Wintersemester 2021/2022

Rückkehr in die Unis: Wohnheime in Baden-Württemberg mit Anfragen überschwemmt

Ein Hörsaal einer Universität. Studierende sitzen mit Abstand in den Reihen und tragen einen Mund-Nasen-Schutz.
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Im Wintersemester soll wieder mehr Leben in die Universitäten in Baden-Württemberg kommen. Der Andrang auf Wohnheime steigt.

Nachdem Studierende monatelang Vorlesungen am Bildschirm verfolgten, soll im Wintersemester mehr Lehre vor Ort an den Hochschulen stattfinden. Der Andrang auf Wohnheimplätze nimmt zu.

Heidelberg (dpa/lsw) - Mit der geplanten Rückkehr zu mehr Präsenzlehre an den Hochschulen im Südwesten werden die Wohnheimplätze vielerorts schon vor Beginn des Wintersemesters knapp. Die Studierendenwerke in Heidelberg, Mannheim, Stuttgart, Tübingen-Hohenheim und Karlsruhe berichten von einer gestiegenen Nachfrage nach Zimmern.

In Heidelberg beispielsweise kommen aktuell zehn bis zwölf Bewerbungen auf einen frei werdenden Wohnheimplatz, wie das Studierendenwerk auf dpa-Anfrage mitteilte. Bisher hätten rund 4530 Studierende Interesse an den im Vergleich zum normalen Wohnungsmarkt deutlich günstigeren WG-Zimmern und Appartements angemeldet (Stand Ende August).

Unis in Baden-Württemberg: Bedarf nach Wohnheimplätzen steigt

Damit liegt die Anzahl der Bewerbungen zum 1. September oder 1. Oktober nach Angaben des Studierendenwerks bisher knapp über dem Vorjahreswert von 4425. Dies sei aber nur ein vorläufiger Wert, da während des Septembers weitere Bewerbungen für einen Wohnheimplatz ab dem Wintersemester erwartet werden. Das Studierendenwerk rechnet wegen der gestiegenen Nachfrage damit, dass sämtliche Wohnheimplätze in der Universitätsstadt besetzt werden.

Auch in Mannheim ist der Bedarf nach Wohnheimplätzen stark gestiegen: Auf rund 900 Plätze kamen nach Angaben des Studierendenwerks bisher fast 5000 Bewerbungen. In den vergangenen Semestern waren viele Zimmer in den Wohnheimen leer geblieben. Viele Studierende hätten die angebotenen Zimmer nicht angenommen, weil sie wegen der Online-Lehre nicht vor Ort sein mussten, hieß es dazu vom Studierendenwerk.

Die Suche nach einem günstigen Zimmer wird auch in Tübingen schwieriger. Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim verzeichnet 20 Prozent mehr Bewerber als im Wintersemester 2020/21. Fast 3950 Bewerbungen liegen für den Studienstandort Tübingen demnach vor - es gebe aber nur 612 freie Zimmer. Bessere Chancen haben aktuell Studierende in Hohenheim: Auf die 477 freien Zimmer kommen laut Studierendenwerk etwa zweieinhalb Anwärter.

Situation in der Region Stuttgart: Noch mehr als 360 Zimmer in Stuttgart-Mitte und Esslingen frei

In Karlsruhe und Pforzheim sind 660 Zimmer neu zu beziehen. Auch hier ist die Nachfrage groß: Rund 2600 Bewerbungen liegen beim Studierendenwerk für etwa 660 freie Zimmer auf dem Tisch.

Studierende in und um die Landeshauptstadt können mit Glück noch ein Zimmer ergattern. Zum Oktober sind laut Studierendenwerk noch mehr als 360 Zimmer in Stuttgart-Mitte und Esslingen frei. Das Studierendenwerk rechnet aber mit einem weiteren Zulauf, sobald die Studierenden wissen, wie das Wintersemester an ihrer Hochschule unter Corona-Bedingungen ablaufen wird.

Im kommenden Semester soll wieder mehr Leben auf den Campus zurückkehren. Das Wissenschaftsministerium hatte angekündigt, dass etwa jede zweite Veranstaltung an baden-württembergischen Hochschulen in Präsenz stattfinden soll.

Landesstudierendenvertretung fordert mehr Wohnangebote für Studenten

Die Landesstudierendenvertretung fordert mehr günstige Wohnangebote für Studentinnen und Studenten. «Wir sehen die Studierendenwerke als wichtigste Akteure auf dem Wohnungsmarkt für Studierende. Hier gilt es eine möglichst hohe Versorgungsquote anzustreben», erklärte ein Sprecher. Der zeitweise pandemiebedingte Rückgang der Nachfrage nach studentischem Wohnraum dürfe nicht dazu führen, dass das Angebot der Studierendenwerke zurückgefahren werde oder Bauprojekte auf Eis gelegt würden.

Nach Angaben des Statistischen Landesamt waren im Wintersemester 2020/21 knapp 364 000 Studierende an Hochschulen im Südwesten eingeschrieben. Etwa 57 300 begannen ihr Studium, das waren sechs Prozent weniger als im Wintersemester 2019/20, also vor der Pandemie.

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