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Ich war im „Restaurant der Zukunft“ - und bin fasziniert von dem Konzept

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Von: Sina Alonso Garcia

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Besuch im Restaurant der Zukunft „Eatrenalin“
Besuch im Restaurant der Zukunft: Ich war bei der Premiere von „Eatrenalin“ im Europa-Park und bin fasziniert von den visuellen Effekten, der Technik und der modernen Gastronomie. © Sina Alonso Garcia/BW24

In Rust eröffnet am 4. November das Erlebnisrestaurant „Eatrenalin“. Ich durfte die Weltneuheit bereits vorab testen und bin beeindruckt von dem futuristischen Konzept.

Rust - Ich sitze am Meer. Gerade noch bin ich durch die Tiefen des Ozeans getaucht, habe exotische Fische und Korallen bestaunt. Langsam sind wir wieder aufgetaucht, lauschen dem Plätschern der Wellen, während sich der Himmel am Horizont tiefrot färbt. Ich bin Teil einer Gruppe von 16 Menschen, die gemeinsam durch die Traumwelten von „Eatrenalin“ gleitet. Im neuen Erlebnisrestaurant des Europa-Parks trifft Kulinarik auf Architektur, Duft und Klang. Für rund 100 Minuten begebe ich mich auf eine Sinnesreise, die mich den Alltag draußen komplett vergessen lässt. Während ich es mir auf dem fahrenden Ledersessel bequem mache, rauschen ferne Welten und melodische Klänge an mir vorbei, um mich vollständig in ihren Bann zu ziehen.

Obwohl ich in einem Sessel sitze, habe ich das Gefühl, über dem Boden zu schweben. Von Raum zu Raum wechselt die Konstellation meiner Nebensitzer, von denen meistens drei immer in meiner Nähe sind. Manchmal tauschen wir uns kurz aus, dann sind alle wieder für ein paar Minuten wie gebannt und genießen das Ambiente. Während der Fahrt müssen wir kein einziges Mal aufstehen: Ein Fahrsystem bringt uns in insgesamt sechs Räume, in denen wir exakt vor den Gedecken zum Stehen kommen. Eine angenehme Stimme begleitet uns und kündigt an, was uns als nächstes erwartet.

„Eatrenalin“: Süß, sauer, bitter, salzig, umami - Geschmacksexplosion in der Arena of Taste

Als wir den Raum „Ocean“ verlassen, haben wir bereits vier Vorspeisen zu uns genommen. Schon in der Lounge, wo wir zu Beginn angekommen sind, durften wir Jerusalem-Artischocke, Sommer-Trüffel und Kaviar genießen. Auch zwischendurch servierte das Küchenteam uns immer wieder kulinarische Kreationen, die sich an der gehobenen, modernen Gastronomie orientieren und auch die Molekularküche abdecken. Viele Geschmackskombinationen probiere ich zum ersten Mal.

Vor uns öffnet sich die „Arena of Taste“ - und damit ein Spiel aus Lichtern, Farben und effektvoller Musik. Auf dem Tischchen, das mich die Fahrt über begleitet, steht eine Dose, deren Deckel plötzlich wie von Zauberhand aufklappt. Darin befinden sich vier Häppchen, die ich laut der Stimme im Hintergrund nacheinander probieren soll. Süß, sauer, bitter und salzig - auf meiner Zunge entfaltet sich ein Feuerwerk der Geschmäcker.

Weiter geht die Fahrt durch einen Raum, der an ein Sushi-Restaurant erinnert. Nicht ohne Grund heißt dieser Raum „Umami“ - was auf Japanisch so viel wie „der fünfte Geschmackssinn“ bedeutet. Angekommen an einer langen Theke serviert uns Meister Mitsuki unter anderem Sashimi mit Grapefruit, Nigiri mit gerösteter Paprika, Dim Sum und Reiswein.

„Eatrenalin“: Beim Hauptgang wird es außerirdisch!

Ein Gong ertönt und unsere Sessel bewegen sich langsam weiter ins nächste Zimmer. Ich stelle fest: Allzu viel Zeit lassen darf man sich mit dem Essen nicht, denn der Zeitplan ist getaktet. Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, befinden wir uns auch schon in einem Raumschiff, wo uns erneut die bekannte Stimme empfängt. „Packen Sie lieber Ihre Sachen vom Tisch“, warnt mich eine Kellnerin. Tatsächlich wird es auf einmal ziemlich turbulent - die Sitze ruckeln und vor unseren Augen wird die Erde vor den Fenstern des Raumschiffs immer kleiner.

Wie sich herausstellt, sind wir auf dem Mond gelandet. Nach den Turbulenzen im Flugsimulator kommt das Dinner gerade recht. Der Hauptgang besteht aus perfekt gebratenem Rinderfilet mit Rotweinsoße, begleitet von schwarzem Brioche und schwarzer Butter. Es schmeckt außerirdisch gut und bringt meinen geschmacklichen Horizont erneut auf ein neues Level. Gekrönt wird das Ganze optisch von einer essbaren Silberfolie.

Im letzten Raum erwartet uns eine süße „Inkarnation“ - bestehend aus weißer Schokolade, Chambord und Tahiti-Vanille. Das Dessert wird uns vom Küchenchef Pablo Montero höchstpersönlich überreicht. Während der Nachtisch noch auf der Zunge zergeht, sind die 100 Minuten im „Eatrenalin“ auch schon wieder vorbei. Sich zu Fuß fortzubewegen, scheint plötzlich ungewohnt. In der Bar treffen wir mit den anderen Gruppen aufeinander und trinken noch einen Absacker.

„Eatrenalin“: Für einen Besuch sollte man rund drei Stunden Zeit mitbringen

Ob ich das „Eatrenalin“ weiterempfehlen würde? Auf jeden Fall! Zwar sind die Menüs, die bei 195 Euro starten und bis zu 645 Euro kosten, nichts für den kleinen Geldbeutel. Wer das Erlebnisrestaurant aber trotz schmalem Budget testen möchte, könnte es als Geschenk für einen besonderen Anlass betrachten. Den Betreibern des „Eatrenalin“ ist zudem wichtig, dass das Restaurant nicht nur als „Attraktion“ gesehen wird. Trotz der Show drumherum soll im Mittelpunkt der Geschmack stehen. Nicht umsonst wurde eigens für „Eatrenalin“ ein internationales Küchenteam um Sternekoch Pablo Montoro zusammengestellt, der im weltberühmten Restaurant „El Bulli“ gearbeitet hat. Ein so exquisites Menü bekommt man in der Regel nicht alle Tage.

Um den Besuch bei „Eatrenalin“ vollständig auszukosten, sollte man auf Empfehlung der Betreiber rund drei Stunden Zeit mitbringen. So kann man neben der 100-minütigen Fahrt auch die Einstimmung in der Lounge und einen gemütlichen Ausklang in der Bar mitnehmen.

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