Es tötet jährlich Hunderttausende

Jäger in Baden-Württemberg wollen tödlichstes Tier der Welt mit Gammastrahlen ausrotten

Atom-Gefahrenzeichen im Vordergrund, im Hintergrund ein Labor.
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Mithilfe von Gammastrahlen wollen Jäger das tödlichste Tier der Welt ausrotten. (Symbolbild)
  • Anna-Lena Schüchtle
    vonAnna-Lena Schüchtle
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Bill Gates warnte bereits 2014 vor dem tödlichsten Tier der Welt. Seit einigen Jahren wird es auch im Baden-Württemberg immer wieder gesichtet. Jäger bekämpfen es nun mithilfe von Gammastrahlen.

Heidelberg/Ludwigshafen - Bereits 2014 warnte Bill Gates vor der Gefahr des tödlichsten Tiers der Welt. Dabei handelt es sich nicht etwa um Haie oder giftige Spinnen. Nach Ansicht des Microsoft-Gründers und Multimilliardärs sind es Stechmücken, die Krankheitserreger übertragen. Mikroben - also Bakterien, Pilze oder Viren - sind eine große Gefahr für die Menschheit, da sie in Form von Seuchen verheerende Auswirkungen haben.

Aktuell wird auch die Bevölkerung im Südwesten Deutschlands Zeuge einer solchen Pandemie - hervorgerufen durch das Coronavirus. Viele gefährliche Krankheitserreger werden jedoch durch einen ganz bestimmten Überträger an den Menschen weitergegeben: die Stechmücke beziehungsweise der Moskito. Und darunter vor allem die sogenannte Tigermücke, die tropische Erkankungen überträgt. Das laut Bill Gates tödlichste Tier der Welt wurde nun sogar in Stuttgart gesichtet.

Bill Gates warnte vor dem tödlichsten Tier der Welt - Jäger wollen es jetzt mit Gammastrahlen bekämpfen

Seit 2014 tauchten immer wieder Exemplare der gefährlichen Moskito-Art in Baden-Württemberg auf - zuletzt in Stuttgart. Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus übertragen, welches das mitunter lebensbedrohliche Dengue-Fieber auslöst. Eigentlich lebt der Moskito in tropischen beziehungsweise subtropischen Klimazonen, breitete sich in den vergangenen Jahren jedoch auf der ganzen Welt dramatisch aus. Bislang handelt es sich bei den Sichtungen in Baden-Württemberg meist um Einzeltiere, doch Experten sind alarmiert.

Aus diesem Grund setzen Mitarbeiter der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (KABS) im Grenzgebiet von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg jedes Jahr Hundertausende Asiatische Tigermücken selbst aus. Was zunächst unlogisch klingt, folgt einem ausgeklügelten Plan, den sich die Mückenjäger ausgedacht haben. Die Insekten werden nämlich im Vorfeld mithilfe von Gammastrahlen sterilisiert.

„Jede Woche setzen wir etwa 34.000 sterilisierte Männchen aus, bei 15 bis 20 Freilassungen macht das über 600.000,“ wird ein Sprecher der KABS von der Deutschen Presseagentur zitiert. Der Biologe erklärt, dass diese hohe Anzahl nötig sei, weil sich die Asiatische Tigermücke so schnell vermehre. Das Verfahren sei jedoch sehr aufwändig. Die in der Nähe von Bologna in Italien massenvermehrten männlichen Moskitos müssen über Nacht per Kurierdienst nach Speyer gebracht werden.

Radioaktive Strahlen machen tödlichstes Tier der Welt unfruchtbar

Der heimtückische Kniff bei dem Verfahren: Die sterilisierten Männchen „befruchten nach dem Aussetzen zwar Weibchen, aber die Nachkommen sind nicht lebensfähig», erklärt der KABS-Sprecher. Die Weibchen der Asiatischen Tigermücke, die in der freien Natur leben, werden durch die Paarung mit den Männchen selbst sterilisiert - und zwar bis an ihr Lebensende.

Durch die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg spürt derzeit auch die Bevölkerung im Südwesten die gravierenden Folgen einer durch Viren verursachten Pandemie. Die Lungenkrankheit hatte sich Anfang des Jahres innerhalb kürzester Zeit im Ländle ausgebreitet. Nach aktuellem Wissensstand der WHO wird Covid-19 jedoch nicht über Moskitos und im Speziellen die Asiatische Tigermücke übertragen.

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