Geteilte Verkaufsfläche

Edeka geht im Kampf um Real-Standorte zum Äußersten - mit drastischen Folgen für Kunden

Blick auf einen Schriftzug an einer Filiale der Supermarktkette Real.
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Beim Kampf um die ehemaligen Real-Filialen geht Edeka bis zum Äußersten - das hat Folgen für die Kunden.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Der Kampf um die ehemaligen Standorte der Warenhaus-Kette Real spitzt sich zu. Neben Kaufland darf auch Edeka Filialen übernehmen - der Händler geht dabei zum Äußersten.

Hamburg/Neckarsulm - Der Kampf um die ehemaligen Filialen der Warenhaus-Kette Real dauert nun bereits seit mehreren Monaten an. Das Bundeskartellamt sprach Kaufland aus dem baden-württembergischen Neckarsulm (Kreis Heilbronn) die Übernahme von bis zu 92 Real-Filialen zu (BW24* berichtete). Die Kette, die wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe gehört, hat bereits mit dem Umbau der Standorte begonnen. Erste Real-Märkte öffneten bereits als Kaufland* mit drastischen Änderungen für Mitarbeiter und Kunden. Einige Real-Kunden sind von dem Umbau genervt* und bereits vor der Übernahme herrschte in den Märkten gähnende Leere, denn Kaufland sortierte radikal aus*.

Von den rund 270 Real-Filialen darf Kaufland den größten Teil übernehmen. Zehn Real-Filialen schließen allerdings dauerhaft, denn Kaufland ist nicht interessiert*. Als zweiter großer Lebensmittelhändler im Kampf um die Standorte hat auch Edeka mit Hauptsitz in Hamburg die Übernahme mehrerer Real-Filialen angekündigt. Edeka darf bis zu 44 Real-Märkte übernehmen*. Eine endgültige Entscheidung soll am 22. März fallen. Edeka geht jedoch bis zum Äußersten, um noch mehr Standorte von Real übernehmen zu können, wie Focus Online berichtet.

Real-Übernahme: Edeka will 15 Standorte in Baden-Württemberg übernehmen

Kaufland und Lidl sind zusammen die größten Lebensmittelhändler Europas. Bei der Übernahme der ehemaligen Real-Filialen fokussiert sich Kaufland als Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg, jedoch nicht nur auf Standorte im Südwesten. Beispielsweise werden auch die Real-Filialen in Hamm (Nordrhein-Westfalen) und Oldenburg (Niedersachsen) zu Kaufland. In letztgenannter Stadt waren die Kunden nach der Kaufland-Übernahme entsetzt*. Edeka soll laut der Lebensmittelzeitung jedoch 15 Real-Standorte in Baden-Württemberg übernehmen. Darunter etwa Filialen in Böblingen, Freiburg und Weingarten. Eine definitive Bestätigung des Konzerns stehe jedoch noch aus.

Neben den Lebensmittelgiganten Kaufland und Edeka haben noch weitere Unternehmen Interesse an ehemaligen Real-Filialen angemeldet. So will Globus etwa 24 Märkte übernehmen und hat sich bereits 16 Real-Filialen fest gesichert*, die ab April umgebaut werden sollen. Daneben will auch ein unerwarteter Konkurrent zuschlagen* und auch die Kette „Georg Jos. Kaes“ aus Südbayern kauft Real-Filialen in Deutschland auf*. Die Konkurrenz wächst demnach und der Kampf um die ehemaligen Real-Märkte spitzt sich immer weiter zu. Edeka kämpft dabei mit besonders harten Bandagen, was Konsequenzen für die Kunden zur Folge haben könnte.

Kampf um Real-Filialen: Edeka geht bis zum Äußersten - was bedeutet das für die Kunden?

Durch die Übernahme der Real-Filialen durch Kaufland und Edeka müssen sich die Kunden bereits jetzt auf große Veränderungen einstellen. In vielen deutschen Städten verschwindet Real vollständig, während sich die Lebensmittelriesen weiter ausbreiten. Edeka soll nun sogar versuchen, Teilflächen der übernommenen Märkte den Konkurrenten anzubieten, wie Focus Online berichtet. Demnach könnten sich zwei Unternehmen einen ehemaligen Real-Standort teilen und die Kunden hätten gleich zwei Einkaufsmöglichkeiten unter einem Dach. Solche Szenarien sind in den deutschen Städten normalerweise höchstens in Einkaufscentern zu finden. Beispielsweise im „Gerber“ in der Landeshauptstadt Stuttgart* wo sowohl Lidl als auch Aldi Filialen unter einem Dach haben.

Durch die Strategie, sich ehemalige Real-Filialen mit einem weiteren Unternehmen zu teilen, will Edeka offenbar erreichen, mehr als die zugesicherten 44 Filialen übernehmen zu können. Bislang meldete das Bundeskartellamt Bedenken an, dass Edeka durch die Übernahme von mehr Märkten eine zu große Marktmacht erlangen könnte. Falls das Amt jedoch der Strategie von Edeka nachgeben sollte, hätten Kunden zumindest eine größere Auswahl an Einkaufsmöglichkeiten an bestimmten Standorten. Aktuell kritisieren viele, dass durch die Real-Übernahmen durch Kaufland, Edeka und Co. vor allem der „Non-Food“-Anteil wegfalle, den Real bislang neben den Lebensmitteln angeboten hatte. Einige befürchteten sogar, dass das Ende von Real auch das Ende der Hypermärkte in Deutschland* bedeute. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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