Real-Ende schreitet voran

Real am Ende: Jetzt kauft noch ein Unternehmen Filialen in Deutschland auf

Blick in einen Real-Markt in Neuss (Nordrhein-Westfalen).
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Neben Kaufland und Edeka will nun ein weiteres Unternehmen ehemalige Real-Filialen kaufen.
  • Julian Baumann
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Die Warenhauskette Real wird endgültig zerschlagen. Neben Kaufland und Edeka meldete nun ein weiteres Unternehmen die Übernahme mehrerer ehemaliger Filialen an - die Konkurrenz wächst.

Mauerstetten/Neckarsulm - Mit der Zerschlagung der Warenhauskette Real verschwinden die Märkte des Lebensmittelhändlers nach und nach aus den deutschen Städten. Kaufland, die Kette aus dem baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn), meldete ursprünglich die Übernahme von 101 Märkten an, darf laut dem Bundeskartellamt nun jedoch bis zu 92 Real-Filialen übernehmen.

Neben Kaufland, das als Teil der Schwarz-Gruppe zum größten Lebensmittelhändler in ganz Europa zählt, wird auch der deutsche Marktführer Edeka mit Sitz in Hamburg mehrere Filialen übernehmen. Die Supermarkt-Kette meldete ursprünglich ebenfalls eine größere Anzahl an Übernahmen an, darf nun jedoch nur 44 Märkte zu Edeka-Filialen umbauen. Grund dafür ist, dass das Bundeskartellamt Bedenken über eine zu große Marktmacht der Unternehmen Kaufland und Edeka geäußert hatte.

Real: Edeka und Kaufland übernehmen zahlreiche Filialen

Die Lebensmittelhändler Kaufland und Edeka übernehmen mit bis zu 92 beziehungsweise 44 ehemaligen Real-Filialen den größten Teil der ursprünglich rund 270 Märkte. Das Bundeskartellamt belegte den bisherigen Besitzer von Real, das russische Investmentunternehmen SCP, mit einer Bedingung. Demnach muss auch mittelständischen Unternehmen eine Übernahmechance der Real-Filialen ermöglicht werden.

Neben Kaufland und Edeka will deshalb auch ein unerwarteter Konkurrent zuschlagen. Nun meldete ein weiteres Unternehmen die Übernahme von zwei Real-Filialen an, wie die Lebensmittelzeitung berichtet.

Real-Übernahme: Konkurrenz wächst - weiteres Unternehmen will Filialen übernehmen

Kaufland ist bei der Übernahme der ehemaligen Real-Filialen schon weit fortgeschritten. Bereits vor der Übernahme gab es leere Regale bei Real, denn Kaufland sortierte radikal aus. Das Verschwinden der Real-Filialen aus den deutschen Städten sorgt bei vielen Kunden für Unmut. Nach dem Umbau der Real-Filiale in Hamm (Nordrhein-Westfalen) sind die Kunden genervt. Das liegt auch daran, dass Kaufland in der Stadt bereits den vierten Markt innerhalb von wenigen Kilometern eröffnet, während Real sich komplett zurückzieht.

Zehn ehemalige Real-Standorte schließen sogar endgültig, da Kaufland nicht interessiert ist. Nicht nur die Übernahme verärgert die Kunden, einige befürchten durch das Verschwinden von Real sogar das Ende der Hypermärkte in Deutschland.

Um zu verhindern, dass die Marktmacht der Lebensmittelhändler Kaufland, Edeka und Globus zu groß wird, räumt das Bundeskartellamt bei der Übernahme der Real-Filialen auch mittelständischen Unternehmen eine Chance ein. Nun hat ein weiterer Mittelständler Interesse an den Märkten angemeldet, wie die Lebensmittelzeitung berichtet.

Dabei handelt es sich um die Kette „Georg Jos. Kaes“ aus Südbayern, die zwei ehemalige Real-Filialen in ihrem Verbreitungsgebiet übernehmen will. Laut einer von Real herausgegebenen Liste sind die Verhandlungen schon weit fortgeschritten. Kaes wird bereits als Käufer für die Real-Filiale in Pentling bei Regensburg geführt.

Weitere Real-Filialen verschwinden wohl aus Deutschland - endgültiger Termin noch offen

Im direkten Vergleich mit den Handelsriesen Kaufland und Edeka wird die Lebensmittel-Kette Kaes zwar als mittelständisches Unternehmen angesehen. Die Kette hat jedoch ein relativ großes Verbreitungsgebiet und führt neben den Supermärkten, V-Märkte genannt, auch V-Baumärkte. Laut der Lebensmittelzeitung befinden sich die Verbrauchermärkte bislang in der Region zwischen Ulm, Augsburg und München im Norden und der Grenze zu Österreich. Durch die geplante Übernahme der Real-Filialen weitet Kaes das Verbreitungsgebiet demnach auf Nordbayern aus. In Baden-Württemberg gibt es derzeit keine V-Märkte, wie der Marktauswahl auf der offiziellen Seite zu entnehmen ist.

Mit der geplanten Übernahme zweier Real-Filialen durch das bayerische Unternehmen Kaes schreitet das Ende der Real-Märkte in Deutschland demnach weiter fort. Bislang sei der endgültige Termin für die Übernahme noch nicht beschlossen, heißt es in der Liste von Real. Auch die Übernahme von 44 Real-Standorten durch Edeka ist noch nicht vollständig entschieden. Die Frist für die Entscheidung wurde kürzlich vom Bundeskartellamt bis zum 22. März verlängert. Demnach könnte Edeka sogar mehr als die bislang vorläufig beschlossenen 44 Märkte übernehmen. „Wir sind mit Blick auf den Gesamtprozess optimistisch und hoffen, den Mitarbeitern bald vollständige Klarheit geben zu können“, sagte ein Sprecher des Real-Eigentümers SCP der Lebensmittelzeitung.

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