Real-Übernahme

„Das ist das Schlimmste“: Real-Kunden fürchten das Ende von Hypermärkten in Deutschland

Kundin lädt vor einer Real-Filiale ihren Einkauf in den Kofferraum
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Kaufland übernimmt Real - deshalb findet derzeit ein großer Ausverkauf in den Filialen statt
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Mit dem Verschwinden der Real-Filialen und der Übernahme durch Kaufland und Edeka geht für viele Kunden eine Ära zu Ende - einige befürchten sogar das Ende der sogenannten „Hypermärkte“ in Deutschland.

Düsseldorf/Neckarsulm - Die Warenhauskette Real gehört zu den größten Vertretern der sogenannten Hypermärkte in ganz Deutschland. Das Unternehmen wurde im Jahr 1992 in Düsseldorf gegründet und hat mit rund 270 Filialen auch einen großen Kundenstamm. Dementsprechend geht für viele Kunden mit der endgültigen Zerschlagung der Kette eine Ära zu Ende. Das Bundeskartellamt gab im vergangenen Jahr grünes Licht für die Übernahme der Märkte. Die baden-württembergische Einzelhandelskette Kaufland darf bis zu 92 ehemalige Real-Filialen übernehmen und auch Edeka und Globus meldeten Übernahmen an.

Die Übernahme der Real-Märkte durch andere Einzelhandelsunternehmen traf bei den Kunden bereits auf viel Resonanz. Kaufland sortierte vor der Übernahme bereits radikal aus. Auch der ehemalige Real-Markt in Hamm wird zu einer Kaufland-Filiale, die Kunden sind nach dem Umbau bereits genervt. Viele Kunden bemängeln die Tatsache, dass Kaufland in der nordrhein-westfälischen Stadt bereits den vierten Markt eröffnet, während Real vollkommen aus der Stadt verschwindet.

Auf Facebook äußerten mehrere Real-Kunden nun die Befürchtung, dass mit der Zerschlagung der Real-Kette das Ende der Hypermärkte in Deutschland gekommen sein könnte.

Real-Übernahme durch Kaufland und Co.: Ende der Hypermärkte in Deutschland?

Die sogenannten Hypermärkte oder Selbstbedienungs-Warenhäuser sind großflächige Einzelhandelsbetriebe, die zwar in ihrer Aufmachung an Supermärkte erinnern, sich jedoch von diesen und den Discountern unterscheiden. Neben Real zählen auch Kaufland und Marktkauf zu den größten Hypermärkten in Deutschland.

Durch die Zerschlagung der Kette und der Übernahme durch andere Einzelhandelsunternehmen fällt damit jedoch eines der größten Unternehmen dieser Sparte weg, zumal nicht alle Real-Filialen von großen Märkten wie Kaufland übernommen werden. „Für mich geht damit ein gewaltiges Stück Geschichte zu Ende - und zwar mehr als nur ein Lebensabschnitt“, schreibt ein Real-Kunde auf Facebook in der Gruppe „Solidarität für alle Mitarbeiter/innen von REAL“. „Wir waren bei Real so oft Kunden (Ich mit Eltern in meiner Kindheit und dann ich mit Kumpels als Teenager, später ich mit Kumpels als Erwachsener). Real geht, aber die Erinnerung bleibt.“

Durch die Übernahme der Real-Standorte durch Kaufland entstehen nach der Klassifizierung zwar wieder Hypermärkte, unter anderem Banner, Kaufland ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, das Real-Filialen übernehmen darf. Der Lebensmittelhändler Edeka hatte ursprünglich 72 Übernahmen angekündigt, darf nun jedoch nur 44 Filialen übernehmen.

Zehn ehemalige Real-Märkte werden zudem ganz geschlossen, da Kaufland nicht interessiert ist. Auch ein weiterer unerwarteter Konkurrent will bei dem Real-Ausverkauf zuschlagen. „Aber das Schlimmste ist, dass, auch wenn alle Real-Filialen übernommen würden, gibt es keinen richtigen Hypermarkt mehr in Deutschland“, schreibt ein Nutzer auf Facebook. „Und es bleiben nur zwei Supermärkte übrig, die keine Discounter sind: Edeka und Rewe.“

Zumindest nach der offiziellen Kategorisierung der Hypermärkte in Deutschland werden nach der Übernahme der Real-Filiale noch Kaufland und Marktkauf bestehen bleiben. Eine Alternative ist das für viele Real-Kunden allerdings nicht. „Jedes Land hat vernünftige Hypermärkte und nicht nur so Hyperdiscounter wie Kaufland“, ärgert sich ein Facebook-Nutzer. „Ich vermisse unseren Real, in dem meine Eltern und ich mehr als 20 Jahre lang einkaufen waren“, kommentierte ein weiterer.

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