Schnelltest wird hinfällig

Privilegien für Geimpfte: Freies Einkaufen in Tübingen ist jetzt möglich

Eine Frau läuft mit Einkaufstüten durch die Tübinger Altstadt.
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Für Geimpfte ist in Tübingen fürs Shoppen jetzt kein Schnelltest mehr nötig.
  • Sina Alonso Garcia
    vonSina Alonso Garcia
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Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, darf in Tübingen ab sofort ohne Schnelltest einkaufen gehen. Es reicht, seinen Impfausweis zu zeigen.

Tübingen - Zwischenzeitlich hatte das Gesundheitsministerium mit dem Abbruch des Tübinger Modellprojekts gedroht, denn die Lage rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg ist weiterhin ernst. Mittlerweile hat das Land Baden-Württemberg jedoch die Erlaubnis zur Fortführung des Projekts erteilt. Zudem dürfen sich Geimpfte ab sofort über Lockerungen in Tübingen freuen. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) genügt es nun, wenn Geimpfte fürs Shoppen in der Universitätsstadt ab sofort ihren Impfausweis vorzeigen. Sie müssen also nicht erst einen Corona-Test machen und somit ein Tagesticket erwerben.

Für Boris Palmer ist die Gleichstellung der Geimpften mit den Getesteten ein wichtiger Schritt: „Eine Impfung bietet einen höheren Schutz gegen die Weitergabe der Infektion als ein Schnelltest.“ Um das Tübinger Modellprojekt fortführen zu können, sei es entscheidend, die Geimpften einzubeziehen, damit der Handel eine ausreichende Zahl von Kunden bedienen könne. Als geimpft gelten alle, die eine seit mindestens 14 Tagen abgeschlossene Impfung - mit in der Regel zwei Impfgaben - nachweisen können.

Tübinger Modellprojekt: Droht mit „Bundesnotbremse“ der Abbruch? Palmer kämpft

Verlängert wurde das Tübinger Modellprojekt „Öffnen mit Sicherheit“ über den 18. April hinaus zunächst unter der Prämisse, dass die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht über 100 liegen darf. „Spätestens mit der Notbremse des Bundes, wie sie derzeit vorgesehen ist, müsste das Projekt eigentlich abgebrochen werden“, sagte eine Sprecherin des baden-württembergischen Sozialministeriums am Dienstag. Palmer kämpft jedoch weiter für sein Projekt.

In einer Videokonferenz des Städtetags mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Palmer noch einmal stark dafür geworben, den Versuch weiterlaufen zu lassen. Immer wieder hatte die Stadt Tübingen die Regeln für das Projekt angepasst. Beispielsweise vergibt die Stadt aktuell keine Coronatests mehr an Auswärtige, weil Tübingen zeitweise von Touristen überrannt wurde.

Tübinger Modellprojekt: Boris Palmer hofft auf FDP im Bundestag - „Schließung unserer Stadt abwenden“

Wie Boris Palmer auf Facebook mitteilte, habe die FDP im Bundestag beantragt, Modellversuche unter strengen Bedingungen weiterzuführen. „Wenn dieser Antrag angenommen würde, wäre allein die Tübinger Inzidenz entscheidend“, so Palmer. „Dann hätten wir es selbst in der Hand, die Schließung unserer Stadt abzuwenden.“

Palmer hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Tübingen (aktuell 182,8) von der Inzidenz in der Stadt Tübingen (aktuell 86,3) zu unterscheiden sei. Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg konnte Tübingen durch sein Modellprojekt Händlern Perspektiven bieten und hat auch bundesweit für viel Aufsehen gesorgt.

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