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Streichs Treue zum SC Freiburg: Wenige haben einen so schönen Arbeitsplatz

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Christian Streich
Freiburgs Trainer Streich will die Erfolgstory des Bundesligisten fortsetzen, bleibt sich und seiner Bodenständigkeit dabei aber treu. © Tom Weller/dpa

Kultcoach Christian Streich will mit dem SC Freiburg die gemeinsame Erfolgsstory fortsetzen, bleibt sich und seiner Bodenständigkeit dabei aber treu.

Freiburg (dpa/lsw) – Es kommt nicht selten vor, dass Trainer Christian Streich bei Pressekonferenzen des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg die Fragen der Journalisten in Stichpunkten mitschreibt. Sie sollen schließlich nicht unbeantwortet bleiben. Vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) hat er aus persönlicher Sicht die wichtigste Antwort gegeben. Denn Streich hat sich entschieden, an der Erfolgsgeschichte des Sport-Clubs weiter mitschreiben zu wollen. Die Freiburger spielen eine ihrer bislang besten Saisons. Sie stehen im Halbfinale des DFB-Pokals und können gegen die Wölfe ihre Europapokal-Ambitionen unterstreichen.

Wenn es gut läuft, sei eigentlich der ideale Zeitpunkt zu gehen, sagte Streich, «aber wenn alles okay ist, und man gesund ist, ist es auch schön, weiter arbeiten zu können». Zwei Tage nachdem er seinen Vertrag verlängert hat, betonte der 56-Jährige, dass vermutlich «nicht viele Menschen einen so guten Arbeitsplatz haben» wie er.

SC Freiburg will laut Trainer Streich keine zu großen Ziele ausgeben

Dazu gehört für ihn auch, dass beim Sport-Club seit vielen Jahren bodenständig gearbeitet wird, und die Verantwortlichen auch in einer guten Phase wie der jetzigen nicht zu träumen anfangen. «Manche geben große Ziele aus, aber meistens drückt ihnen schon die Formulierung den Hals zu, und sie können kaum noch schlucken», erklärte Streich, «das werden wir ganz sicher nicht tun.»

Den Spielern verbietet er das aber nicht. Und einige von ihnen haben zuletzt auch schon forschere Töne angeschlagen. «Wir sehen uns als Top-Mannschaft», hatte zum Beispiel Stürmer Ermedin Demirovic nach dem 1:1 am vergangenen Samstag bei RB Leipzig gesagt. Und der ohnehin sehr selbstbewusste Innenverteidiger Nico Schlotterbeck hat bereits mehrfach betont, dass das Team unbedingt weiter in der oberen Tabellenregion bleiben will. Ob er gegen Wolfsburg dazu beitragen kann, ist allerdings wegen einer Kapselreizung im Knie noch nicht ganz klar. Zudem gibt es eine noch nicht bezifferte Anzahl an Corona-Verdachtsfällen im Team.

Motto für den SC Freiburg: „Jeden Tag arbeiten und so gut wie möglich kicken“

In der Hinrunde hatte der Sport-Club mit seinem 2:0-Sieg in Wolfsburg dafür gesorgt, dass Mark van Bommel seinen Trainerjob beim VfL vorzeitig los war. Sein Nachfolger Florian Kohfeldt ist nun bereits der zehnte Chefcoach der Niedersachsen, seit Streich sein Amt Ende 2011 übernommen hat. Die Wolfsburger gehören zu den Clubs, die vor der Saison noch das Ziel hatten, in einen europäischen Wettbewerb einzuziehen, möglichst wieder in die Champions League.

Die Realität heißt jedoch Abstiegskampf, auch wenn der VfL den Abstand auf die gefährliche Zone zuletzt vergrößert hat. Und nachdem Xaver Schlager als «Schlüsselspieler» der Vorsaison nach langer Verletzung zurückgekehrt ist, und «Unterschiedsspieler» Max Kruse von Union Berlin nach Wolfsburg wechselte, ist für Streich «schwer einzuschätzen, wo sie stehen». Er wird sich wie üblich auf seine Spieler konzentrieren, und dem Motto treu bleiben, dass er für sich und sein ebenfalls mit neuen Verträgen ausgestattetes Trainerteam so formulierte: «Jeden Tag arbeiten und so gut wie möglich kicken.»

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