Krebserregender Stoff

Skandal um Verseuchung in Baden-Württemberg hat noch größere Ausmaße, als gedacht

Ein Weizenfeld.
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Im Landkreis Raststatt sind Ackerflächen mit PFC verunreinigt.

Etwa zwölf Prozent der Ackerflächen im Raum Raststatt sind mit einer Chemikalie verunreinigt, die im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Rastatt (dpa/lsw) - Nach neuen Untersuchungen gelten 30 weitere Hektar Ackerfläche im Landkreis Rastatt als mit PFC verunreinigt. Die per- und polyfluorierte Chemikalien sind gesundheitsschädlich. Nach den Erhebungen aus dem Frühjahr werden rund zwölf Prozent der 10 162 Hektar Ackerland in Mittelbaden als mit PFC verunreinigt eingestuft, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. In der Stadt Baden-Baden seien aktuell keine weiteren Flächen untersucht worden.

Der Umweltskandal um PFC in Mittelbaden geht auf einen Kompostunternehmer zurück, der bis Ende 2008 PFC-verseuchten Kompost auf Felder vor allem in Baden-Baden und dem Kreis Rastatt gebracht haben soll. Die Schadstoffe gelangten später auch ins Grundwasser. Brunnen wurden geschlossen, bis heute laufen Prozesse. PFC sind in der Natur kaum abbaubar. Im Zusammenhang mit dem Skandal hatten sich Anfang Juni auch 17 mittelbadische Kommunen an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gewandt und um Hilfe gebeten.

Erst am Montag hatte der Betriebsausschuss des Kreistages zwar für weitere Untersuchungen zur geplanten Erweiterung der Deponie in Gaggenau-Oberweier gestimmt. Als Standort für Erdaushub, der mit PFC-Stoffen belastet ist, soll sie aber nicht mehr in Betracht kommen. Einen endgültigen Beschluss fasst der Kreistag am 27. Juli.

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