Steigende Energiepreise

Ressortchef aus dem Südwesten schlägt Mobilitätsgeld vor

Winfried Hermann
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Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schlägt ein Mobilitätsgeld vor, um armutsgefährdeten Menschen bei den steigenden Energiepreisen zu helfen.

Stark steigende Energiepreise machen Autofahrern zu schaffen. Der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann will vor allem armutsgefährdeten Menschen helfen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Angesichts der stark steigenden Spritkosten hat sich der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann für ein Mobilitätsgeld ausgesprochen. Dieses könnte armutsgefährdeten Haushalten zu Gute kommen, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

Hermann brachte für das Mobilitätsgeld einen Betrag von 50 Euro pro Empfänger und Jahr ins Spiel. «Die Finanzierung des Mobilitätsgeldes kann aus den Einnahmen der Bundesregierung für den CO2-Preis finanziert werden», sagte Hermann. Diese Einnahmen würden im laufenden Jahr allein für den Personenverkehr voraussichtlich bei rund drei Milliarden Euro liegen.

Steigende Energiepreise: Kompensationsmaßnahmen keine dauerhafte Lösung

Höhere Preise an der Tankstelle würden nicht jede und jeden gleichermaßen treffen, sagte der Ressortchef laut seinem Ministerium. «Mit kurzfristigen, unspezifischen und teuren Kompensationsmaßnahmen werden wir die Probleme nicht dauerhaft und nachhaltig lösen.» Im Südwesten leisten sich demnach vier von fünf Haushalten ein Auto. Im Durchschnitt fahren sie damit rund 15 000 Kilometer pro Jahr.

Die Spritpreise liegen mit weit über zwei Euro pro Liter auf Rekordniveau, nachdem sie in den ersten beiden Wochen des Ukraine-Krieges beispiellos in die Höhe geschossen waren - teilweise um mehr als zehn Cent pro Tag.

Hermann will am Nachmittag Vertreter der Bus-Branche und der kommunalen Aufgabenträger für den Linien-Busverkehr treffen. Dabei wird es um die Auswirkungen der hohen Energiekosten und mögliche Hilfen gehen, wie aus dem Ministerium verlautete.

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