Hundebesitzer mit dringender Warnung

Schwarzwald: Mehrere Hunde sterben qualvoll an Giftködern - „zerreißt mir das Herz“

Ein Hund sitzt auf einer Wiese.
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Im Schwarzwald wurden an mehreren Stellen Giftköder entdeckt, die für Hunde tödlich sein können (Symbolbild).
  • Julian Baumann
    VonJulian Baumann
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Im Schwarzwald müssen Hundebesitzer aktuell besonders auf ihre Vierbeiner aufpassen. Mehrere Hunde starben bereits durch Giftköder - die Polizei ist informiert.

Dornhan - Auch in Baden-Württemberg* gehören Hunde zu den beliebtesten Haustieren. Durch die anhaltende Krise aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg* wuchs die Zuneigung für die treuen Vierbeiner bei vielen Besitzern mit Sicherheit noch weiter an, da sie die Menschen vor der Einsamkeit bewahrten. Nicht immer werden die Tiere jedoch gut behandelt. Im Februar rettete die Polizei in Esslingen vier unterernährte Hunde aus viel zu kleinen Käfigen (BW24* berichtete).

Immer wieder kommt es jedoch auch im Südwesten zu perfiden Machenschaften von Menschen, die offenbar gezielt Hunden schaden wollen. Erst vor wenigen Wochen starben mehrere Hunde in Weingarten bei Karlsruhe qualvoll an Giftködern*. Betroffene Besitzer schlossen sich zusammen, teilten ihre Erlebnisse und warnten andere. Eine solche Warnung wurde nun auch in der Facebook-Gruppe „Schwarzes Brett Dornhan“ veröffentlicht. Demnach wurden an mehreren Orten in Marschalkenzimmern, einem Stadteil von Dornhan (Kreis Rottweil) im Schwarzwald Giftköder ausgelegt. Laut einem Kommentar sind bereits drei Hunde an dem Gift gestorben.

Giftköder im Schwarzwald: Besitzer wenden sich an Zeitung und Polizei

Bei dem Giftköder, der im Schwarzwald verstreut wurde, handelt es sich laut dem Facebook-Beitrag um Schneckenkorn. Dieses Ungeziefervernichtungsmittel wird normalerweise im Garten eingesetzt und soll gezielt Schnecken töten. Das Mittel ist jedoch auch für Hunde gefährlich oder gar tödlich, wie die aktuellen Fälle zeigen. „Es liegt Schneckenkorn auf folgenden Strecken bei Marschalkenzimmern“, heißt es in der Facebook-Warnung. „Gegenüber Gasthaus Löwen auf dem Gehweg bis Betonweg, Kastanienbaum Kreuzung Angel/Forstwald, am Forstwald entlang, Bauwagen bis Parkplatz Betonweg, Gasthaus Löwen bis 10 Tannen, von dort wieder nach Marschalkenzimmern.“

Aufgrund der Giftköder im Schwarzwald seien bereits mehrere Hunde gestorben, schreibt eine Userin auf Facebook. In der Gruppe regte sich Anteilnahme, die Hundebesitzer wollen gegen die unbekannten Täter vorgehen. „Vielleicht sollten wir an die Öffentlichkeit gehen“, schrieb eine Userin. „Polizei ist eingeschaltet“, vermeldete ein weiterer. „Ich habe gerade an den Schwabo geschrieben“, kommentiert eine weiter. Mit „Schwabo“ ist die Regionalzeitung Schwarzwälder Bote gemeint, die am gestrigen Donnerstag einen Artikel über die Vorfälle veröffentlichte.

Immer wieder Schneckenkorn im Schwarzwald - „auf jeden Fall grob fahrlässig“

Aufgrund der immer wieder in Marschalkenzimmern entdeckten Giftköder greifen Hundebesitzer zu Maßnahmen. „Es zerreißt mir das Herz mit meinen zwei so losgehen zu müssen“, schreibt eine Userin in der Gruppe „Schwarzes Brett Dornhan“ und fügte ein Bild zweier Hunde mit Maulkörben hinzu. „Aber besser so als tot.“ Eine weitere Hundebesitzerin aus der Region im Schwarzwald beschreibt gegenüber dem Schwarzwälder Bote ähnliche Zustände. „Das geht schon vier Wochen so. Ich laufe mit meinem Hund nur noch mit Maulkorb“, sagte sie.

Da das Schneckenkorn normalerweise auch in der Landwirtschaft verwendet wird, tippen einige User darauf, dass es sich bei dem unbekannten Täter um einen Bauer handelt, der einfach nur seine Ernte beschützen will. Dafür sei es jetzt jedoch die falsche Zeit, kommentieren andere. „Und ich denke auch nicht, dass es ein Bauer war. Der fährt nicht so viele Male.“

Eine Einnahme der kleinen blauen oder weißen Kügelchen kann bei Hunden zu einem qualvollen Tod führen, erklärte Jörg Hauser, der Amtsleiter des Veterinär- und Verbraucherschutzamtes auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten. „Die giftigen Stoffe machen sich schnell bemerkbar und greifen die Schleimhäute an. Sobald Symptome erkannt werden, sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Das Gift kann möglicherweise noch erbrochen werden.“ Wer in den genannten Gebieten im Schwarzwald Schneckenkorn entdeckt, kann das zum einen in der öffentlichen Facebook-Gruppe „Schwarzes Brett Dornham“ mitteilen oder sich im besten Fall direkt an die zuständige Polizei wenden. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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