Kulturszene richtig sauer

„Querdenken 711“ kassiert heftige Promi-Kritik: Künstler und Stars sprechen Klartext

Augustusplatz Leipzig
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Ein Anhänger der „Querdenken“-Demonstration am 07.11.2020 auf dem Augustusplatz in Leipzig. „Querdenken 711“ erntet jetzt deftige Kritik von Prominenten.
  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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Stuttgart: Promis kritisieren „Querdenken 711“ - aber es ist nicht nur das Theater gegen die Corona-Maßnahmen, das den Stars missfällt. Ein Symbol steht im Mittelpunkt.

Es bleibt das Thema Nummer eins in Deutschland: Coronavirus. Klar, dass sich hier die Meinungen trennen, ja sogar stark spalten, wenn‘s um die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie* geht. Auf die Spitze getrieben wird die Debatte von der Organisation „Querdenken 711“ aus Stuttgart, welche unter anderem die Maskenpflicht und das eingeschränkte Versammlungsrecht stark kritisieren. Wie echo24.de* berichtet, sind damit nicht alle einverstanden.

Stuttgart: „Querdenken 711“ erntet Mega-Kritik von diesem Promis - es geht um die Symbolik

Jetzt hagelt es prominente Kritik aus Stuttgart - und nicht nur ein bekannter Medienmacher verschafft hier seinem Ärger Luft. Wie der SWR berichtet, haben sich Menschen aus Musik, Kultur und Sport zusammengeschlossen und einen offenen Brief verfasst. Dabei geht‘s aber gar nicht hauptsächlich darum, den Querdenken-Theorien zu widersprechen. Vielmehr stören sich die Stuttgarter an der Verwendung der „711-Symbolik“.

Ja, die Coronazahlen in Baden-Württemberg steigen weiter*. Ein Grund für Hetze ist das für die Künstler noch lange nicht: „Wir verurteilen den Missbrauch des Symbols 0711 für populistische Zwecke und den Versuch, Popkultur aus hetzerischen und spalterischen Gründen umzudeuten“, heißt es auf der Website des Künstler-Kollektivs, auf der auch der ganze Brief zu lesen ist.

Stuttgart: Promis unterschreiben: „0711“ steht nicht für „Querdenken 711“

Der Brief beginnt mit einem Rückblick: „In den 1990er Jahren, der goldenen Ära der deutschen Hip-Hop-Kultur, wurde aus 0711, der Vorwahl Stuttgarts, ein Symbol für eine weltoffene, verbindende und tolerante Stadt.“ Werte, welche die Menschen, die den Brief unterzeichnet haben, in der Initiative „Querdenken“ nicht erkennen. „0711“ habe sich seit Jahrzehnten etabliert als ein Symbol der Solidarität und der Gemeinschaft der Stadt. „Die Inhalte und Bestrebungen der „Querdenker“ stellen diese Idee von Gemeinschaft in Frage.“

In dem Brief wird der soziale Frieden als gefährdet eingestuft und „Querdenken 711“ kippe noch Öl ins Feuer. Es spreche nichts gegen kritischer Hinterfragen von Maßnahmen heißt es außerdem. Auf Demos Seite an Seite mit Reichskriegsflaggenträgern zu marschieren, sei dagegen untragbar. Anti-Demokraten und Verschwörungstheoretiker seinen nicht diejenigen, die der Kolchose ihre Vorwahl nehmen könnten.

Zahlreiche Künstler aus Stuttgart unterzeichnen offenen Brief gegen „Querdenken 711“

„Wir sind 0711!“ endet das offene Schreiben. Unterzeichnet ist er von namhaften Prominenten wie Thomas D., Max Herre, Cassandra Steen, Kevin Kuranyi, Michi Beck von den Fantastischen Vier, Smudo, Timo Hildebrand und vielen mehr. Auch Architekten, Juristen, Journalisten und Steuerberater haben sich angeschlossen.

Ähnlich hatte sich einst Künstler Schwobeland aus Neckarsulm gewehrt und klargestellt, dass der hiesige Gebrauch der Abkürzung „NSU“ rein gar nichts mit der rechten Szene zu tun habe. *echo24.de ist teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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