Behandlung bei Symptomen

Antikörpercocktail für Trump: Roche war an der Entwicklung des „Heilmittels“ beteiligt

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US-Präsident Donald Trump ist mit dem Coronavirus infiziert. Das Schweizer Unternehmen Roche arbeitete an Medikamenten mit, die Trump erhalten hatte - der Konzern hat einen Standort in Mannheim.

Mannheim - Eine Schlagzeile dominierte vor wenigen Tagen Medien auf der ganzen Welt. Ausgerechnet US-Präsident Donald Trump, der die Gefahr durch das Coronavirus immer wieder runtergespielt und verharmlost hatte, hat sich mit dem gefährlichen Erreger infiziert.

Gegen seine Erkrankung erhielt Trump einen Medikamentencocktail, an dem auch das Unternehmen Roche mitgearbeitet hatte. Das Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Basel hat auch einen Standort im baden-württembergischen Mannheim. Dort produzieren rund 8.400 Mitarbeiter einen großen Teil der Antikörpertests und verschicken sie in die ganze Welt.

Das Pharmaunternehmen Roche arbeitet nicht erst seit der Erkrankung von Donald Trump an einem Medikament gegen das Coronavirus. „Bereits im August haben Roche und Regeneron eine Zusammenarbeit im Kampf gegen Covid-19 angekündigt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage des Mannheimer Morgen. „Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, REGN-COV2, Regenerons antiviralen, neutralisierenden Antikörpercocktail, zu entwickeln, herzustellen und weltweit zu vertreiben“. Der Medikamentencocktail ist bislang noch nicht zugelassen, kam bei Donald Trump jedoch bereits zum Einsatz.

Antikörpercocktail für Trump: Roche war an vermeintlichem „Heilmittel“ beteiligt.

Roches Antikörpercocktail soll Symptome des Coronavirus lindern - bei Trump hat es offenbar funktioniert

Laut dem Mannheimer Morgen arbeitet Roche schon seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie mit verschiedenen Unternehmen weltweit zusammen. Roche ist dabei für die Zulassung der Antikörper außerhalb der USA zuständig und kümmert sich um Studien, die für die jeweiligen Zulassungsprozesse benötigt werden. Regeneron kümmert sich dagegen um den US-Markt und konnte so auch Präsident Trump einen entsprechenden Medikamentencocktail zur Verfügung stellen.

Der Präsident bezeichnet seine Corona-Infektion inzwischen als „Gottes Segen“ und den Antikörpercocktail von Roche und Regeneron als Heilmittel, dass er auch anderen Menschen zugänglich machen will, wie er in einem am Mittwoch veröffentlichten Video mitteilte.

Die Studien mit der antiviralen Therapie REGN-COV2 haben bereits erste viel versprechende Ergebnisse gebracht. Wie Roche und Regeneron nach Angaben des Mannheimer Morgen mitteilten, konnte die Viruslast und die Zeit bis zur Linderung der Symptome des Coronavirus reduziert werden.

Laut Roche habe sich die Therapie bei Patienten, die keine eigene Immunantwort zeigten, als besonders wirksam erwiesen. Das Unternehmen ist laut dem Mannheimer Morgen zuversichtlich, dass der Antikörpercocktail eine dringend benötigte Behandlung für Patienten bieten kann, die bereits Symptome zeigen. Bei Donald Trump hat es offenbar funktioniert, der US-Präsident ist nach seinem Krankenhausaufenthalt bereits wieder zurück im Weißen Haus.

Der Antikörpercocktail von Roche und Regeneron kann möglicherweise Menschen helfen, die bereits Symptome entwickelt haben. Das Tübinger Unternehmen CureVac arbeitet dagegen an einem Impfstoff, der neue Infektionen vermeiden soll.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Alex Brandon/AP/dpa

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