Bild- und Tonausfälle

Moodle-Desaster: Lernplattform treibt Eltern bereits am ersten Schultag zur Verzweiflung

Der Zwölfjährige Gymnasiast Julius löst am Laptop in seinem Zuhause seine Schulaufgaben, die ihm seine Lehrer für jeden Tag über den Schulserver geschickt haben.
+
Noch immer müssen Schüler per Laptop und Lernplattform am Unterricht teilnehmen.
  • Carolin Freytag
    vonCarolin Freytag
    schließen

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg können Schüler noch immer nicht zurück in die Klassenzimmer. Der digitale Schulstart per Moodle am Montag verlief allerdings holprig.

Stuttgart - Von Normalität weit und breit keine Spur: Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg ist auch im Schulalltag weiterhin Ausnahmezustand angesagt. Denn noch immer erlaubt die hohe Inzidenz im Bundesland bisher keinen flächendeckenden Präsenzunterricht. Die Schulen sind nach wie vor geschlossen, auch wenn sich Kultusministerin Susanne Eisenmann bereits Ende Dezember für Schulöffnungen ab dem 11. Januar ausgesprochen hatte. Man solle nicht nur auf Virologen hören, so die Kultusministerin damals.

Bisher ist sie mit ihrer Forderung allerdings nicht durchgedrungen. Schüler in Baden-Württemberg müssen weiterhin am Fernunterricht teilnehmen. Frühestens Ende Januar solle wieder in den flächendeckenden Präsenzunterricht für alle Schularten zurückgekehrt werden. Darauf hatten sich Bund und Länder geeinigt.

Coronavirus: Baden-Württemberg plant bereits schneller Präsenzunterricht als andere Bundesländer

Baden-Württemberg will hierbei jedoch eine Ausnahme machen. Kindergärten und Grundschulen sollen bereits am 18. Januar wieder öffnen, wenn es die Infektionszahlen zulassen. Auch Abschlussklassen sollen dann womöglich wieder in Präsenz unterrichtet werden. An diesem Dienstag, 12. Januar, will die Regierung in Baden-Württemberg darüber entscheiden, wie die Deutsche Presseagentur berichtet.

In anderen Bundesländern hält man sich dagegen weitgehend an die Vereinbarungen, die vergangene Woche zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten getroffen wurden.

Start der Lernplattform Moodle am Montag in Baden-Württemberg macht große Probleme

Doch auch der Start im Fernunterricht an diesem Montag machte in Baden-Württemberg erhebliche Probleme. Die Lernplattform Moodle brachte zahlreiche Eltern an den Rand der Verzweiflung. Denn bereits in der ersten Stunde des Fernunterrichts setzten Ton und Bild immer wieder aus. Manch einer konnte sich gar nicht erst einloggen. Rund 200 Schulen seien von den Störungen betroffen gewesen.

Das Kultusministerium sicherte zu, die Probleme im Laufe des Tages zu beheben. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert laut der Deutschen Presseagentur, Datenleitungen schneller auszubauen und die Anbindung von Schulen zu priorisieren. „Die Internetleitungen sind völlig überlastet, da zum normalen Datenverkehr nun alle Schülerinnen und Schüler in Deutschland hinzukommen.“ Eltern im Homeoffice und Schüler im Homeschooling würden in vielen Fällen die WLAN-Struktur der Haushalte überlasten.

Moodle-Ausfall in Baden-Württemberg: Kultusministerin Eisenmann muss einstecken

Die Jungen Liberalen in Baden-Württemberg glauben, bereits einen Schuldigen gefunden zu haben: Kultusministerin Susanne Eisenmann. „Die Frau, die für den Moodle-Totalausfall verantwortlich ist, will in sieben Wochen Ministerpräsidentin von Baden-Württemberg werden“, twitterte die Jugendorganisation der Partei.

Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Andreas Stoch, verteilte auf Twitter Seitenhiebe gegen die aktuelle Kultusministerin. „Jetzt wird klar, warum Eisenmann die Schulöffnung um jeden Preis durchdrücken wollte.“ Dazu twitterte er eine Landkarte, die zeigt, welche Regionen von der Moodle-Störung besonders betroffen waren.

Baden-Württemberg leuchtet auf dieser Karte dunkelrot. Moodle ist ein Lernmanagementsystem, über das Schüler und Lehrer online miteinander kommunizieren können. Hier werden Aufgaben an die Schüler verteilt und anschließend wieder an die Lehrer zurückgegeben. Auch eine Chatfunktion ist vorhanden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare