Umstrittene Protestaktion

„Legitimes Mittel“: Ricarda Lang nimmt Aktivisten für Klima-Straßenblockaden in Schutz

Die Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang spricht bei einer Pressekonferenz.
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Ricarda Lang findet, dass die Straßenblockaden ein legitimes Mittel für einen politischen Protest sind, wenn sie friedlich ablaufen.
  • Nadja Pohr
    VonNadja Pohr
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Während die Straßenblockaden der Aktivisten vom „Aufstand der letzten Generation“ viele Bürger verärgert, zeigt Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang nun Verständnis.

Stuttgart - Die Aktivistengruppe „Aufstand der letzten Generation“ sorgte in den vergangenen Tag in Baden-Württemberg* und weiteren Bundesländern für Aufsehen: Die Aktivisten blockierten mehrfach Straßen und Autobahnen. Die neue Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang äußerte nun Verständnis für die Methoden der Gruppe - zum Ärger vieler Menschen in den sozialen Netzwerken.

Mit ihren Straßenblockaden fordern die Aktivisten von „Aufstand der letzten Generation“ unter dem Slogan „Essen retten - Leben retten“ ein Gesetz gegen die Lebensmittelverschwendung und eine sofortige Agrarwende, um Klimagase aus der Landwirtschaft zu mindern. Die Methode handelte der Gruppe bereits einige Strafen ein. Doch auch trotz Verbot blockierten die Klimaaktivisten auch in Stuttgart erneut die Straßen (BW24* berichtete).

Ricarda Lang hält Klima-Straßenblockaden für „legitimes Mittel“ des politischen Protests

Dieses „zivile Ungehorsam“ hat Ricarda Lang (Grüne) gegenüber dem Berliner Tagesspiegel nun als legitimes Mittel des politischen Protests bezeichnet. „Klar ist, es darf niemand gefährdet werden“, nennt sie als Voraussetzung. „Wir sollten uns jedoch fragen, warum junge Menschen zu solchen Mitteln greifen“, fügt Lang an und meint, dass dahinter eine große Sorge um die Zukunft stecke.

„Wir stören massiv das todbringende ‚Weiter so‘, bis die Regierung endlich handelt und unser Recht auf Leben schützt“, argumentiert Carla Heinrichs, Pressesprecherin der Gruppe. Für die Bundesvorsitzende der Grünen sei die beste Antwort auf die Proteste, dass politische Verantwortung übernommen werde. „Also alles tun, um beim Klimaschutz endlich auf den 1,5-Grad-Pfad zu kommen.“

Kritik aus dem Netz nimmt weiter zu

Zu dem Protest in der Landeshauptstadt Stuttgart* hagelte es von der Bevölkerung bereits viel Kritik. Das Verständnis von Ricarda Lang können einige nicht nachvollziehen. „Die muss ja sicherlich auch nicht zur Arbeit fahren“, schreibt eine Nutzerin auf Facebook. Ein User warnt vor den chaotischen Verhältnissen auf den Straßen, durch die Duldung solcher Aktionen. „Eine deutsche Spitzenpolitikerin darf schwerwiegende Gesetzesverstöße nicht gutheißen, Frau Lang.“

Ricarda Lang wird selbst in vielen Kommentaren zur Zielscheibe der Kritiker und sieht sich häufig mit Bodyshaming konfrontiert*. Sie sprechen der Politikerin ihre Kompetenz aufgrund ihres abgebrochenen Studiums oder ihrem Gewicht ab. Sogar der Stuttgarter IHK-Chef ätzte gegen Ricarda Lang sowie ihren Kollegen Omid Nouripour und bezeichnete sie als „zwei erfolglose Studienabbrecher“*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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