Gegen Maskenpflicht

Querdenker aus Tübingen kassiert sattes Bußgeld, weil er Sohn 51 Tage nicht zur Schule lässt

Schüler folgen während der Corona-Pandemie dem Unterricht mit Maske
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Da sein Kind in der Schule eine Maske tragen sollte, schickte ein Tübinger Querdenker seinen Sohn 51 Tage nicht in den Unterricht (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Weil ein Querdenker aus dem Kreis Tübingen seinen Sohn 51 Tage nicht zur Schule schickte, soll er nun ein Bußgeld von 2.677 Euro zahlen. Doch der Mann zeigt keine Einsicht.

Ofterdingen - Das Coronavirus in Baden-Württemberg hat das Leben der Menschen auf den Kopf gestellt. Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren - viele Maßnahmen wurden ergriffen, um die Pandemie zu bekämpfen. Doch nicht alle waren und sind mit den Regeln einverstanden. Demonstranten und die Querdenken-Bewegung stellen sich gegen die Regierung. Die Folge: Die Aggressionen werden immer größer, Polizisten immer häufiger von Coronagegnern angegriffen.

Oftmals treffen die Coronamaßnahmen an Schulen auch bei Eltern auf Widerstand. Einem Mann aus Tübingen wurde nun ein Bußgeld auferlegt, weil er seinen Sohn 51 Tage nicht zur Schule schickte. Das Argument des Querdenkers: Sein Sohn solle nicht „systemtreu“ erzogen werden.

Tübinger Querdenker: 2.677 Euro Strafe wegen „Verletzung der Schulpflicht“

Einem Bericht der Bild zufolge wurde Manuel T. per Post ein Bußgeldbescheid zugestellt. Die Gemeinde Ofterdingen (Landkreis Tübingen) verlangt 2.677,50 Euro von ihm - der Grund: „Verletzung der Schulpflicht Ihres Kindes“. Denn trotz geltender Schulpflicht in Deutschland hatte der Tübinger seinen neunjährigen Sohn 51 Tage lang nicht zur Schule gelassen. Der Junge habe von September bis Dezember 2021 immer wieder im Unterricht gefehlt, heißt es in dem Schreiben der Stadt in Baden-Württemberg.

Aber Manuel T. sieht sich im Recht. „An all den Tagen galt in der Schule Maskenpflicht. Mein Sohn bekommt aber von Masken Kopfweh“, begründet er das Fehlen seines Sohnes gegenüber Bild.

Der Tübinger besorgte seinem Kind ein Attest und ein Gutachten. Allerdings stammte dieses ausgerechnet von einem umstrittenen Arzt, der Schummel-Atteste an Maskenverweigerer ausgestellt haben soll. Das Attest ließ die Schule dementsprechend nicht gelten. Einen ähnlichen Fall gab es mit einem Arzt in Karlsruhe, der vermutlich falsche Impfbescheinigungen ausgestellt hat.

Querdenker aus Tübingen bleibt stur: „Bevor ich etwas zahle, ziehen wir weg“

Der Tübinger Querdenker ist dennoch überzeugt, richtig zu handeln. „Der deutsche Staat will, dass die Kinder systemtreu erzogen werden“, sagt er. Sein Sohn werde in einer Lehrgruppe unterrichtet. In Waldmössingen unterrichten Corona-Leugner unterdessen ihre Kinder in einer „geheimen Schule“.

Manuel T. denkt nicht daran, das Bußgeld zu entrichten. „Bevor ich etwas zahle, ziehen wir weg. Ich sitze bereits auf gepackten Koffern. Unser Haus ist schon verkauft.“ Dem Bußgeldbescheid kann er allerdings auch mit einem Umzug innerhalb Deutschlands nicht entkommen. Da bliebe wohl oder übel nur die Flucht ins Ausland.

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