Äußerungen auf Pressekonferenz

SC Freiburg: Christian Streich rechnet mit den „asozialen“ Medien ab

Christian Streich
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Freiburgs Trainer Streich vertritt auch abseits des Fußballs eine klare Haltung. Auf einer Pressekonferenz ging er unlängst die sozialen Medien wegen der dort stattfindenden Hetze hart an.
  • Valentin Betz
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Christian Streich vom SC Freiburg ist für seine klare Haltung bekannt. Nach Morddrohungen gegenüber Schiedsrichter Felix Zwayer zog er jetzt über Soziale Medien her.

Freiburg - In der Fußball-Bundesliga gibt es außer dem VfB Stuttgart aktuell nur zwei Mannschaften aus Baden-Württemberg. Neben der TSG Hoffenheim mischt auch der SC Freiburg in der obersten Spielklasse mit. Letzterer ist dabei nicht nur spielerisch häufig ein Hingucker. Der Verein ist deutschlandweit besonders wegen seines langjährigen Trainers Christian Streich bekannt.

Der lässt nämlich am Spielfeldrand meist absolute Leidenschaft für den Sport erkennen - und hat obendrein auch zu gesellschaftlichen Themen meist eine klare Haltung. Die teilte er anlässlich einer Pressekonferenz unlängst wieder, als die Morddrohungen gegen Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem Spitzenspiel des FC Bayern München gegen Borussia Dortmund thematisiert wurden. Diese waren im Internet aufgetaucht, was Christian Streich vom SC Freiburg dazu veranlasste, mit den sozialen Medien abzurechnen.

Abrechnung mit sozialen Medien: SC-Freiburg-Trainer Christian Streich äußert sich zu Hetze im Netz

Auf der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim teilt der Trainer des SC Freiburg seinen Eindruck von den sozialen Medien. In gewohnt sachlicher und abseits des Spielfelds ruhiger Art ringt Christian Streich bereits mit der Begrifflichkeit „sozial“. „Es sind ja ganz oft asoziale Medien“, erklärt er. Die Plattformen im Netz sieht der Trainer äußerst kritisch. „Dadurch kann man ja auch anonym Menschen bedrohen“, so Streich weiter.

Dabei ist das Problem mit Hetze auf sozialen Medien kein neues - und bei weitem nicht auf den Fußball beschränkt. Unlängst wurde ein neues Gesetz gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität im Internet verabschiedet, das Plattformen zur Meldung von Nachrichten mit derlei Inhalten verpflichtet. Baden-Württemberg stockt deshalb das Personal im Kampf gegen Hetzer im Netz auf. Auch Christian Streich vom SC Freiburg nennt während der Pressekonferenz ein Beispiel abseits des Sports.

Hetze in sozialen Medien: Christian Streich vom SC Freiburg weist auf Probleme abseits des Sports hin

Auch Bürgermeister und Bürgermeisterinnen in kleinen Dörfern würden demnach im Netz angegangen und Morddrohungen erhalten. Daran sei ersichtlich, „was da möglich ist in Anonymität und in Feigheit“, so Christian Streich. Selbst solche Regionalpolitiker stünden in einer „kleinen Öffentlichkeit“ und seien dadurch Hetze ausgesetzt. Sein trauriges Fazit: Hass in sozialen Medien sei mittlerweile „gang und gäbe“.

Die Ansprache von SC-Freiburg-Trainer Christian Streich kommt bei Fans und Zuhörern der Pressekonferenz gut an. Viele wünschen sich den Coach wegen seiner klaren Haltung in einer Rolle abseits des Fußballs. „Sollte Christian Streich jemals in irgendeiner Form in die Politik gehen, ich würde ihn wählen!“, schreibt ein Nutzer auf Facebook etwa. „Ganz großer Trainer und Mensch“, so ein anderer.

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