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Ricarda Lang attackiert Friedrich Merz für „Sozialtourismus“-Vorwurf gegen ukrainische Flüchtlinge

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Von: Niklas Noack

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Grünen-Chefin Ricarda Lang ärgerte sich über CDU-Mann Friedrich Merz.
Ricarda Lang ärgerte sich über CDU-Mann Friedrich Merz. © Fotomontage BW24/Imago/Chris Emil Janßen/IMAGO/ Christian Spicker

Grünen-Chefin Ricarda Lang kritisiert den CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz scharf. Der entschuldigte sich für seine Aussage über ukrainische Geflüchtete.

Donaueschingen/Berlin - Friedrich Merz ist mächtig übers Ziel hinausgeschossen. Am Montag (26. September) äußerte sich der Bundesvorsitzende der CDU bei Bild-TV abfällig über ukrainische Geflüchtete. Er warf dabei vielen „Sozialtourismus“ vor und scherte somit alle aus der Ukraine flüchtenden Menschen über einen Kamm.

Im Detail sagte er: „Wir erleben mittlerweile einen Sozialtourismus dieser Flüchtlinge – nach Deutschland, zurück in die Ukraine, nach Deutschland, zurück in die Ukraine“. Damit schwang mit, dass sich alle vom russischen Angriffskrieg flüchtenden Menschen Sozialleistungen erschleichen würden.

Grünen-Chefin Ricarda Lang ärgert sich über die Aussage von CDU-Mann Friedrich Merz zu ukrainischen Flüchtlingen

Grünen-Chefin Ricarda Lang, die zuletzt mit einem Bild vom Oktoberfest selbst für Schlagzeilen sorgte, ärgerte sich über die empathielosen Aussagen von Merz. Bei Twitter schrieb sie: „Wie passt es eigentlich mit der viel beschworenen Solidarität der Union mit der Ukraine zusammen, dass Friedrich Merz im Kontext von Menschen, die vor diesem furchtbaren Angriffskrieg fliehen, von ‚Sozialtourismus‘ spricht?“

Mit dieser Kritik stand Lang bei weitem nicht alleine da. So stellte sich Bild-Vize und Ukraine-Experte Paul Ronzheimer in einem Text die Frage: „Wie kann er nur?“. Und kommentierte: „Russland eskaliert im Krieg gegen die Ukraine immer weiter, Putin ordnet eine Teilmobilmachung an, will illegal Gebiete annektieren, droht mit dem Einsatz von Atomwaffen. Und was macht Oppositionsführer Friedrich Merz, der Kanzler werden will? Merz redet von ‚Sozialtourismus‘ bei ukrainischen Flüchtlingen, die zwischen Deutschland und der Ukraine pendelten, um Hartz IV abzukassieren.“

Friedrich Merz entschuldigt sich für „‚Sozialtourismus“-Vorwurf

Deutliche Worte, die inzwischen auch beim konservativen CDU-Vorsitzenden Anklang gefunden haben. Merz entschuldigte sich via Twitter für den „Sozialtourismus“-Vorwurf: „Zu meinen Äußerungen von gestern über die Flüchtlinge aus der Ukraine gibt es viel Kritik. Ich bedaure die Verwendung des Wortes ‚Sozialtourismus‘. Das war eine unzutreffende Beschreibung eines in Einzelfällen zu beobachtenden Problems.“

Sein „Hinweis galt ausschließlich der mangelnden Registrierung der Flüchtlinge“, schrieb Merz und stellte abschließend klar: „Mir lag und liegt es fern, die Flüchtlinge aus der Ukraine, die mit einem harten Schicksal konfrontiert sind, zu kritisieren.“

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