Mehr als 1.500 wütende Reaktionen

„Die Logik eines Kindes“- SPD-Chefin Saskia Esken blamiert sich auf Twitter

SPD-Parteichefin Saskia Esken während einer Pressekonferenz in Berlin.
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SPD-Parteichefin Saskia Esken während einer Pressekonferenz in Berlin.
  • Marleen van de Camp
    vonMarleen van de Camp
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Die in Stuttgart geborene SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken blamierte sich mit einer Aussage zu Politikergehältern auf Twitter.

  • Die in Stuttgart geborene Politikerin Saskia Esken ist seit Dezember Teil der SPD-Doppelspitze.
  • Die SPD-Parteivorsitzende blamierte sich auf Twitter mit einer Aussage über das Gehalt ihrer Vorgängerin Andrea Nahles.
  • Kritiker werfen ihr vor, durch Aussagen wie diese die Stammwähler der SPD zu vertreiben.

Stuttgart/Berlin - Seit Dezember ist die in Stuttgart geborene Politikerin Saskia Esken (58) neben Norbert Walter-Borjans Teil der SPD-Doppelspitze. Wie die meisten Politiker hat auch SPD-Chefin Esken einen Twitter-Account, über den sie direkt mit ihren Followern kommuniziert. In diesem Fall wäre es vielleicht besser gewesen, sie hätte ein PR-Team twittern lassen. Denn die SPD-Parteivorsitzende bekam auf ihren Tweet zum Gehalt ihrer Vorgängerin im Parteivorsitz - Andrea Nahles – mehr als 1.500 Antworten von empörten Menschen.

Dem Twitter-Debakel war die Nachricht vorhergegangen, dass Andrea Nahles zum 1. August Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation werden soll – einer Unterbehörde des SPD-geführten Bundesfinanzministeriums. Gehalt: 150.000 Euro im Jahr, wie unter anderem die Tagesschau berichtete. Ein Twitter-Nutzer namens Michael Johansen bat die neue SPD-Chefin Saskia Esken um eine Stellungnahme dazu. Er twitterte an die Politikerin aus Stuttgart, die Frage nach der Rechtfertigung dieser Summe sei für ihn interessant, da er im Einzelhandel arbeite und so einen Teil der Diäten, also des Geldes, das Abgeordnete für ihre Arbeit erhalten, finanziere. Vor allem der Einzelhandel leidet unter den Auswirkungen des Coronavirus in Baden-Württemberg. Innenstädten droht wegen der Covid-19-Pandemie ein großes Aussterben.

SPD-Chefin Saskia Esken aus Stuttgart arbeitet laut Twitter-Usern erfolgreich am Projekt „5 Prozent“

Die Aussage, dass ein Mitarbeiter im Einzelhandel das Gehalt von Politikern finanziert, wollte Saskia Esken nicht so stehen lassen und antwortete auf Twitter: „Und ich zahle daraus nicht nur Steuern, ich kaufe davon auch jeden Tag ein. Wer finanziert jetzt wen?“ Die in Stuttgart geborene SPD-Chefin bewies damit, dass sie von der deutschen Volkswirtschaft nicht viel Ahnung hat. Denn wer im Bundestag sitzt, erwirtschaftet selbst gar nichts. Deshalb erhalten die Abgeordneten eine sogenannte finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.083,47 Euro im Monat, die aus Steuergeldern finanziert wird.

Die SPD-Politikerin aus Stuttgart bekam mehr als 1.500 Antworten auf ihren Tweet. Michael Johansen selbst empfahl Saskia Esken einen VWL-Grundkurs. Andere Twitter-Nutzer schrieben, Esken habe die „Logik eines Kindes“ oder hofften aufgrund der „infantilen Ansicht“, dass ein Praktikant für die SPD-Chefin twittert. Jemand schrieb auf Twitter, die SPD-Parteivorsitzende habe gerade einen weiteren Beitrag zum „Projekt 5 Prozent“ geleistet. Damit spielte er darauf an, dass die „ArbeiterparteiSPD durch Aussagen wie diese ihre Stammwähler vertreiben, deshalb irgendwann an der 5-Prozent-Hürde scheitern und nicht mehr im Bundestag vertreten sein könnte.

Ein Twitter-Nutzer aus Fellbach bei Stuttgart erhielt keine Kritik, sondern unerwartet hohen Zuspruch und Unterstützung. Er rief über das Netzwerk zur Mithilfe auf, seinen vermissten Bruder zu finden. Die Polizei Aalen griff den Jungen am Donnerstagmittag auf, nicht zuletzt durch die Unterstützung der Bevölkerung.

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