Landgericht Tübingen

Sexueller Missbrauch - Urteil gegen Psychotherapeuten erwartet

Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht und Amtsgericht hängt vor dem Landgericht in Tübingen.
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Am Landgericht Tübingen wird am Freitag ein Urteil gegen einen 72-jährigen Psychotherapeuten erwartet, der eine Patientin sexuell missbraucht hat.

Zu Beginn des Prozesses hat er noch geschwiegen, dann aber die Taten eingeräumt. Im Prozess wegen sexuellen Missbrauchs gegen einen Psychotherapeuten will jetzt das Landgericht Tübingen urteilen.

Tübingen (dpa/lsw) - Im Missbrauchs-Prozess gegen einen 72 Jahre alten Psychotherapeuten am Landgericht Tübingen wird am Freitag (ab 9.00 Uhr) das Urteil erwartet. Der Angeklagte hatte in dem Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs einer Patientin die Taten weitgehend eingeräumt. Die Beweisaufnahme ist abgeschlossen.

Das mutmaßliche Opfer des Mannes, eine heute 30 Jahre alte Frau, gab zu Prozessbeginn an, mehrmals Geschlechtsverkehr mit dem heute 72-Jährigen gehabT zu haben. Im Alter von 17 Jahren habe sie bei ihm eine Therapie begonnen, weil sie nach der Scheidung der Eltern unter Depressionen gelitten habe. Sie habe Vertrauen zu ihm gehabt, er sei für sie ein «Ersatz-Daddy» gewesen.

Die eigentliche Therapie habe ihn später gar nicht mehr interessiert, berichtete die Frau. Erst Jahre später habe sie sich ihrer neuen Therapeutin offenbart. Die Staatsanwaltschaft erhob Ende Januar 2020 Anklage.

Der Mann soll laut Anklagebehörde während der Psychotherapie in 46 Fällen mit der Patientin bis kurz vor deren 21. Geburtstag sexuelle Handlungen bis hin zum Geschlechtsverkehr vorgenommen haben. Die Taten sollen zwischen Ende 2008 und 2013 in Oberreichenbach, Friedrichshafen und Lindau begangen worden sein. Die Anklage lautet auf sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses. Der Angeklagte sitzt nicht in Untersuchungshaft.

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