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Sophie Passmann erntet Shitstorm - ausgerechnet Julian Reichelt stellt sich hinter sie

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Von: Sina Alonso Garcia

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Sophie Passmann bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2021 im Tanzbrunnen. Köln, 16.09.2021 *** Sophie Passman
Sophie Passmann ist eine bekannte Netzfeministin und Autorin. Das Foto zeigt sie bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises in Köln 2021. © Christoph Hardt/Imago

Die deutsche Autorin Sophie Passman ist in Baden-Württemberg aufgewachsen. Aktuell steht sie im Zentrum eines Shitstorms auf Twitter - aber warum eigentlich?

Freiburg/Köln - Sie ist Feministin, Autorin und Comedian und wirkt seit Neuestem sogar in einer Amazon-Prime-Serie mit: Die 28-jährige Sophie Passmann ist in aller Munde und traf erst zuletzt mit ihrem Bestseller „Alte weiße Männer“ (2019) einen Nerv der Zeit. Aufgewachsen ist Passman in Ettenheim in Baden-Württemberg. Auch im Studium ist sie dem Ländle treu geblieben - und studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Nun lebt Passmann in Köln. Seit dem Wochenende trendet ihr Name auf Twitter. Aber warum eigentlich?

Hintergrund für die Twitter-Debatte um Sophie Passmann ist ein Interview, das sie kürzlich dem Blog des Magazins annabelle gab. Darin spricht sie über „politisches Instagram, überflüssige Repräsentation, Feuilletonboys und Eitelkeit“, wie sie selbst auf Twitter schreibt. Kontrovers diskutiert wird seither ein Absatz des Gesprächs, in dem Passmann über das Thema Repräsentation spricht. Ihre Meinung dazu: „Wenn Redaktionen im Namen des Antirassismus eine Schwarze Frau zum vermeintlichen Sprachrohr von rassistischen Erfahrungen machen, führt das dazu, dass wieder nur ein Standard reproduziert wird: Wer spricht am lautesten, am funkiesten in ein Interview-Mikro hinein? Ohne dabei irgendwas gegen Rassismus getan zu haben.“

Sophie Passmann: Twitter beschimpft sie als „privilegierte, weiße Pick-Me-Feministin“

Passmann geht noch einen Schritt weiter: Wie sie betont, halte sie es für falsch, wenn „eine Einzelperson als Angehörige einer identitätspolitischen Gruppe etwas darstellt, für das sie ungefragt die ganze Identitätsgruppe in Mithaft nimmt“. Und das nur, weil sie sage: So sind wir. Das sind unsere Erfahrungen. „Da ist meiner Meinung nach der Erkenntniswert gleich null“, sagt Passmann. Würden Personen stattdessen bewusst über ihre einzelnen Erfahrungen sprechen, sei das etwas anderes, da sie nicht direkt eine ganze Gruppe repräsentieren wollten.

Mit ihren Aussagen hat Passmann eine enorme Twitter-Lawine ins Rollen gebracht. Ein Großteil der Community ist alles andere als erfreut über die Aussagen der „privilegierten, weißen Pick-Me-Feministin“, wie sie nun auf der Plattform genannt wird. „Mit Begriffen von Schwarzen Aktivistinnen Geld und Fame einheimsen und dann gegen Schwarze Aktivistinnen wettern. Funky, aber hat trotzdem keinen Soul“, schreibt ein Twitter-Nutzer. Ein anderer bekundet, für ihn sei Passmann „der Inbegriff von weißem, privilegierten Salonfeminismus, der sich an intersektionellen Feminismus von BIPOC (Blacks, Indigenous and People of Color, Anm. d. Red.) bedient und dementsprechend von (alten) weißen Männern gepusht wird“.

Sophie Passmann: Zuspruch kommt ausgerechnet von Julian Reichelt und Ulf Poschardt

Neben geballter Kritik gab es auf Twitter mitunter auch Zustimmung für Sophie Passmann. Diese allerdings mitunter ausgerechnet vom ehemaligen BILD-Chef Julian Reichelt, der bekanntlich nicht viel von der „woken“ Szene hält. Reichelt twitterte: „Dass Sophie Passmann zum ersten Mal in ihrem Leben etwas wirklich Kluges gesagt hat, erkennt man daran, wie ihre eigene Bubble jetzt auf sie losgeht und sie zerfleischt.“ Auch Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt, der bei Links-Twitter immer wieder aneckt, bezog Stellung und schrieb: „I <3 (Herzsymbol) Sophie Passmann“. Passmann scheint den Wirbel um ihre Person bislang recht gelassen hinzunehmen - zumindest erweckt sie nach außen hin den Anschein. „Bisher alles absolut cool und normal“, schreibt sie auf Twitter - vermutlich steckt in der Aussage aber mehr Ironie, als sie zugeben möchte.

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