Skelette vom Bodensee

Fund am Bodensee: Knochenfunde deuten auf widerwärtige Praxis bei Frauenkörpern hin

Forscher fanden in Allensbach insgesamt elf gut erhaltene Skelette. Historiker beschäftigten sich mit den Schicksalen der Hingerichteten.
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Skelette vom Bodensee: Forscher berichten von grausamen Hinrichtungen.
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Im Kreis Konstanz fanden Forscher bei einer Voruntersuchung für den Ausbau einer Bundesstraße mehrere Skelette. Historiker und Anthropologen beschäftigten sich mit den Skeletten vom Bodensee und offenbaren grausame Details.

  • In Allensbach (Kreis Konstanz) unweit vom Bodensee fanden Forscher die Skelette von mindestens sechs Menschen. Sie entdeckten außerdem die Überreste eines Galgens.
  • Historiker und Anthropologen beschäftigten sich mit den Skeletten vom Bodensee. Sie erzählen grausame Details über die Hinrichtungen.
  • In der Zwischenzeit fanden die Forscher weitere Skelette bei Allensbach. Insgesamt gruben sie elf nahezu vollständig erhaltene Skelette aus.

Kreis Konstanz - Bei Voruntersuchungen für den Ausbau einer Bundesstraße fanden Forscher mindestens sechs Skelette. Neben den Skeletten vom Bodensee fanden sie in Allensbach (Kreis Konstanz) auch die Überreste eines Galgens. Auch ein Anthropologe des Amts für Denkmalpflege in der Landeshauptstadt Stuttgart machte Angaben zu den Skelettfunden.

Inzwischen sind weitere Details bekannt. Die Archäologen bargen nach Angaben des Südkurier insgesamt elf weitgehend vollständige Skelette. Nach der Einschätzung von Kreisarchäologe Jürgen Hald seien mindestens vier der Funde Frauen gewesen. Es seien aber vermutlich deutlich mehr Menschen an dem Fundort am Bodensee gestorben. Historiker beschäftigten sich mit den Schicksalen der Hingerichteten und entdeckten grausame Details.

Skelette vom Bodensee: Historiker beschreiben schreckliche Hinrichtungen

Nach Angaben des Südkurier berichten die Historiker von schrecklichen Hinrichtungen. Eine Frau sei vermutlich erhängt worden, eine andere wurde enthauptet. Die Skelette vom Bodensee lagen teilweise übereinander in der Nähe des gefundenen Galgens. Laut Schätzungen sei der Galgen mindestens 3,5 Meter hoch gewesen. Die Forscher fanden im Kreis Konstanz verstreute einzelne Knochen, die zu mehreren Individuen gehörten.

Das seien vermutlich Gehängte gewesen, die so lange am Galgen hingen, bis die Körper verfault waren und der Kopf sich vom Körper löste, sagte Hald laut Angaben des Südkurier. Zudem fanden die Experten elf Brandgruben voller verkohlter Knochen. Hald schätzt, dass an diesem Ort zwischen 25 und 30 Menschen ihr gewaltsames Ende fanden.

Skelette vom Bodensee: „Das war der grausamste Fall"

Laut Hald sei bei einem Männerskelett erkennbar, dass der Mann gerädert worden sei. Bei dieser besonders grausamen Hinrichtungsart brach der Henker dem Angeklagten zunächst die Knochen, angefangen bei den Beinen. Mit gebrochenen Gliedmaßen spannte man ihn dann in ein Rad ein.

Das Männerskelett vom Bodensee sei anschließend enthauptet worden. Man habe seinen Kopf danach auf einen Pfahl gespießt, um ihn zur Schau zu stellen. „Das war der grausamste Fall“, sagte Hald laut dem Südkurier. Diese Form der Hinrichtung gab es bei besonders schweren Straftaten wie mehrfachen Mord. Auch bei weiteren männlichen Skeletten sei der Schädel an falscher Stelle gefunden worden. Man könne jedoch nur bei zwei Funden sicher von einer Enthauptung ausgehen.

Der Kopf der Gehängten könne auch erst nach dem Tod abgeschlagen worden sein, berichtet der Südkurier. Diese Praxis war weit verbreitet, um Wiedergänger zu vermeiden. Der Mythos besagt, dass die „Wiedergänger" nach ihrem Tod als körperliche Erscheinung in die Welt der Lebenden zurückkehren, um ein erlittenes Unrecht zu rächen. Vier der Skelette vom Bodensee fanden die Forscher nach Angabe des Südkurier in Bauchlage. Laut dem Aberglauben solle so gewährleistet sein, dass sich der Wiedergänger statt nach oben nur tiefer in die Erde grabe.

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