Innenminister unter Verdacht

Sex-Skandal bei Polizei: Strobl soll Dienstgeheimnisse verraten haben

Thomas Strobl
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Im Zusammenhang mit den Sex-Vorwürfen gegen einen hochrangigen Polizisten muss Innenminister Strobl in der Sondersitzung des Innenausschusses Rede und Antwort stehen.

Als wäre der Sex-Skandal eines hochrangigen Polizisten bei der Landespolizei nicht schon peinlich genug: Nun gibt es auch noch Ärger, weil das Ministerium ein Anwaltsschreiben an die Presse weitergereicht hat. Ungeheuerlich, schimpft die Opposition.

Stuttgart (dpa/lsw) - Im Zusammenhang mit den Sex-Vorwürfen gegen einen hochrangigen Polizisten muss Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch (08.00) in einer nicht-öffentlichen Sondersitzung des Innenausschusses Rede und Antwort stehen. Konkret geht es darum, dass sein Ministerium ein offizielles Schreiben des Anwalts des Polizisten an eine Zeitung weitergereicht hat. Die Opposition wirft Strobl die Weitergabe von Dienstgeheimnissen an die Presse vor.

Worum geht es in dem Fall? Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit November wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung gegen einen führenden Polizisten Baden-Württembergs. Der Mann soll eine Hauptkommissarin in einem Videochat mit seinen Vorstellungen sexueller Praktiken belästigt haben.

Weil das Schreiben eines Rechtsanwalts des beschuldigten Polizisten an das Innenministerium an die Öffentlichkeit gelangte, wurde die Staatsanwaltschaft auch in der Sache aktiv. Das Innenministerium in Baden-Württemberg hatte daraufhin eingeräumt, das Schreiben «in Abstimmung mit der Hausspitze gegenüber einem einzelnen Journalisten» öffentlich gemacht zu haben.

In der Sitzung des Innenausschusses wollen Strobl und der Chef des Landeskriminalamts, Andreas Stenger, auch über erste Details zu den Ermittlungen zu dem Polizeieinsatz in Mannheim informieren, hieß es. Ein 47-jähriger Mann war am Montag nach einer Polizeikontrolle gestorben. Er soll sich gegen die Kontrolle gewehrt haben und war von den Beamten überwältigt worden. Er starb später im Krankenhaus. Was zu seinem Tod führte, ist bisher unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die beteiligten Beamten wegen Körperverletzung mit Todesfolge im Amt ein.

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