„Seniorenpfoten“

Verein aus Hausen vermittelt Tiere an Senioren

Seniorinnen und ein Hund auf einer Parkbank.
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Hunde sind treue Begleiter und für manche älteren Menschen auch Partnerersatz (Symbolbild).
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Haustiere können Senioren Halt und Lebensfreude geben. Viele haben jedoch Bedenken, sich im Alter noch ein Tier anzuschaffen. Ein Verein im Kreis Lörrach hat das Problem erkannt und vermittelt Tier-Patenschaften.

Hausen im Wiesental - Einsamkeit im Alter ist für viele Senioren ein großes Thema. Möglicherweise ist der Partner verstorben und die Kinder kommen immer seltener vorbei. Um nicht völlig alleine zu sein, wünschen sich viele ältere Menschen ein Haustier. Das Problem: Wer kümmert sich um das Tier, wenn man verstirbt? Eine Tierärztin aus Hausen im Wiesental (Landkreis Lörrach) hat das Dilemma erkannt und einen Verein gegründet, über den Senioren die Patenschaft für Tiere übernehmen können. Der Verein trägt die Verantwortung für die Versorgung der Tiere.

Die Idee zu „Seniorenpfoten“ kam Tierärztin Dagmar Engel, da sie jahrelang erlebt hatte, wie sehr ältere Menschen unter dem Verlust ihres Haustieres leiden. „Gerade bei älteren und alleinstehenden Menschen ist das Tier oft die einzige emotionale Beziehungsmöglichkeit“, beschreibt die Tierärztin auf ihrer Website. „Hund und Katze sind Familienmitglieder und manchmal auch Partnerersatz.“

Seniorenpfoten: Ältere Menschen halten die Tiere, der Verein übernimmt Arztbesuche und Co.

Wenn Dagmar Engel ein krankes Tier einschläfern musste, schlug sie immer wieder vor, dass sich die Hinterbliebenen ein älteres Tier aus dem Tierheim holen könnten, das nicht mehr vermittelbar ist. Doch die älteren Menschen lehnten das häufig ab. Zu groß war die Angst, sich irgendwann nicht mehr um das Tier kümmern zu können.

Der frisch gegründete Verein „Seniorenpfoten“ basiert auf der Idee, älteren Menschen Patenschaften für Tiere im Raum Lörrach, Rheinfelden, Weil und Wiesental zu vermitteln. „Dazu gehört, dass wir die medizinische Betreuung übernehmen und bei Krankheit oder Krankenhausaufenthalt der Betreuungsperson das Tier in der Wohnung versorgen und auch Gassi gehen oder in Kurzzeitpflege nehmen“, so der Verein. Wenn die Patenschaft endet, holt „Seniorenpfoten“ das Tier zurück und vermittelt es neu.

Seniorenpfoten: „Tier lebt bei den Senioren, solange sie wollen und können“

„Das Tier lebt bei den Senioren, solange sie wollen und können“, heißt es auf der Vereins-Website. Dabei ähnelt das Konzept einer Initiative in der Landeshauptstadt Stuttgart (BW24* berichtete): Die dort ansässigen „Silberpfoten“ helfen älteren Tierbesitzern, damit sie ihre geliebten Haustiere behalten können*.

Zwar gibt es ähnliche Initiativen wie die von Tierärztin Dagmar Engel. Sie glaubt jedoch, dass es ein Angebot wie ihres nicht noch einmal in Deutschland gibt, wie sie der Badischen Zeitung sagte. Sie habe einen Pool von Jungen Leuten, die bereit seien, im Falle eines Falles Gassi zu gehen, das Katzenklo zu säubern oder Futter einzukaufen. „Das hat ganz nebenbei den erfreulichen Effekt, dass Jung und Alt wieder zusammenkommen“, sagte Engel der Badischen Zeitung. „Alte Menschen können ihre teilweise spannenden Jugenderlebnisse weitergeben.“

Seniorenpfoten: So läuft die Vermittlung von Hunden und Katzen ab

Einen festen Pool an Tieren kann die Tierärztin laut der Badischen Zeitung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht anbieten. Sie gehe aber davon aus, dass die Tierheime jetzt, da das Coronavirus in Baden-Württemberg* auf dem Rückzug ist, mit einer Welle von zurückgegebenen Tieren überflutet werden. Gerne würde Dagmar Engel solche Hunde oder Katzen dann an interessierte Senioren vermitteln.

Der Ablauf soll dann folgendermaßen sein: Wer sich für die Patenschaft eines Tieres interessiert, fährt mit einem Vereinsmitglied zu einem Tierheim oder einer privaten Tierhilfe. Dort wird ein Tier ausgesucht. Eigentümer wird dann der Verein „Seniorenpfoten“, da die Tierheime häufig keine Tiere an alte Menschen abgeben. In einer Eingewöhnungsphase steht der Verein den Senioren zur Seite und gibt Ratschläge. Für Arztkosten und Co. erhebt der Verein zehn Euro pro Monat. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter der Telefonnummer 0173/7291058 oder unter www.seniorenpfoten.org. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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