Beim Wandern spurlos verschwunden

Vermisste Scarlett S.: Neuer Hinweis bei der Polizei birgt abstruse Theorie

Todtmoos (Suedschwarzwald): Von der vermissten Scarlett S. aus Bad Lippspringe
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Todtmoos (Südschwarzwald): Von der vermissten Scarlett S. fehlt immer noch jede Spur. Doch viele Menschen wollen die junge Frau nicht aufgeben.
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  • Tobias Becker
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Scarlett S. verschwand beim Wandern im Schwarzwald spurlos. Immer noch bekommt die Polizei Hinweise zu ihrem Fall. Leider auch nach wie vor sehr abstruse.

Update, 23. Oktober: Mittlerweile sind es sechs Wochen. Noch immer gilt Scarlett S., die beim Wandern im Schwarzwald spurlos verschwand, als vermisst. Bei der Polizei gehen aber offenbar weiter neue Hinweise ein. Leider wohl nur unbrauchbare. Einer brachte zuletzt laut eines Berichts des Westfalen Blatts eine ganz abstruse Theorie auf.

Vermisste Scarlett S.: Neuer Hinweis bei der Polizei birgt abstruse Theorie

Demnach habe es erst vor wenigen Tagen bei der Polizei Paderborn, die inzwischen im Fall der vermissten Scarlett S. ermittelt, einen abgedrehten Anruf gegeben. Ein Mann brachte dabei das Verschwinden von Scarlett S. mit der Vergiftung von Alexej Nawalny in Verbindung.

Es ist nicht die erste absurde Theorie im Zusammenhang mit Scarlett S. Die Polizei dürfte auch den neuerlichen Hinweis behandelt haben, wie jeden anderen: bewerten, mit dem aktuellen Ermittlungsstand vergleichen, entscheiden, wie mit dem Hinweis umzugehen ist.

Scarlett S.: Neue absurde Theorie zum Verschwinden der Vermissten

Bei diesem konkreten Hinweis und der absurden Nawalny-Theorie dürfte jede Grundlage gefehlt haben. Immer noch geht die Polizei davon aus, dass Scarlett S. beim Wandern auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald verunglückte.

Für ihre Familie ist derweil jede weitere Theorie eine zusätzliche Belastung, wie das Westfalen Blatt mit Bezug auf die Polizei erklärt.

Vermisste Scarlett S.: Suche nach der Vermissten auch mit Drohne erfolglos

Update, 8. Oktober: Tagelang hatten Experten von Polizei und Bergwacht nach Scarlett S. gesucht. Mantrailer kamen zum Einsatz und Hubschrauber mit speziellem Equipment wie zum Beispiel einer Wärmekamera. Doch die 26-jährige Studentin aus Bad Lippspringe, die beim Wandern auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald spurlos verschwand, blieb vermisst. Dann kam die traurige Nachricht: Die Suche wird eingestellt. Zwar war wenig später aufgrund von Hinweisen noch einmal der Suchapparat angesprungen, doch wiederum ohne Erfolg. Dass nach Scarlett S. nun offiziell nicht mehr gesucht wird, bedeutet aber offenbar nicht, dass vor Ort niemand mehr nach der jungen Frau Ausschau hält.

Natürlich bleibt die Hoffnung auch fast vier Wochen nach Scarletts Verschwinden, dass das Schicksal der jungen Frau noch aufgeklärt wird. Dass die 26-Jährige irgendwann doch noch gefunden wird, scheint immer noch viele Privatpersonen anzutreiben. Schließlich war die Anteilnahme am Fall der Vermissten riesig. So tauschen sich fast 700 Menschen in einer eigens eingerichteten Facebook-Gruppe darüber aus, wie sie offenbar immer wieder im Schluchtensteig nach Scarlett S. suchen.

Dieses Bild ist das bislang letzte von Scarlett S. Es wurde am Tag ihres Verschwindens von einer Überwachungskamera in einem Supermarkt in Todtmoos aufgezeichnet.

Die Polizei geht davon aus, dass Scarlett S. auf der sechsten und letzten Etappe des beliebten Wanderwegs verunglückte. Zuletzt gesehen wurde sie an deren Startort in Todtmoos. Am Schluchtensteig gäbe es Stellen, die einfach nicht erreichbar seien, hatte die Polizei bereits zu Beginn der Suche nach der Vermissten erklärt. Die Bergwacht Schwarzwald hatte deshalb sogar eine Drohne eingesetzt. Damit sollten auch unerreichbare Stellen abgesucht werden. Ohne Erfolg.

Scarlett S. vermisst: Privatpersonen suchen auf dem Schluchtensteig weiter

Weil es praktisch keine Hoffnung mehr gab, Scarlett S. noch lebend zu finden, wurde die Suche eingestellt. Erst wenn ein neuer entscheidender Hinweis einen Anlass liefern würde, würde erneut nach der 26-Jährigen gesucht. Aber so lange wollen einige offenbar nicht warten. Ihnen lässt das Schicksal der verschwundenen Frau offenbar keine Ruhe.

„Heute trotz des Wetters die letzte Etappe von Wehr Richtung Todtmoos“, „Wir haben eine Karte erstellt, wo zumindest wir sehr intensiv gesucht haben“ - dies sind nur zwei der zahlreichen Beiträge bei Facebook, die nahelegen, dass auf dem Schluchtensteig immer noch Privatpersonen gezielt Ausschau nach Scarlett S. halten. Doch so gut gemeint das sein mag. Ungefährlich ist es nicht. Das macht auch ein Administrator der Facebook-Gruppe, an der sich auch die Schwester der vermissten Scarlett S. beteiligt, deutlich.

Scarlett S.: Vermisste auf Schluchtensteig zu suchen, ist nicht ungefährlich

„Wir möchten euch auch darum bitten, wenn ihr auf eigene Faust loszieht, euer Leben nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Was wir nicht möchten, ist noch eine Vermisstenaktion! Deshalb übernehmen wir für Privatsuchaktionen keinerlei Haftung“, heißt es dort. Und trotzdem wird wohl weiter nach Scarlett S. gesucht.

Doch der ohnehin teilweise als schwierig zu wandernder Schluchtensteig wird gerade zu dieser Jahreszeit gefährlicher. „Nach starken Niederschlägen sind die Wege vor allem in den Schluchten teilweise aufgeweicht, schlammig und nur mit erhöhter Vorsicht begehbar“, lauten aktuelle Weghinweise der Infostelle Schluchtensteig zum ersten Teilabschnitt des Wanderwegs. Wanderer müssten daran denken, dass die Wege in den Schluchten nach schlechtem Wetter zudem einige Zeit zum Abtrocknen bräuchten.

Scarlett S. vermisst: Auch private Suche vor dem Aus, aber Anteilnahme bleibt

Doch selbst bei gutem Wetter müssen wohl auch die privaten Sucher bald kapitulieren. Ab November bis Anfang Mai gilt der Schluchtensteig als nicht mehr begehbar. Laut Infostelle Schluchtensteig sei das Wandern bei Schnee oder Frost sogar lebensgefährlich. Doch auch wenn sie mit der Suche vor Ort aufhören müssen, der Fall Scarlett S. wird viele offenbar nicht so schnell loslassen.

Scarlett S.: Beim Wandern auf dem Schluchtensteig spurlos verschwunden

Update, 6. Oktober: Die Suche nach Scarlett S. wurde längst eingestellt. Die Zeugen befragt. Ihr Wanderweg durch den Schwarzwald nachvollzogen. Und trotzdem gilt Scarlett S. auch mehr als drei Wochen nach ihrem Verschwinden als vermisst. Von der 26-Jährigen fehlt seit dem 10. September jede Spur. Doch eines könnte noch einmal Bewegung in den Fall der Vermissten bringen.

Ein Rückblick: Scarlett S. reiste am 4. September nach Stühlingen an der Schweizer Grenze. Dort beginnt der Schluchtensteig. Auf dem beliebten, aber als durchaus schwierig geltenden, Wanderweg wollte die erfahrene Studentin die etwa 119 Kilometer zu Fuß bis Wehr zurücklegen.

Scarlett S. war zuvor laut Angaben ihrer Schwester im Ausland gewesen. Beim Wandern wollte die durchtrainierte junge Frau offenbar die Ruhe genießen. Vielleicht wanderte sie deshalb allein. Sechs Wandertage sind von der Infostelle Schluchtensteig für die auch von Scarlett S. geplante Route angesetzt. Sie wollte die folgenden sechs Etappen laufen.

Etappen des SchluchtensteigsStart- und Zielort des Schluchtensteigs
Etappe 1 Stühlingen bis Blumberg
Etappe 2 Blumberg bis Schattenmühle
Etappe 3Schattenmühle bis Fischbach
Etappe 4Schluchsee-Fischbach bis St. Blasien
Etappe 5St. Blasien bis Todtmoos
Etappe 6 Todtmoos bis Wehr

Vermisste Scarlett S.: Polizei rekonstruierte Wanderweg auf dem Schluchtensteig

Die einzelnen Strecken des Schluchtensteigs sind zwischen 18 und 22 Kilometer lang und gelten als durchaus anspruchsvoll. Scarlett S. hatte zum Zeitpunkt ihres Verschwindens bereits die fünf Etappen bis Todtmoos hinter sich gebracht. Das konnte die Polizei bei ihren Ermittlungen rekonstruieren. Handydaten und Zeugenaussagen bestätigten Scarletts Weg über den Schluchtensteig.

Dieses Foto zeigt Scarlett S. beim Wandern.

Klar ist auch, dass die 26-Jährige nach der vierten Etappe der Wanderung von Schluchsee nach St. Blasien nicht sofort weiter lief. Wie die Polizei ermitteln konnte, nahm Scarlett S. in St. Blasien einen Bus bis Todtmoos. Vom 8. auf den 9. September übernachtete sie dort in einem Hotel, ehe sie erneut mit dem Bus nach St. Blasien fuhr.

Scarlett S. seit Wochen vermisst: Das machte sie vor ihrem Verschwinden

Dann legte sie die Strecke nach Todtmoos auch noch einmal zu Fuß zurück und übernachtete dort im gleichen Hotel noch einmal. Aus den Ermittlungen der Polizei lässt sich klar lesen, was Scarlett S. in den Tagen vor ihrem Verschwinden tat und wann sie sich wo aufhielt.

DatumRekonstruktion zu Scarlett S.
4. SeptemberReise nach Stühlingen, hier wurde auch ihr Auto gefunden
5. September1. Etappe des Schluchtensteigs - Stühlingen bis Blumberg
6. September2. Etappe des Schluchtensteigs - Blumberg bis Schattenmühle
7. September3. Etappe des Schluchtensteigs - Schattenmühle bis Fischbach
8. September4. Etappe des Schluchtensteigs - Fischbach bis St. Blasien, anschließend Weiterfahrt mit dem Bus nach Todtmoos
8. auf 9. SeptemberÜbernachtung in einem Hotel in Todtmoos
9. SeptemberRückfahrt mit dem Bus nach St. Blasien, dann 5. Etappe des Schluchtensteigs - St. Blasien bis Todtmoos
9. auf 10. SeptemberÜbernachtung im selben Hotel in Todtmoos
10. September letzter bekannter Aufenthaltsort in einem Supermarkt in Todtmoos

Am 9. September hatte Scarlett S. letztmalig Kontakt mit ihrer Familie. Am 10. September wurde sie morgens noch in einem Supermarkt in Todtmoos von Überwachungskameras aufgenommen. Hierbei trägt sie volle Wandermontour und auch den so auffälligen roten Rucksack, den sie bei sich hatte. Die Polizei geht davon aus, dass sie anschließend auch die sechste und letzte Etappe des Schluchtensteigs absolvieren wollte.

Vermisste Scarlett S.: Rund um Verschwinden nicht mehr gesehen worden?

Danach war Scarlett S. zum Besuch bei einer Freundin angemeldet. Doch hier tauchte sie nie auf. Auch dafür, dass die junge Frau am Zielort in Wehr ankam, gibt es bei der Polizei keine Anhaltspunkte. Stattdessen vermuten die Ermittler weiterhin, dass Scarlett S. auf dem Schluchtensteig verunglückte.

Zwar gebe es für eine Straftat keine Hinweise. Doch auch in diese Richtung werde weiterhin ermittelt. Allerdings: Derzeit ist der Vermissten-Fall vorerst ins Stocken geraten. Scarlett S. Spuren verlieren sich noch in Todtmoos. Hier konnte auch ihr Handy zuletzt geortet werden. Was danach geschah, ist völlig unklar. Offensichtlich wurde die 26-Jährige im Gegensatz zu den vielen Tagen vorher auch nicht mehr von Zeugen beobachtet.

Scarlett S.: Hinweis könnte nochmal Bewegung in ihren Fall bringen

Doch nur durch sie könnte wohl noch einmal Bewegung in den Fall Scarlett S. kommen. „Hinweise könnten neue Spuren für uns bringen“, hatte Michael Biermann, Pressesprecher der Polizei Paderborn, gegenüber echo24.de schon in der vergangenen Woche gesagt. Doch bis zum gestrigen Montag war nicht der entscheidende dabei. Biermann: „Es gibt leider weiter nichts Neues.“

„Es gibt leider weiter nichts Neues.“

Michael Biermann, Pressesprecher der Polizei Paderborn, am Montag, 5. Oktober

Doch die Polizei hatte schon vorab die Hoffnung geäußert, dass es möglicherweise noch Kontaktpersonen von Scarlett S. gibt, die sich bislang noch nicht bei den Ermittlern gemeldet hätten. Ein entscheidender Hinweis könnte Licht ins Dunkel bringen und das Schicksal der 26-Jährigen womöglich noch aufklären.

Scarlett S.: Weiter vermisst - Polizei hofft immer noch auf neue Zeugen und Hinweise

Für die Polizei ist die letzte Etappe des Schluchtensteigs demnach von besonderer Bedeutung bei den Ermittlungen. Wohin ging Scarlett S. nach dem morgendlichen Einkauf im Supermarkt am 10. September? Wanderte sie tatsächlich auf dem Schluchtensteig in Richtung Wehr?

Wer Angaben zum Fall der Vermissten machen kann, der sollte sich nach wie vor an die Ermittler wenden. Hinweise nehmen die Polizei in Paderborn, die den Fall von Scarlett S. aus Bad Lippspringe übernommen hat, oder jede andere Dienststelle entgegen. Hier sei nochmal auf die Merkmale der jungen Frau hingewiesen:

Scarlett S. vermisst: Roter Rucksack war auffälliges Merkmal

Scarlett S. ist etwa 1,60 Meter groß, schlank und hat dunkelblonde bis blonde Haare. Außerdem war sie an ihrem letzten bekannten Aufenthaltsort in Todtmoos mit kurzer Hose, dunklem Langarmshirt, Wanderschuhen und einer Sonnenbrille bekleidet. Zeugen dürfte besonders der große, rote Trekkingrucksack der Marke Osprey aufgefallen sein, den Scarlett S. bei sich hatte.

Diesen Rucksack trug Scarlett S. beim Wandern bei sich.

Scarlett S.: Aufregung um mögliche Sichtung der Vermissten - Überwachungsbilder geprüft

Update, 05. Oktober: Aufgeben ist keine Option. Auch mehr als drei Wochen nach dem Verschwinden von Scarlett S. ist die Hoffnung groß. Darauf, dass neben teilweise leider auch abstrusen Theorien zu Scarlett S. doch noch der entscheidende Hinweis zum Schicksal der 26-Jährigen auftaucht. Kürzlich gab es offenbar noch einmal einen Hoffnungsschimmer. Bilder einer Überwachungskamera wurden geprüft. Das berichtet die Schwester der Vermissten auf Facebook.

„Das ist richtig. Es gab einen Hinweis, der allerdings schon ein bisschen zurückliegt“, bestätigt auch Michael Biermann, Pressesprecher der Polizei Paderborn, auf echo24.de-Anfrage. „Das ist auch von uns überprüft worden.“ Demnach wurde Scarlett S. vermeintlich an einer Tankstelle in Luxemburg gesehen. Die Polizei sichtete daraufhin die Bilder einer dortigen Überwachungskamera.

„Es handelte sich bei der Frau nicht um die Vermisste.“

Michael Biermann, Pressesprecher Polizei Paderborn

Doch der kurze Hoffnungsschimmer hielt nicht lange an. Biermann: „Es handelte sich bei der Frau nicht um die Vermisste.“ Wie Scarletts Schwester auf Facebook schreibt, sei die junge Frau wegen eines roten Rucksacks mit Scarlett S. in Verbindung gebracht worden. Auch diese hatte beim Wandern auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald einen roten Rucksack bei sich gehabt.

Vermisste Scarlett S.: Polizei prüfte mögliche Sichtung - Überwachungsbilder aus Luxemburg

Noch immer gehen die Ermittler davon aus, dass Scarlett S. auf der sechsten und letzten Etappe der beliebten Wanderstrecke verunglückte. Anzeichen für eine Straftat im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Vermissten konnte die Polizei zwar offenbar nicht feststellen. Dennoch werde weiterhin auch in diese Richtung ermittelt. Der entscheidende Hinweis zur Klärung des Falls Scarlett S. fehlt bislang aber.

Vermisste Scarlett S.: Polizei nennt aktuellen Stand der Ermittlungen

Update, 30. September: Am morgigen Donnerstag sind es genau drei Wochen. Seitdem wird Scarlett S. vermisst. Von der jungen Frau, die allein auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald wandern war, fehlt immer noch jede Spur. Die Polizei Paderborn, bei der Scarlett S. von ihrer Mutter als vermisst gemeldet worden war, hat mittlerweile wieder die Ermittlungen von den Kollegen in Freiburg übernommen. Vor Ort gab es keine weiteren Ansätze. Doch wie sieht der Stand im Fall Scarlett S. in Paderborn derzeit aus?

„Aktuell liegen tatsächlich keine neuen Hinweise vor, die uns in den Ermittlungen voranbringen", erklärt Michael Biermann, Pressesprecher der Polizei Paderborn, auf echo24.de-Anfrage. Auch hier ist man im Fall der vermissten Scarlett S. im Moment also leider an seine Grenzen gestoßen. Am Schluchtensteig, der beliebten Wanderstrecke auf der Scarlett S. unterwegs war, wurde die Suche nach der 26-jährigen Studentin ebenfalls längst eingestellt.

Hinweise könnten neue Spuren für uns bringen.

Michael Biermann, Pressesprecher Polizei Paderborn

Dennoch hofft die Polizei auch weiter auf den vielleicht entscheidenden Hinweis zu Scarlett S. „Hinweise von Zeugen – also Fakten, keine Spekulationen – sind uns wichtig und könnten neue Spuren für uns bringen“, erklärt Biermann. Dass Scarlett S. noch lebend gefunden wird, scheint aber wohl ausgeschlossen. Nach wie vor gehen die Ermittler im Fall der Vermissten davon aus, dass sie beim Wandern verunglückt ist.

Vermisste Scarlett S.: Intensive Suche auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald erfolglos

Auch intensive Suchen nach dem Verschwinden von Scarlett S. mit Hubschraubern, Spezialgeräten oder Experten der Bergwacht Schwarzwald hatten diesen Verdacht bislang allerdings nicht bestätigen können.

Zuletzt hatte der Landesvorsitzende der Bergwacht sogar die Vermutung geäußert, dass Scarlett S. sich abseits des Hauptweges durch den Schluchtensteig bewegt haben könnte. In diesem Fall könnte sich die junge Frau sogar versehentlich selbst in Gefahr gebracht haben.

Vermisst: Selbst verschuldet? Brachte sich Scarlett S. versehentlich in Gefahr?

Update, 28. September: Scarlett S. gilt als durchtrainiert. Sie soll eine erfahrene Wanderin sein, hatte die richtige Ausrüstung dabei. Und doch geht die Polizei auch drei Wochen nach dem Verschwinden der jungen Frau davon aus, dass sie beim Wandern im Schwarzwald verunglückte. Brachte sie sich womöglich versehentlich selbst in Gefahr? Wie ein Bericht der Badischen Zeitung nahelegt, könnte Scarlett S. sich abseits des Hauptweges aufgehalten haben - und auch deshalb bislang nicht aufgefunden worden sein.

„Es spricht einiges dafür, dass die junge Frau den Weg verlassen hat“, sagte Adrian Probst gegenüber der Badischen Zeitung. Der Landesvorsitzender der Bergwacht Schwarzwald und Bürgermeister von St. Blasien kennt den Schluchtensteig gut. Auf der Wanderroute war die vermisste Scarlett S. vor ihrem Verschwinden unterwegs. Fünf Etappen des durchaus anspruchsvollen Weges hatte sie schon bewältigt. Auf dem Weg zur sechsten und letzten verlor sich die Spur der 26-Jährigen in Todtmoos.

Vermisste Scarlett S.: Letzte Schluchtensteig-Etappe gilt als schwierig

Die Wahrscheinlichkeit sei laut dem Bericht groß, dass verunglückte Wanderer gefunden würden. Zumindest insofern sie sich auf dem Hauptweg durch den Schluchtensteig bewegten. Brachte Scarlett S. sich womöglich in Gefahr, weil sie diesen verließ? Kräfte der Bergwacht Schwarzwald hatten intensiv nach der Vermissten gesucht. Auch auf verschlungenen Pfaden. Doch erfolglos. Leider gibt es kaum noch Hoffnung, Scarlett S. lebend zu finden.

Die letzte Etappe des Schluchtensteigs, auf der Scarlett S. wahrscheinlich unterwegs war, gilt als schwierig. Für die 22 Kilometer zwischen Todtmoos und Wehr werden etwa siebeneinhalb Stunden Wanderzeit angesetzt.

Scarlett S. weiter vermisst: Polizei rekonstruiert Weg der 26-Jährigen

Update, 25. September: Scarlett S. gilt auch mehr als zwei Wochen nach ihrem Verschwinden als vermisst. Die 26-Jährige war beim Wandern im Schwarzwald spurlos verschwunden. Die traurige Erkenntnis auch heute: Es gibt keine konkreten Hinweise, was Scarlett S. passiert sein könnte oder wo die junge Frau ist. Die Zeit vor ihrem Verschwinden hat die Polizei mittlerweile rekonstruieren können.

 „Auf Basis der Aussagen und der vorliegenden Handy-Daten kann die Reise der jungen Frau bis zum Zeitpunkt des Verschwindens nahezu nahtlos nachvollzogen worden", heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei Paderborn vom heutigen Freitag. Die Paderborner Ermittler haben Scarletts Fall inzwischen wieder von den Kollegen in Freiburg übernommen. In Paderborn war Scarlett S. von ihrer Mutter erstmals als vermisst gemeldet worden.

„Besonders wichtig für die Ermittlungen waren die letzten Etappen des Schluchtensteigs", erklärt die Polizei Paderborn. Auf der beliebten Wanderroute war die vermisste Scarlett S. zuletzt unterwegs. Davon kann die Polizei mittlerweile ein sehr genaues Bild zeichnen.

Vermisste Scarlett S.: Wanderin machte mehrfach Station in Todtmoos

Scarlett S. wanderte demnach vom Schluchtensee nach St. Blasien. Dort blieb sie zunächst nicht, sondern fuhr mit dem Bus weiter nach Todtmoos. Hier nahm sie sich ein Hotelzimmer, in dem sie vom 8. auf den 9. September übernachtete.

Am Morgen des 9. September fuhr Scarlett S. zurück nach St. Blasien. Diesmal, um die Etappe nach Todtmoos auch noch zu Fuß zu bewältigen. Am Abend übernachtete die 26-Jährige noch einmal in dem dortigen Hotel.

Vermisste Scarlett S.: Plötzlich fehlte von der 26-Järhigen jede Spur

Auch am 10. September gibt es noch Hinweise auf die Vermisste. Scarlett S. kaufte in einem Edeka in Todtmoos ein. Auf den Bildern der dortigen Überwachungskameras ist zu sehen, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits komplett für die Wanderung fertig gemacht hatte. Sowohl ihre Kleidung deutet darauf hin, als auch ihr roter Wanderrucksack.

Doch was Scarlett S. danach geschah, liegt völlig im Dunkeln. „Noch in der Ortschaft Todtmoos verlor sich dann die Spur“, sagt die Paderborner Polizei. Das nächste Ziel der Wanderin soll Wehr gewesen sein. „Es gibt bislang keine Hinweise, dass sie die Ortschaft erreicht hat.“

Scarlett S. weiterhin vermisst: Ermittler glauben nicht an Straftat

Immer noch vermuten die Ermittler deshalb, dass Scarlett S. auf ihrem letzten Teilstück verunglückt ist. „Konkrete Anhaltspunkte für eine Straftat liegen nicht vor. Dennoch wird auch diese Option im Rahmen der Ermittlungen nicht außer Acht gelassen", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei Paderborn.

Weil immer noch Hinweise auf Scarlett S. eingingen, habe es auch im Laufe der Woche erneut punktuelle Suchen gegeben. Wiederum ohne Erfolg. Noch am vergangenen Samstag hatte beispielsweise auch die n Bergwacht Schwarzwald nach der Vermissten gesucht.

Vermisst: Polizei hofft auf weitere Hinweise zu Scarlett S.

Nun haben die Ermittler alle bislang identifizierten Personen befragt, die während ihrer Wanderung Kontakt mit Scarlett S. hatten. „Möglicherweise gibt es noch weitere Kontakt-Personen, die sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet haben.“ Die Polizei bittet darum, dass diese sich bei den Dienststellen in Waldshut-Tiengen oder in Paderborn melden.

Frau im Schwarzwald vermisst: Erfolglose Suche eingestellt - wie geht es jetzt weiter?

Update, 21. September: Gibt es jetzt keine Hoffnung mehr? Seit dem 10. September wird Scarlett S. im Südschwarzwald vermisst. Die 26-Jährige war dort wandern, sie gilt als gut trainiert und erfahren. Aber: Vermutlich ist sie verunglückt. Tagelang dauerte die Suche an, wurde dann eingestellt. Nach neuen Hinweisen hatte sich die Bergwacht Schwarzwald am Samstag nochmals auf die Suche nach Scarlett S. aus Nordrhein-Westfalen gemacht. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen ja zuletzt.

Am Samstag waren 22 Einsatzkräfte der Bergwacht, die von Drohnen unterstützt wurden im Bereich Todtmoos-Wehratal unterwegs und haben zwei versteckte Pfade abgesucht, berichtete eine Sprecherin der Bergwacht. Einzelne Abschnitte seien dabei zusätzlich von Kletterern abgesucht worden - vergeblich. Laut Polizei soll erst dann wieder gesucht werden, wenn es neue Hinweise gibt.

Nach dem jedoch auch am Wochenende jegliche Suche erfolglos blieb, sagte ein Polizeisprecher am Montag, dass es praktisch ausgeschlossen sei, die junge Frau noch lebend zu finden.

Wenn es dann neue Hinweise gibt, die eine kleine Chance auf Erfolg bei der Suche haben, werden Polizei und Bergwacht wohl wieder auf die Suche gehen. Bis dahin bleibt es ein Grauen für alle Angehörigen und Freunde der 26-Jährigen. Denn: Sie bleiben im Ungewissen, was der jungen Frau passiert ist und ob sie noch lebt.

Im Schwarzwald vermisst: Jetzt äußert sich die Familie von Scarlett S.

Update vom 19. September: Seit 10. September wird die 26-jährige Scarlett S. vermisst. Die junge Frau aus Bad Lippspringe in Nordrhein-Westfalen war zum Wandern in Schwarzwald aufgebrochen und ist dort spurlos verschwunden. Das letzte Lebenszeichen erreichte Scarletts Familie am 9. September, es ist ein Foto. Am 10. September wird die 26-Jährige ein letztes Mal von einer Überwachungskamera aufgenommen – danach nichts mehr.

In der Bild-Zeitung äußert sich jetzt Scarletts Schwester Janina G. zum Fall. Sie erklärt: „Wir haben Angst um sie, seit sieben Tagen haben wir nichts gehört.“ Die Familie selbst habe die Polizei informiert und sei bereits in den Schwarzwald gereist, heißt es in der Bild-Zeitung zu Scarlett S. und den Ermittlungen der Polizei. Laut ihrer Schwester ist Scarlett S. zuvor im Ausland gewesen. Wegen des Coronavirus sei sie zurückgekommen, sagt Janina. Im Schwarwald wollte Scarlett S. die Stille genießen.

Im Schwarzwald vermisst: Ist Scarlett S. verunglückt?

Wenn man am Schluchtensteig den Weg verlässt, gerät man abseits in sehr schwieriges Gelände.

Mathias Albicker, Polizeihauptkommissar

Bereits am Donnerstag erklärte ein Polizeisprecher auf echo24.de, dass Scarlett S. möglicherweise abgestürzt ist. Mittlerweile gehen die Ermittler davon aus. Trotzdem wirft der Fall weiter viele Fragen auf. Zumal Scarlett S. als erfahrenen Wanderin beschrieben wird, die gut durchtrainiert war. Doch trotz einer großen Suchaktion konnte man bisher keine Hinweise auf Scarletts verbleib finden. Und mit jedem Tag schwindet die Hoffnung.

Scarlett S.: Verschwunden beim Wandern im Scharzwald

Erstmeldung vom 17. September: Mit rotem Trekking-Rucksack beim Einkaufen - so wurde Scarlett S. aus Bad Lippspringe in Nordrhein-Westfalen zuletzt gesehen. Doch wie echo24.de* berichtet, fehlt seit diesem Tag von der 26-Jährigen jede Spur. Die junge Frau wollte auf dem Schluchtensteig im Südschwarzwald wandern. Seit einer Woche wird sie allerdings vermisst. Für eine Straftat gibt es laut Polizei keine Anhaltspunkte, doch die Ermittler befürchten trotzdem, dass Scarlett S. in einer bedrohlichen Lage ist.

Scarlett S. vermisst: Junge Frau beim Wandern im Schwarzwald abgestürzt?

„Wir gehen davon aus, dass sie abseits des Weges abgestürzt ist“, erklärte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zuvor war nach der jungen Frau intensiv mit Hubschrauber, Drohnen und Hunden in dem teils unwegsamen Gelände nahe der Schweizer Grenze gesucht worden. Leider erfolglos. Nun wurde die Suche eingestellt. Natürlich geht die Polizei auch weiterhin allen Hinweisen nach. Die Aussichten für Scarlett S. sind leider dennoch alles andere als gut. „Die Hoffnung schwindet von Stunde zu Stunde“, sagte ein Sprecher der Polizei.

Scarlett S. war bereits Anfang September losgewandert, wie auch heidelberg24.de* berichtet. Sie gilt als erfahren und gut durchtrainiert. So hatte sie sich auf den etwa 120 Kilometer langen Weg von Stühlingen nach Wehr im Kreis Waldshut gemacht. Auf der Tour hielt sie Familie und Freunde mit WhatsApp-Nachrichten auf dem Laufenden. Noch am 9. September schickte die 26-Jährige Fotos aus St. Blasien an ihre Familie.

Beim Wandern im Schwarzwald: Scarlett S. seit einer Woche vermisst

Einen Tag später ist Scarlett S. nach einer Hotelübernachtung in Todtmoos noch auf Bildern einer Überwachungskamera eines Supermarktes zu sehen. An diesem Abend war auch ihr Handy zuletzt bei Todtmoos eingeloggt. Doch dann verliert sich ihre Spur. Als sie nicht wie verabredet bei einer Freundin auftauchte, wurde Scarlett S. als vermisst gemeldet. „Wir konnten das Handy nicht mehr orten“, sagte ein Polizeisprecher. Er schließt nicht aus, dass die junge Frau in einem Gebiet mit Funklücken abgestürzt ist.

Die Polizei vermutet, dass Scarlett S. durch das Wehratal in Richtung Wehr gehen wollte. Die Bergwacht lief die ganze Route ab, Feuerwehr, Polizei und freiwillige Helfer durchkämmten das Gebiet über Tage mit Suchhunden. „Wir haben alles abgesucht und nichts gefunden“, sagte ein Polizeisprecher. Er verweist auf das teils unwegsame Gelände: „Es gibt Stellen, die können wir nicht erreichen.“ Auch eine Wärmebildkamera nütze dort wegen des dichten Bewuchses nichts.

Vermisste Scarlett S.: Was passierte der jungen Frau beim Wandern im Schwarzwald?

Die Hoffnung, dass Scarlett S. in ihrer womöglich hilflosen Lage noch rechtzeitig gefunden wird, ist gering, aber sie bleibt. Die Polizei hat deshalb nun mit der Veröffentlichung mehrerer Fotos den nächsten Schritt gemacht und setzt auf Hinweise auf den Verbleib der 26-Jährigen. Folgende Angaben macht die Polizei zu Scarlett S. - „Die Vermisste ist

  • 160cm groß und schlank
  • hat lange, dunkelblonde an den Spitzen blonde Haare
  • führt einen roten Trekking-Rucksack der Marke Osprey und vermutlich ein graues Zelt mit.“

Wer Scarlett S. gesehen hat oder sonstige Angaben zu ihrem möglichen Aufenthaltsort geben kann, der möge sich bitte an das Polizeipräsidium Freiburg unter 0761/8822880, über die Internetwache oder an jede andere Polizeidienststelle wenden. *echo24.de und heidelberg24.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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