Edeka hat Interesse

Real: Nächste Filiale in Baden-Württemberg wird dicht gemacht

  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
    schließen

Die Warenhauskette Real will in den kommenden Monaten neun weitere Filialen schließen - darunter auch den Standort Brühl in Baden-Württemberg.

Düsseldorf/Brühl - Von den rund 270 Real-Märkten in Deutschland, die der russische Investor SCP im Jahr 2019 von der Metro übernommen hat, wurden mittlerweile zahlreiche Filialen geschlossen. Nun steht die Schließung neun weiterer Standorte an - darunter die Filiale in Brühl (Baden-Württemberg).

Laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind in Brühl langwierige Umbauarbeiten geplant, bevor der Standort an einen neuen Eigentümer übergeben wird. Lebensmittelhändler Edeka, der bereits einige Real-Märkte übernommen hat, hat wohl bereits Interesse angemeldet. Der Umbau kann bis Anfang 2025 dauern. Aufgrund der Umstellung musste 98 Mitarbeitern gekündigt werden, heißt es. Der Stellenabbau solle sozialverträglich verlaufen. Vorübergehend schließen müssen auch die Real-Standorte Dortmund-Aplerbeck, Menden, Norden, Mutterstadt, Schwedt an der Oder und Witten. Die Märkte in Blankenburg und Neuss (Breslauer Straße) sollen sogar für immer dicht gemacht werden.

Schließung von Real-Filiale in Brühl: „Stimmung in der Belegschaft auf absolutem Tiefpunkt“

Von der Schließung der Real-Filiale in Brühl zeigten sich viele Kunden entsetzt. Wie die Schwetzinger Zeitung berichtet, habe es zahlreiche Reaktionen von Lesern auf einen Bericht über die Schließung gegeben. Diese äußerten offenbar wirtschaftliche und soziale Bedenken an der Übernahme. Auch Verdi im Rhein-Neckar-Kreis kritisierte das Aus für den Real-Markt. „Nachdem die Beschäftigten so lange in der Luft gehangen haben, ist das Ende umso bitterer“, sagte Sabine Möller, Gewerkschaftssekretärin von Verdi Rhein-Neckar, gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung. „Das ist schon echt heftig.“

Erst Mitte vergangener Woche hat die Real-Geschäftsführung die 98 Beschäftigten in Brühl über die bevorstehende Schließung zum 31. Mai informiert. Zwar gibt es einen Sozialplan, der Abfindungen für die Betroffenen vorsieht. Sabine Möller von Verdi glaubt jedoch, dass „dieses Geld schnell aufgebraucht“ sein wird. „Da sind Beschäftigte betroffen, die schon 40 Jahre in dem Brühler Markt arbeiten“, sagt sie. „Die Stimmung in der Belegschaft ist auf einem absoluten Tiefpunkt.“

Zahlreiche Real-Märkte in Deutschland verschwinden für immer von der Bildfläche.

Real-Märkte verschwinden aus deutschen Städten - Kunden sind traurig

Nach und nach verschwinden derzeit Real-Märkte in zahlreichen Städten von der Bildfläche. An ihre Stelle rückten vielerorts Filialen von Kaufland, Edeka oder Globus. Das Bundeskartellamt hat dem Verkauf von bis zu 160 Märkten bereits zugestimmt. Viele Kunden zeigten sich von dem Umbau der ehemaligen Real-Märkte genervt und traurig. Real war vor allem für sein Vollsortiment bekannt, während andere Händler wie beispielsweise Kaufland den Fokus eher auf Lebensmittel legen.

Die neun kürzlich bekanntgewordenen schließenden Real-Standorte machen an folgenden Stichtagen dicht:

  • Schwedt an der Oder (31. Januar)
  • Mutterstadt (31. Januar)
  • Blankenburg (30. April)
  • Brühl (31. Mai)
  • Witten (31. Mai)
  • Menden (31. Mai)
  • Dortmund-Aplerbeck (31. Mai)
  • Neuss (31. Mai)
  • Norden (30. Juni)

Während sich Edeka, Kaufland und Co. bereits einige ehemalige Real-Filialen gesichert haben, ist das Schicksal anderer Standorte noch komplett offen. Für Kunden könnte der Aufkauf der Real-Filialen durch neue Eigentümer eine Chance sein. Laut der dpa habe Real in den vergangenen Jahren aufgrund eines erheblichen Investitionsstaus in vielen Bereichen nicht mit der Konkurrenz mithalten können. „Ein neuer Eigentümer könnte deshalb in vielen Fällen auch bedeuten: Aufgehübschte Läden und günstigere Preise.“

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare