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SPD-Chef Stoch fordert Sexkaufverbot

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SPD-Chef Andreas Stoch
Der baden-württembergische SPD-Chef Andreas Stoch gibt ein Interview. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Der baden-württembergische SPD-Chef Andreas Stoch fordert ein Sexkaufverbot, das die Bezahlung für sexuelle Dienstleistungen unter Strafe stellt.

Heidelberg (dpa/lsw) - Der baden-württembergische SPD-Chef Andreas Stoch fordert ein Sexkaufverbot nach dem sogenannten «Nordischen Modell», das die Bezahlung für sexuelle Dienstleistungen unter Strafe stellt. «Wir sehen heute, dass die Idee, die hinter der Liberalisierung steckte, nicht funktioniert», sagte Stoch der «Rhein-Neckar-Zeitung» (Mittwoch). Deutschland gelte heute europaweit als einer der «Hotspots», was das Thema Prostitution angeht.

«Die meisten Frauen, die in diesem Gewerbe tätig sind, werden aus ärmeren Ländern nach Deutschland gebracht, und dies oftmals unter Ausnutzung der wirtschaftlichen Zwangslage», in der sich diese Frauen befänden. «Wenn Polizei und Sicherheitsbehörden sagen, dass Deutschland zum zentralen Umschlagplatz in Europa für Menschenhandel geworden ist - dann ist das für mich kein Zustand, den wir akzeptieren sollten», zitiert das Blatt den SPD-Politiker. Da müsse man auch nicht den bis 2025 angesetzten Evaluierungszeitraum ausschöpfen, den das 2017 reformierte Prostituiertenschutzgesetz vorsehe.

Mit Blick auf die Debatte um den Ballermann-Hit «Layla», der von einer «Puffmutter» handelt, sagte Stoch der Zeitung: «Ich würde nicht unterstellen, dass die Leute, die fröhlich zu diesem Lied singen oder klatschen, automatisch Befürworter der Prostitution sind.» Er selbst distanzierte sich deutlich von diesem «Mitgröl-Song». Er halte ihn musikalisch für «einfältig» und die Textzeilen für «sexistisch». «Aber grundsätzlich muss eine Gesellschaft auch schlechte Musik und schlechte Texte ertragen.»

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