Pendler sollen profitieren

Baden-Württemberg und Bayern werden erstmals durch eine S-Bahn verbunden

Eine S-Bahn fährt schnell durch die Landschaft.
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Eine S-Bahn soll bald Baden-Württemberg und Bayern verbinden.
  • Sina Alonso Garcia
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Das hat es so noch nie gegeben: Eine S-Bahn soll bald zwischen Baden-Württemberg und Bayern fahren. Pendlern kommt das zugute.

Crailsheim/Nürnberg - Die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern werden bald eine neue Bahnverbindung bekommen. Erstmals soll eine S-Bahn länderübergreifend zwischen Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall) und Nürnberg fahren. Vor allem Pendler profitieren von der neuen Verbindung. Für die Realisierung des Projekts muss die Strecke der S4 von Dombühl bei Ansbach nach Crailsheim verlängert werden.

Bis Dezember 2024 werde die neue S-Bahn-Strecke fertiggestellt, teilte das Verkehrsministerium Baden-Württemberg der Deutschen Presseagentur (dpa) mit. Die Verlängerung der S-Bahn soll die Strecke für Pendler attraktiver machen: Fahrgästen haben künftig stündlich die Möglichkeit, Fahrten an den Stationen der S4 von Crailsheim nach Dombühl wahrzunehmen. Die neue S-Bahn dient damit als Ergänzung zu den Regionalexpress-Zügen.

Erste länderübergreifende S-Bahn in Baden-Württemberg fährt von Crailsheim nach Nürnberg

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) haben am Freitagnachmittag die gemeinsame Erklärung zum Streckenausbau unterzeichnet. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers gibt es im Südwesten bereits länderübergreifende Verbindungen von S-Bahnen, etwa vom Rhein-Neckar-Gebiet nach Rheinland-Pfalz. In Baden-Württemberg ist es jedoch eine absolute Neuheit.

Laut der Südwestpresse könnte der Streckenbetrieb der ersten länderübergreifenden S-Bahn zwischen Baden-Württemberg und Bayern jährlich rund 900.000 Euro kosten. In einem Interview mit der SWP sagte Verkehrsminister Winfried Hermann, dass nun ein attraktiver Nahverkehr grenzüberschreitend möglich und eine „schnelle Umsetzung“ wichtig sei.

S-Bahn zwischen Crailsheim und Nürnberg verbessert Fernverkehr-Verbindungen

Der Landtagsabgeordnete Winfried Mack (CDU) begrüßte die Entscheidung von Baden-Württemberg und Bayern, die Strecke der S-Bahn auszubauen. Gegenüber der Schwäbischen Zeitung sagte er: „Damit macht es noch mehr Sinn, den Inter-Regio-Express von Go Ahead, der bisher zwischen Karlsruhe und Aalen im Wechsel mit dem InterCity der DB AG verkehrt, bis nach Crailsheim mit Halt in Ellwangen und Jagstzell zu verlängern.“

Mack will mit der IRE-Verlängerung von Aalen nach Crailsheim eine noch bessere Vernetzung der Regionen erreichen. Außerdem bekomme dadurch auch Ellwangen einen besseren Anschluss an den Fernverkehr. Bislang hält hier nur alle zwei Stunden ein Fernverkehrszug. Bei gegebener Infrastruktur sei in Ellwangen eine Fahrten-Frequenz von einer Stunde möglich, so Mack.

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