Turmfalke, Fuchs und Co.

Immer mehr Wildtiere erobern das Stadtgebiet von Stuttgart

Fuchs vorm Regierungspalast
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Ein Fuchs in der Großstadt - das ist auch in Stuttgart kein seltener Anblick mehr. Immer mehr Wildtiere machen sich dort breit (Symbolbild).
  • Valentin Betz
    VonValentin Betz
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Große Städte und Wildtiere scheinen ein Widerspruch zu sein. In Stuttgart machen sich aber immer mehr Arten breit und besetzen neue Reviere.

Stuttgart - Mit der wilden Natur ist das so eine Sache. Bilder davon schaut sich wohl jeder gerne an, manch einer erlebt vielleicht selbst gerne Abenteuer in der Wildnis. Vor der heimischen Haustür endet dann aber oft die Toleranz für die unkontrollierbare Natur. Entsprechend wird die Tatsache, dass Baden-Württemberg* vielerorts wilder wird, nicht von allen wohlwollend aufgefasst.

Dabei hat die Tatsache, dass ausgerottete Tierarten wie Schakal, Wolf und Luchs nach Baden-Württemberg zurückkehren (BW24* berichtete) zunächst für einen Großteil der Bevölkerung nur wenig Konsequenzen. Es gibt aber ein Habitat, das weitaus mehr Konfliktpotenzial zwischen Mensch und Tier birgt. Wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) schreibt, nimmt die Zahl der Wildtiere in der Landeshauptstadt Stuttgart* zu - am Boden und in der Luft.

Wildtiere in Stuttgart: Stadtgebiet wird für zahlreiche Arten zusehends attraktiv

Kleinere Tiere wie Maus, Spatz und Co. dürften selbst Bewohnern einer Großstadt wie Stuttgart keine Unbekannten sein. Aber allein am Himmel über der Landeshauptstadt bewegt sich weit mehr als der altbekannte Sperling. Denn wo Singvögel und Kleingetier leben, sind Greifvögel meist nicht weit entfernt. Knapp ein Dutzend Sperberpaare brüten an streng geheimen Plätzen im Stadtgebiet. Hinzu kommen Rot- und Schwarzmilan, Habichte und Mäusebussarde. Selbst Turmfalken gibt es in Stuttgart. Die lieben die Stadt regelrecht, weil sie die Nisthilfen annehmen und der Tisch stets reich gedeckt ist mit Mäusen und Ratten.

Die Natur wird aber nicht nur am Himmel über der Landeshauptstadt wilder. Wie die StZ schreibt, haben sich in Stuttgart längst Füchse und Marder breitgemacht - auch, weil die angrenzenden Wälder, Parks, Friedhöfe und Wiesen ideale Rückzugsorte sind. Es gibt aber auch „invasive Spezies“, die Wohngebiete in Baden-Württemberg* und auch in Stuttgart schätzen - der Waschbär zum Beispiel. Weil er in Deutschland nicht heimisch ist, darf der sogar gejagt werden. Dasselbe gilt für Nilgänse. Die mögen es nicht nur in Stuttgart. Die aggressive Vogelart ist auch in Heilbronn ein Problem*.

Stuttgart: Wildtiere im Stadtgebiet nur auf den ersten Blick ein gutes Zeichen für die Natur

Mit der Auswahl an Wildtieren in Stuttgart dürften die Bewohner der Landeshauptstadt einigermaßen zurechtkommen. Überall auf der Welt haben es Städte mit ganz anderen Kalibern zu tun - in Indien machen sich beispielsweise selbst Affen und Leoparden in den Megacitys breit. In Äthiopien huschen in einer Stadt gerne auch mal Hyänen durch die Gassen.

Übrigens ist die Eroberung der Stadt durch Wildtiere nur auf den ersten Blick ein gutes Zeichen für die Natur. Tatsächlich hängt das vor allem mit den wilden Wintern zusammen, welche die Populationen explodieren lassen. Zudem kommen weniger die Tiere in die Stadt, als die Stadt zu den Tieren - mit Bauprojekten rückt der Mensch den Wildtieren auf den Leib. Weil sie kaum noch ausweichen können, erobern sie stattdessen das Stadtgebiet als neues Territorium. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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