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Kretschmann präsentiert Energiesparkampagne „Cleverländ“ - „Für wie dumm halten die uns eigentlich?“

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Von: Nadja Pohr

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann deutet auf ein Schaubild
In Baden-Württemberg will man den Menschen mit der Kampagne „Cleverländ - zusammen Energie sparen“ effiziente Tipps und Tricks geben. © Marijan Murat/dpa

Baden-Württemberg will den Menschen im Land im Rahmen der Kampagne „Cleverländ“ Ratschläge zum Energiesparen geben. Ministerpräsident Kretschmann gibt ebenfalls Tipps.

Stuttgart - Die Energiekrise ist für viele Bürger ein leidiges Thema - und wird wohl auch in den kommenden Wochen, mit dem Einzug tieferer Temperaturen im Herbst und Winter, zu einem zunehmend ernster werdenden Problem. Experten und Politiker rufen daher eindringlich zum Energiesparen auf. In Baden-Württemberg will die Politik den Menschen mit der Kampagne „Cleverländ - zusammen Energie sparen“ nun effiziente Tipps und Tricks an die Hand geben, mit denen sie sparsamer durch den Winter kommen sollen.

Vom 16. September bis zum 29. Oktober werden im Rahmen der Kampagne Expertenteams durch „The Länd“ reisen und den Menschen Maßnahmen näherbringen, wie man gut und günstig durch die kalte Jahreszeit kommt. Der Auftakt der Kampagne wird in Eppingen stattfinden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte die Kampagne vor, die nach Angaben einer Regierungssprecherin zwischen 200 .000 und 300 .000 Euro kostet. Teil des Programms sind unter anderem mehrere Erklärfilme zum Energiesparen, in denen Prominente und Kretschmann selbst mitwirken.

„Energiesparbüchle“ gibt Ratschläge zum Energiesparen - Auch Kretschmann entdeckt darin Neues

Neben den Video-Clips, in denen Ministerpräsident Kretschmann oder Innenminister Thomas Strobl (CDU) Tipps zum Sparen geben, gibt es auch ein „Energiesparbüchle“. Darin enthalten sind ebenfalls zahlreiche Ratschläge, von denen einige den meisten Menschen allerdings bereits bekannt sein dürften. Aber auch neue Tipps lassen sich darin finden, wie Kretschmann berichtet. Das eine oder andere sei dabei, an das er „nicht sofort gedacht hätte“, gibt er zu.

Der Favorit unter den Energiespartipps sei für den Ministerpräsidenten die Nachtabsenkung der Heizung, wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet. Mit nur vier Grad weniger ließe sich schon ein Viertel der Heizkosten sparen, erklärt Kretschmann in einem der neuen Werbespots. „Das lohnt sich also“, sagt der Grüne. Weitere Ratschläge, die den Bürgern mitgegeben werden, sind beispielsweise das Kochen mit Topfdeckeln oder Stoßlüften, anstatt Fenster länger zu kippen. Darüber hinaus kündigte Kretschmann an, das Land werde „Photovoltaik- und Windkraftanlagen ausbauen wie die Weltmeister“.

Bürger spotten über Energiespartipps des Landes: „Für wie dumm halten diese Leute uns eigentlich?“

Die Menschen in Baden-Württemberg sehen für die „Cleverländ“-Kampagne eigentlich keine Notwendigkeit - sie finden sie eher peinlich. „Mein Gott, wir bekommen Ratschläge. Welch ein Stück Glück. Ich hätte sicher sonst die ganze Nacht voll durchgeheizt und das Fenster geöffnet“, spottet ein User im Netz. „Da will er den Schwaben das Sparen beibringen“, scherzt ein anderer. „Für wie dumm halten diese Leute uns eigentlich?“, fragt sich eine Nutzerin verärgert.

Das Geld für die Kampagne hätte sich das Land sparen könne, findet die Facebook-Community. Vor allem, da viele Bürger die Tipps von Kretschmann und Co. ohnehin schon seit längerem beherzigen. „Schon in meiner Kindheit habe ich gelernt, sparsam mit Energie umzugehen“, kommentiert ein User. Auch die Nachtabsenkung bei der Heizung nutzten viele Bürger auch schon vor der Krise. „Den benutzten Waschlappen mit der ganzen Familie teilen fehlt noch in den Spartipps“, merkt ein Nutzer an und spielt darauf wahrscheinlich auf Kretschmanns vorherigen Rat zur Nutzung eines Waschlappens statt der Dusche an. Auch hierfür erntete er damals Spott.

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