wurden kürzlich zwei Tauben gefunden, in deren Körpern Nadeln steckten. Das örtliche Tierheim kümmert sich um die verletzten Tiere - ob sie es überleben, ist weiterhin unklar.

Lahr - Es sind Bilder, die fassungslos machen: Wie das Tierheim Lahr mitteilte, wurden vergangene Woche zwei Tauben in der Stadt entdeckt, deren Körper von Tierquälern mit Nadeln durchbohrt wurden. Auf Facebook sorgte die Mitteilung des Tierheims für Entsetzen. „Einfach nur grausam“ - „was leben für kranke Menschen auf dieser Welt“ - „schrecklich, dass jemand einem Tier sowas antun kann“, heißt es dort. Der Beitrag wurde hundertfach geteilt. Inzwischen geht es den Tieren den Umständen entsprechend besser. Ob sie es überleben, ist unklar.

Die erste Taube war am 14. September zunächst von der Polizei bei der Stadtbücherei gefunden worden. In ihrem Körper steckten vier Nadeln. „Sprachlosigkeit macht sich breit“, kommentierte das Tierheim. Inzwischen seien die Nadeln vom Tiergesundheitszentrum (TGZ) entfernt worden. „Das Tier ist glücklicherweise noch recht munter, bleibt aber erstmal stationär, da sich auch im Nachgang noch innere Blutungen bilden können. Wir hoffen, dass sich die Taube erholt und dann wird sie in unserer Voliere weiter versorgt. Selbstverständlich wird eine Anzeige wegen Tierquälerei gegen Unbekannt erfolgen.“

Nach brutaler Attacke auf Tauben in Lahr: Tiere kämpfen ums Überleben

Zwei Tage später teilte das Tierheim mit, dass man eine zweite Taube beim Marktplatz gesichert habe, die ebenfalls mit Pfeilen durchbohrt war. „Sie ist noch etwas fitter als die erste Taube und musste angelockt und mit einem Kescher eingefangen werden.“ Danach sei das Tier umgehend zu einem Tierarzt gebracht worden.

Zweite gequälte Taube in Lahr
Auch bei der zweiten gequälten Taube ist nicht sicher, ob sie die Folgen der Attacke überlebt. © Tierheim Lahr/Facebook

Wenige Tage nach den Funden gab das Tierheim nochmal ein Update zum Zustand der Tiere. „Das erst Täubchen wird von uns weiterhin medikamentös versorgt und muss gepäppelt werden“, schreibt das Tierheim. „Die Pfeile haben die Luftsäcke getroffen und einer ging knapp am Herzbeutel vorbei. Sie ist stabil, aber wir können nicht sagen, ob sie über den Berg ist.“

Anteilnahme nach Angriff auf Tauben in Lahr: „Ich hoffe, die beiden schaffen es“

Auch bei der zweiten Taube ist laut des Lahrer Tierheims nicht klar, ob sie den brutalen Angriff überleben wird. „Ein Pfeil saß in der Nierenregion, daher kann man noch nicht genau sagen, ob sie es schafft.“ In einem weiteren Update heißt es, die Tiere seien „glücklicherweise stabil“ und würden weiterhin vom Tierarzt überwacht. „Ich hoffe, die beiden schaffen es“, schreibt eine Facebook-Nutzerin unter dem Beitrag. Auch andere wünschen den Täubchen gute Genesung und hoffen, dass die Täter gefasst werden.

Während die Tauben in Lahr deutlich sichtbar Schmerzen erfuhren, gibt es auch Tierquälerei an Tauben, die weniger offensichtlich daherkommt. So wurden etwa in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) im vergangenen Jahr mehrere weiße Tauben Opfer eines umstrittenen Hochzeitsbrauchs: Ein Brautpaar hatte die Tiere zum Anlass ihrer Vermählung in den Himmel steigen lassen, danach waren die Tiere tagelang orientierungslos umhergeirrt und suchten ihren Taubenschlag.

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