Lehrermangel wegen Corona

Experten warnen vor Schulbeginn in Baden-Württemberg: Lage so düster wie nie

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    vonValentin Betz
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Mitte September enden die Sommerferien. Doch auf den Wiederbeginn des Unterrichts sind die Schulen schlecht vorbereitet. Das ergab eine Umfrage der Bildungsgewerkschaft GEW.

  • Die Bildungsgewerkschaft GEW sieht die Schulen schlecht gerüstet für den Unterricht unter Corona-Bedingungen.
  • Trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg* beginnt Mitte September das neue Schuljahr.
  • Besonders Digitalisierung und Personalmangel sind laut einer Umfrage der Gewerkschaft Problemstellen.

Stuttgart - In Baden-Württemberg beginnt Mitte September das neue Schuljahr, trotz Coronavirus in Baden-Württemberg. Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, gelten dann aber auch in Schulen Maßnahmen zum Infektionsschutz. Wie wichtig die Einhaltung von Maßnahmen ist, zeigte sich während der Urlaubszeit in den Sommerferien deutlich.

In Baden-Württemberg verdoppelten die Reiserückkehrer die Neu-Infektionen (BW24* berichtete). Zeitweise drohte deshalb in Stuttgart* und anderen Regionen Baden-Württembergs ein neuer Lockdown. In der urlaubsintensiven Zeit stieg auch die Zahl der jüngeren Infizierten. Abiturienten aus dem Kreis Göppingen schleppten das Coronavirus nach einem Partyurlaub in Kroatien ein.* Die Reiserückkehrer sind allerdings nicht der Hauptgrund, weshalb die Bildungsgewerkschaft GEW die Schulen in Baden-Württemberg schlecht gerüstet sieht für den Unterricht trotz des Coronavirus.

Unterricht trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Umfrage offenbart, wie schlecht Schulen vorbereitet sind

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wollte sich vor dem Start des neuen Schuljahres ein Bild von der Situation der Schulen machen. Dazu führte die Bildungsgewerkschaft zwei Umfragen durch. Zwischen Mitte Juli und Mitte August befragte die Gewerkschaft über 4.000 Lehrkräfte, wie sie die Lage trotz des Coronavirus in Baden-Württemberg einschätzen. Anfang September folgte die zweite Umfrage unter Schulleitungen aller Schularten in Baden-Württemberg mit 242 Teilnehmern.

Trotz Coronavirus in Baden-Württemberg: Schüler sollen an die Schulen zurückkehren.

Die Ergebnisse zeichnen ein sehr düsteres Bild der aktuellen Lage an den Schulen in Baden-Württemberg. 67 Prozent der befragten Lehrkräfte bewerteten die technischen Voraussetzungen an den Schulen als mittelmäßig bis sehr schlecht und bescheinigten dem Land hohen Nachholbedarf bei der Digitalisierung. Aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist es aber sehr gut möglich, dass der Präsenzunterricht durch digitale Lernangebote ergänzt werden muss.

Coronavirus in Baden-Württemberg verschärft ohnehin vorhandenen Lehrermangel noch weiter

Ein weiteres Problem, das auf die Schulen während des Unterrichts trotz Coronavirus in Baden-Württemberg zukommt, ist der große Personalmangel. Laut der GEW-Landesvorsitzenden Doro Moritz herrschte bereits vor der Corona-Pandemie grundsätzlich Lehrermangel in Baden-Württemberg. Weil viele Lehrer aber zur Corona-Risikogruppe gehören und daher nicht einsatzfähig sind, wird dieser Mangel noch weiter verschärft - derzeit fehlten laut Doro Moritz so viele Lehrkräfte wie noch nie in den Klassenzimmern.

Die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz fordert von der Landesregierung Baden-Württembergs deshalb, dass schnell ein Nachtragshaushalt beschlossen wird, damit die Schulen personell aufstocken können. In der Corona-Umfrage an die Lehrkräfte und Schulleitungen fragte die GEW unter anderem die Anzahl verfügbarer Leihgeräte wie Laptops oder Tablets für Schüler ab, aber auch, ob zusätzliches Reinigungspersonal zur Einhaltung der Hygienevorschriften eingestellt wurde. (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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