Stuttgart machte den Anfang

Silvester-Schock: Feuerwerks-Verbot in Deutschland – so kann trotzdem geböllert werden

Silvester 2020: Die erste Stadt in Baden-Württemberg erlässt ein Feuerwerksverbot innerhalb der City. Werden weitere Städte jetzt nachziehen? 

Update vom 25. November: Was Stuttgart bereits längst entschieden hat, wird nun auch bundesweit zur Regel: Laut ersten Berichten haben sich die Länderchefs beim Corona-Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel für Silvester 2020 auf ein Feuerwerk-Verbot auf belebten Plätzen und Straßen geeinigt. An welchen Stellen das Verbot im Detail gelten wird, müssen die Länder zu Silvester selbst entscheiden. Bestätigt wurde offenbar außerdem, dass es kein generelles Verlaufsverbot von Böllern geben soll. Es ist also erlaubt zu Hause Feuerwerksraketen starten zu lassen. Hier gibt es einen Überblick über die weiteren Corona-Regeln im Dezember.*

Silvester-Schock: Stuttgart verbietet Feuerwerk – ziehen jetzt alle anderen nach?

Erstmeldung vom 21. November: Wie in diesem Jahr Silvester gefeiert werden wird, ist in vielen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg* derzeit noch völlig ungewiss. Angesichts weiter ansteigender Infektionen mit dem Coronavirus*, rechnen viele bereits damit, dass die Lockdown-Phase sogar noch bis zum Jahreswechsel verlängert werden könnte. Wegen der Rekord-Zahlen an Neuinfektionen ist derzeit an Silvester-Partys in geschlossenen Räumen nicht zu denken. Und auch öffentliche Versammlungen unter freien Himmel, könnten 2020 wesentlich kleiner oder sogar ganz ausfallen.

Wie HEIDELBERG24* berichtet, wollen sich die großen Supermarkt- und Discounterketten derzeit noch nicht festlegen, ob sie den Verkauf von Feuerwerk zu Silvester einstellen. Doch vielleicht wird ihnen schon bald nichts anderes übrig bleiben, denn die Landeshauptstadt Stuttgart* hat bereits ein Feuerwerksverbot erlassen. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) warnt eindringlich vor den Folgen eines generellen Verkaufsverbots im Corona-Jahr: Wird es nie wieder Feuerwerk zu Silvester in Deutschland gegeben?*

StadtStuttgart
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner634.830 (2019)
OberbürgermeisterFritz Kuhn (Grüne)

Baden-Württemberg: Feuerwerks- und Alkoholverbot für Silvester 2020 in Stuttgart

Der Verwaltungsstab Stuttgart hat ein Alkohol- und Pyroverbot für bestimmte Straßen und Plätze an Silvester beschlossen. Das Feuerwerksverbot gilt vom 31. Dezember 2020/19 Uhr bis 1. Januar 2021/2 Uhr.

Das Feuerwerks‐ und Alkoholkonsumverbot gilt innerhalb folgender Bereiche:

  • Innenstadtbereich innerhalb des Cityrings, welcher durch folgende Straßen, Wege und Plätze umschlossen wird: Arnulf‐Klett‐Platz (einschließlich Klett‐Passage unterirdisch), Friedrichstraße, Theodor‐Heuss‐ Straße, Rotebühlplatz (einschließlich City Plaza und Rotebühlpassage unterirdisch), Paulinenstraße, Rupert‐Mayer‐Platz, Vorplatz der Kirche St. Maria, Feinstraße, Österreichischer Platz, Hauptstätter Straße, Charlottenplatz (einschließlich Charlotten‐Passage unterirdisch), Konrad‐ Adenauer‐Straße, Gebhard‐Müller‐Platz, Schillerstraße
  • Mittlerer und Unterer Schlossgarten
  • Wilhelmsplatz (Stuttgart‐Mitte)
  • Feuersee (Anlage einschließlich der umgrenzenden Straßen Feuerseeplatz, Gutenbergstraße und Rotebühlstraße)
  • Weißenburgpark
  • Marienplatz
  • Erwin‐Schoettle‐Platz
  • Karlshöhe
  • Bismarckplatz
  • Berliner Platz einschließlich Bosch‐Areal – Stadtgarten
  • Pariser Platz
  • Mailänder Platz
  • Höhenpark Killesberg
  • Parkanlage Villa Berg
  • Wilhelmsplatz (Stuttgart‐Bad Cannstatt)
  • Bahnhofsvorplatz (Stuttgart‐Bad Cannstatt zwischen Bahnhofstraße und Bahnhofsgebäude)
  • Kurpark (Stuttgart‐Bad Cannstatt)

Zudem weist die Stadt Stuttgart die Bürger*innen auf die Regelungen der aktuellen Corona‐Verordnung des Landes Baden-Württemberg* hin, wonach Ansammlungen im öffentlichen Raum auch an Silvester verboten sind und in Fußgängerzonen eine Mund‐Nase‐Bedeckungen getragen werden muss.

Baden-Württemberg: Stuttgart erlässt Feuerwerksverbot für Silvester 2020 – OB appelliert an Bürger*innen

Oberbürgermeister Fritz Kuhn verteidigt das beschlossene Feuerwerks- und Alkohlverbot und appelliert an die Menschen in Stuttgart: „Wir alle wollen das neue Jahr nicht mit einer neuen Infektionswelle starten und wünschen uns, dass 2021 weniger belastend wird als 2020. Dazu kann jeder seinen Teil beitragen, indem er sich zurücknimmt.“

Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz fügt dem noch hinzu, dass die Polizei „vor allem in der City, aber auch an sonstigen Hotspots präsent sein und Verstöße konsequent ahnden“ wird.

Nach Feuerwerksverbot in Stuttgart - beschließen Bund und Länder beim Corona-Gipfel ein allgemeines Verbot?

Vor dem geplanten Gipfel von Bund und Ländern zu neuen Corona-Regeln im Dezember und Januar haben sich die Ministerpräsidenten am Montagabend (23. November) auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Nachdem es erst hieß, dass Böllern an Silvester komplett verboten wird, soll das Feuerwerk an Silvester nun doch erlaubt werden. In einigen Gebieten in ganz Deutschland soll es jedoch ein Feuerwerksverbot geben. Was damit genau gemeint ist, ist noch unklar. Details sollen die örtlichen Behörden abstimmen. Alle Entwicklungen des Corona-Gipfels bezüglich Silvester kannst du in unserem Silvester-Ticker nachlesen.

Silvester-Feuerwerk: Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot von Böllern

Geht es nach der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sollen Böller und Feuerwerk an Silvester 2020 nicht nur in Stuttgart, sondern in ganz Deutschland verboten werden. „Angesichts der aktuellen Corona Pandemie verschärft sich die Notwendigkeit und jedem muss klar sein: Es ist wichtiger denn je, dass wir alle vermeidbaren zusätzlichen Belastungen der Luftqualität unterlassen!“, heißt es im Statement der DUH.

Ein Schild weist am Eingang zum Schlossplatz in Stuttgart auf eine Feuerwerksfreie Zone hin (Archivbild).

Die Deutsche Umwelthilfe lobte erst kürzlich die Entscheidung der Niederlande, wo die Regierung für dieses Silvester ein generelles Feuerwerks-Verbot ausgesprochen hat. Mit dieser Entscheidung beabsichtigen die Behörden im europäischen Nachbarland das ohnehin stark geforderte Gesundheitssystem zu entlasten. Ärzte und Krankenpfleger sollen sich nicht auch noch um Menschen kümmern müssen, die durch Feuerwerkskörper und Böller verletzt werden. (PM/esk) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa

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