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Nikolaus statt Knöllchen: Wer anständig parkt, erhält von der Stadt eine „süße Belohnung“

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Von: Julia Hawener

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Wer in der baden-württembergischen Kleinstadt Gammertingen (Kreis Sigmaringen) die Parkscheibe richtig benutzt, wird am Nikolaustag belohnt. Die Politessen verteilen Schoko-Nikoläuse.

Gammertingen – Gewisse Dinge sollten in jedem Auto griffbereit sein, um unnötige Geldstrafen zu vermeiden. Dazu gehört unter anderem auch eine Parkscheibe, denn mit ihr können Autofahrer auf speziell ausgewiesenen Parkplätzen kostenfrei parken. Wer jedoch ohne die besagte Scheibe parkt – oder diese falsch einstellt – muss mit einem Strafzettel rechnen. Auch in der Stadt Gammertingen (Kreis Sigmaringen) in Baden-Württemberg verteilt das Ordnungsamt Strafzettel für Parksünder. Doch zum diesjährigen Nikolaustag haben die städtischen Politessen dort zusätzlich noch eine andere – deutlich erfreulichere – Aufgabe. „Es muss nicht immer ein Knöllchen sein“, sagt die Stadtverwaltung.

Um sich bei jenen Autofahrern zu bedanken, die die Parkscheibe richtig benutzen, verteilen die städtischen Politessen am 6. Dezember in der Innenstadt „süße Belohnungen“. An den Windschutzscheiben der Autos hinterlassen sie laut Stadtverwaltung ein grünes Flugblatt mit einem kleinen Schoko-Nikolaus. Zum einen soll dies ein Dankeschön sein, zum anderen „ein süßes Zeichen der Anerkennung“ für alle, die sich an die vorgegebenen Parkregeln in der Stadt halten.

nikolaus auf flyer
Einen grünen Flyer mit einem Schoko-Nikolaus gibt es am Nikolaustag in der baden-württembergischen Stadt Gammertingen für alle, die ordnungsgemäß parken. © Stadt Gammertingen

Stadt Gammertingen verteilt Schoko-Nikoläuse an parkenden Autos

Wer in Gammertingen in den schokoladigen Genuss kommen will, muss also die Parkscheibe richtig benutzen. Dazu gehört allerdings nicht nur, dass überhaupt an die blau-weiße Karte gedacht wird. Sie muss auch richtig eingestellt sein – laut dem ADAC nämlich immer auf die nächste halbe Stunde nach der Ankunft. Wird das Fahrzeug also etwa um 16.40 Uhr geparkt, muss die Parkscheibe auf 17 Uhr gestellt werden. Bei falsch eingestellten Parkscheiben drohen genauso hohe Strafen wie beim Vergessen der Plastikkarte, also bis zu 40 Euro. Erst vor kurzem gab es in der Nähe von München sogar einen Fall, bei dem ein Autofahrer ein Knöllchen bekommen hat, obwohl er sich an alle vorgegeben Regeln gehalten hat. Der Grund: Das Ziffernblatt hatte einen Druckfehler.

Die schokoladigen Belohnungen, die am Nikolaustag in der Kleinstadt im Kreis Sigmaringen verteilt werden, sollen zum einen nochmal auf die bestehende Parkscheibenpflicht aufmerksam machen. Gleichzeitig sind sie auch Werbung für die lokalen Geschäfte. Auf der Rückseite des grünen Flyers wirbt die Stadt Gammertingen damit, dass vor Ort sowohl die täglichen Einkäufe als auch das Shopping für Weihnachtsgeschenke „lokal, entspannt und stressfrei“ erledigt werden kann. „Es muss nicht immer der Einkauf im Internet oder der stressige Einkaufstag in den umliegenden Mittel- und Oberzentren sein“, sagt die Stadtverwaltung.

Weihnachtsgruß statt Strafzettel: Andere Städte drücken zur Weihnachtszeit ein Auge zu

Gammertingen ist nicht die einzige Stadt im Südwesten, die Autofahrern zur Weihnachtszeit etwas schenkt. So drückt etwa die baden-württembergische Kleinstadt Aichtal (Kreis Esslingen) bei abgestellten Autos ohne Parkscheibe ein Auge zu. Statt Strafzettel samt Verwarnungsgeld bekommen Parksünder dort vom 6. bis zum 26. Dezember 2022 eine Ermahnung, verbunden mit einem Weihnachtsgruß und eine kostenlose Parkscheibe an die Windschutzscheibe geklemmt.

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