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Nächster AfD-Politiker stirbt nach Corona-Infektion

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Von: Franziska Vystrcil

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AfD-Fähnchen
Nach Bernd Grimmer ist jetzt auch der AfD-Fraktionsvorsitzende im Rastatter Gemeinderat, Roland Oberst, gestorben (Symbolbild). © Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die AfD gehört zu den größten Kritikern der Corona-Maßnahmen. Viele Parteimitglieder sind gegen eine Impfung. Nun starb ein weiterer Politiker nach einer Covid-19-Infektion.

Rastatt - Das Coronavirus in Baden-Württemberg wütet noch immer. Im Land fielen bereits 12.795 Menschen dem Virus zum Opfer (Stand: 26. Dezember 2021), bundesweit sind es sogar 110.433 Todesfälle (Stand: 27. Dezember 2021). Jüngst sorgte der Tod des Pforzheimer Stadtrats Bernd Grimmer (AfD) für Aufsehen. Der Politiker hatte öffentlich die Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie kritisiert, galt als strikter Impfgegner. Nach einer Corona-Infektion verstarb Grimmer im Alter von 71 Jahren.

Nun hat die Partei einen weiteren Corona-Toten zu beklagen: Roland Oberst, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Gemeinderat Rastatt, starb am Sonntagmorgen (26. Dezember) im Krankenhaus nach einer Corona-Infektion. Ob auch er ungeimpft war, verschweigt die AfD bisher.

Nach Bernd Grimmer weiterer Corona-Todesfall in der AfD: Roland Oberst stirbt im Alter von 68 Jahren

Die aktuelle Lage auf den Intensivstationen zeigt, dass eine Infektion mit dem Coronavirus übel ausgehen kann. Die Uniklinik Freiburg etwa beklagt, dass hauptsächlich Ungeimpfte auf ihrer Intensivstation liegen. In den meisten Fällen hätte eine Impfung gereicht, dann wären die Patienten gar nicht erst auf der Station gelandet, so eine Ärztin vor Ort. Hätte eine Impfung auch Roland Oberst retten können? Die AfD äußerte sich bislang nicht dazu, ob der Rastatter Politiker ungeimpft war oder nicht. Wie die Badischen Neuesten Nachrichten jedoch erfahren haben, lag der verheiratete Familienvater durch seine Corona-Erkrankung mehrere Wochen im Krankenhaus.

Schon beim Tod von Parteikollege Bernd Grimmer verschwieg die AfD lange, dass der Pforzheimer Stadtrat an Corona gestorben ist. Auch bei Roland Oberst wird das Virus mit keinem Wort erwähnt. In einem Facebook-Post schreibt der AfD Kreisverband Biberach lediglich: „Heute verstarb unser Parteikollege Roland Oberst aus dem Kreisvorstand des Kreisverbands Baden-Baden/Rastatt. Der Kreisverband Biberach spricht den Hinterbliebenen sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aus. Möge Herr Oberst in Frieden ruhen.“

Auf die Corona-Erkrankung, Roland Oberts Krankenhausaufenthalt und seine Todesursache ging die AfD nicht ein.

AfD-Politiker weiter gegen Impfung: Nebenwirkungen werden laut Volker Kek verschwiegen

AfD-Kreisrat Volker Kek hatte knapp eine Woche vor Roland Obersts Tod bestätigt, dass es seinem Parteikollegen nicht gut gehe, schreibt Badische Neueste Nachrichten. Impfen lassen wolle aber auch er sich nicht, so Volker Kek. Es würden Nebenwirkungen der aktuellen Impfstoffe verschwiegen werden, so der Politiker weiter.

Zwischen Gegnern der Corona-Politik und der AfD gibt es etliche Überschneidungen. Ein Freiburger Politologe ist überzeugt, dass die AfD Kapital aus den Anti-Corona-Protesten schlagen will.

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