Südwestmetall: Produktion stockt trotz voller Auftragsbücher

Südwestmetall: Trotz voller Auftragsbücher stockt die Produkti
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Blick in einen Verbindungsprozess (Aluminiumbonden) zwischen Elektronikträger und Halbleiter.

Viele Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten kämpfen weiter mit Lieferengpässen bei Halbleitern und elektronischen Chips. „Die große Mehrzahl der Betriebe klagt über verspätete Lieferungen, zu geringe Mengen, höhere Preise“, sagte Südwestmetall-Hauptgeschäftsführer Peer-Michael Dick am Freitag in Stuttgart. Fast die Hälfte der knapp 680 Mitgliedsunternehmen werde manchmal auch gar nicht beliefert.

Stuttgart - Trotz überdurchschnittlich guter Auftragslage könnten die Betriebe wegen des Mangels nicht genügend oder rechtzeitig produzieren. Viele Verbandsmitglieder rechnen laut Dick damit, dass die Situation frühestens zum Jahresende verbessere. Die Folge sei teilweise eine Abwanderung der Kunden an die asiatische Konkurrenz.

Dick beobachtet nach eigener Aussage eine Benachteiligung deutscher und europäischer Wettbewerber auf dem Chipmarkt. Er appellierte an die grün-schwarze Landesregierung und die Bundesregierung, sich gegen die seiner Meinung nach indirekt bestehenden Handelsbeschränkungen einzusetzen. Vorstellbar seien etwa Änderungen des deutschen und europäischen Kartellrechts in Form von Einkaufsgemeinschaften mehrerer Unternehmen. So könnte die Nachfragemacht gegenüber asiatischer und amerikanischer Konkurrenten erhöht werden - Dick hofft also auf Einkaufsvorteile.

Die Metall- und Elektroindustrie ist eine Schlüsselbranche in Baden-Württemberg. Knapp 960.000 Menschen arbeiten nach Verbandsangaben in den überwiegend mittelständigen Unternehmen im Südwesten. dpa

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