Immobilien in der Landeshauptstadt

Stuttgart: Mieten und Kaufen – diese Folgen hat die Corona-Pandemie auf den Wohnungsmarkt

Ein aus einem Flugzeug aufgenommenes Luftbild zeigt die Innenstadt von Stuttgart.
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Die Nachfrage nach Wohnungen zur Miete oder zum Kauf ist in Stuttgart weiterhin hoch.
  • vonIsabel Ruf
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Wie wirkt sich die Corona-Krise auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt in Stuttgart aus? Laut dem CityReport sind die Folgen der Pandemie allmählich zu spüren.

Die Nachfrage nach Immobilien in Stuttgart – egal ob zum Kauf oder zur Miete – ist enorm. Zumindest war sie das vor der Corona-Pandemie. Haben die Ausbreitung des Virus und die Einschränkungen für die Wirtschaft daran etwas geändert? Mit dieser Frage befasst sich der „CityReport Stuttgart Herbst 2020“ des Marktforschungsinstituts des Immobilienverbandes Deutschland IVD Süd e.V., wie echo24.de* berichtet. Der Aufwärtstrend in Stuttgart hat durch die aktuell schwierigen Zeiten nicht aufgehört – wurde aber deutlich abgeschwächt.

IDV-Leiter Stephan Kippes hält dabei grundsätzlich fest: „Die bisher den Stuttgarter Markt prägende Dynamik hat spürbar nachgelassen.“ Auch, wenn die Preis-Entwicklung für Wohnimmobilien bis jetzt tendenziell steigend sei, liege bei den Marktakteuren eine getrübte Stimmung in der Luft. Nachlassende Dynamik und abnehmende Preiszuwächse bestimmten folglich den Wohnungsmarkt in der Landeshauptstadt.  

Stuttgart: Immobilien zum Kauf – Markt für Objekte durch Corona-Pandemie geschrumpft

Wie der IDV Süd zusammenfasst, hat sich der Immobilienmarkt für Kaufobjekte in Stuttgart in der Corona-Pandemie verlangsamt. Diese Einschätzung macht der Verband an der sinkenden Zahl der Wohnungsangebote, der Besichtigungen und der Kaufverträge fest. Ein Beispiel: Hinsichtlich der Anzahl der zum Kauf angebotenen Eigentumswohnungen ist ein Rückgang von 7,2 Prozent festzustellen, wenn man den letzten Monat mit dem aus dem Vorjahr vergleicht. Hinsichtlich der Preisentwicklung bei Wohnimmobilien zum Kauf in Stuttgart* flacht die Kurve in der Corona-Pandemie ab. Stephan Kippes hält allerdings fest, dass „ein Abflachen der Preisentwicklung in Stuttgart vor dem Hintergrund der ausgeprägten Anstiege über viele Jahre schon fast eine kleine Sensation ist“.

Laut IVD berichten Experten, dass beim Verkauf von Eigentumswohnungen im oberen Marktsegment (über 10.000 Euro pro Quadratmeter) in Stuttgart seit etwa einem Jahr eine Sättigung zu erfahren ist. Wenig Dynamik gibt es beim Verkauf von Häusern aufgrund des knappen Angebots. „Der Kaufpreis für ein freistehendes Einfamilienhaus aus dem Bestand liegt in Stuttgart aktuell bei durchschnittlich 1.190.000 Euro“, berichtet der IVD-Marktberichterstatter Jörg Kinkel. Für eine Doppelhaushälfte werden im Durchschnitt 725.000 Euro bezahlt. Auch beim Grundstücksmarkt in Stuttgart stellen die Experten einen enormen Mangel an Baugrundstücken fest.

Stuttgart: Auswirkungen der Corona-Pandemie bei Mietwohnungen spürbar

Und wie sieht es bei Mietwohnungen und Miethäusern in Stuttgart aus? Der Mietmarkt reagiert laut IVD schneller auf Veränderungen wie die Corona-Pandemie, die Auswirkungen seien sichtbarer. Bei Mietwohnungen im oberen Preissegment hat die Nachfrage deutlich nachgelassen. Diese Entwicklung konnte aber in Maßen schon vor Corona festgestellt werden und ist demnach auf die schwächelnde Automobilindustrie zurückzuführen, in der viele Angestellte in Stuttgart* tätig sind. Generell finden aktuell auch weniger Besichtigungen statt, der Markt in Stuttgart verliert an Dynamik.

Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage nach Mietwohnungen in Stuttgart noch immer sehr hoch. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bleibt unausgewogen. Es gibt immer mehr Ein-Personen-Haushalte, was in Zukunft den Bedarf an Wohnraum weiter steigen lassen wird. Im unteren und mittleren Preissegment besteht noch immer ein extremer Wohnungsmangel. Dies betrifft hauptsächlich kleinere bis mittelgroße Mietwohnungen. Die Mieten stiegen im Halbjahresvergleich minimal an. Für Altbauwohnungen zahlt man in Stuttgart durchschnittlich 15,30 Euro pro Quadratmeter, für Bestandswohnungen 15,20 Euro und für neue Mietwohnungen 16,60 Euro. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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