Kein Fischsterben beobachtet

100 Meter langer Schandfleck taucht in der Donau bei Sigmaringen auf - Spur führt zu einem Unternehmen

  • Valentin Betz
    vonValentin Betz
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In die Donau ist bei Sigmaringen aus bisher ungeklärten Gründen Altöl gelangt. Die Einsatzkräfte versuchten den Ölteppich mit Sperren und Bindemittel einzudämmen.

  • Am Mittwochabend ist Altöl in die Donau bei Sigmaringen gelangt, der Teppich war etwa 100 Meter lang.
  • Die Einsatzkräfte verhinderten mit Ölsperren und Bindemittel, dass sich das Altöl ausbreitet.
  • Bislang konnte weder ein Fischsterben, noch andere Schäden am Ökosystem der Donau festgestellt werden.

Sigmaringen - Die Donau ist neben der Wolga der zweitlängste Fluss in Europa und entspringt in Baden-Württemberg, in der Nähe von Donaueschingen. Unter anderem wegen des Ausbaus für die Schifffahrt zählt der WWF die Donau zu den zehn gefährdetsten Flüssen der Welt. Aber auch sonst entstehen oft Konflikte, wo der Mensch mit der Umwelt kollidiert. Nachdem in Baden-Württemberg wieder ein Wolf gesichtet wurde, diskutiert das Land über den richtigen Umgang mit dem Wildtier. Auch indirekt machen sich selbst in Stuttgart die Folgen menschlichen Handelns bemerkbar. Schon Mitte April herrschte in Baden-Württemberg erhöhte Waldbrandgefahr. Davon war selbst der Flughafen Stuttgart betroffen.

Am Mittwochabend ist in der Donau bei Sigmaringen ein etwa 100 Meter langer Ölteppich aufgetaucht. Einsatzkräfte haben direkt Maßnahmen eingeleitet, um eine Ausbreitung des Altöls zu verhindern. Die Polizei ermittelt noch die genau Ursache, hat aber bereits eine Vermutung.

Altöl in der Donau bei Sigmaringen: Spur führt zu einem nahe gelegenen Gewerbebetrieb

Damit sich das Altöl nicht weiter in der Donau ausbreitet, richtete die Feuerwehr gleich zwei Ölsperren ein und brachte schwimmfähiges Ölbindemittel aus, um das ausgelaufene Altöl leichter beseitigen zu können. Die Einsatzkräfte schätzen, dass etwa 20 Liter Altöl in die Donau gelangten. Das restliche Öl-Wasser-Gemisch wurde von der Feuerwehr abgepumpt.

Zunächst war unklar, wie das Öl in die Donau gelangen konnte. Die Einsatzkräfte vermuteten, dass das Altöl über einen Spülschacht in die Donau gelangt war, weil dort derzeit Baggerarbeiten durchgeführt würden. Die Polizei schaute sich daraufhin die Pläne der Kanalisation genauer an und kam so auf einen Überlaufschacht für Regenwasser, der zu einem nahegelegenen Gewerbebetrieb gehört. An dem Überlaufschacht hatte sich wohl der Schwimmer des Ölabscheiders gelöst - dadurch konnte das Altöl mit dem Regenwasser über die Kanalisation in die Donau gelangen.

Öl gelangt in die Donau bei Sigmaringen: Bislang keine Folgen für die Umwelt

Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage von BW24 berichtete, könne bei fließenden Gewässern nie ganz ausgeschlossen werden, dass Ölreste im Fluss verbleiben. Die Mengen seien aber bei dem Vorfall bei Sigmaringen so gering, dass von keinen Folgen für die Umwelt auszugehen sei. Ein Fischsterben wurde bislang nicht beobachtet. Dennoch müsse die Situation weiter beobachtet werden, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen.

Rubriklistenbild: © R. Hoheisel-Gruler/Twitter

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