Polizei muss einschreiten

Querdenker-Demo in Sinsheim: Teilnehmer laufen über Bahngleise - 600 Anzeigen

  • Valentin Betz
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Die Querdenken-Initiative aus Stuttgart kritisiert immer wieder die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. In Sinsheim musste bei einer Demonstration die Polizei einschreiten.

Sinsheim - Die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg werden immer wieder angepasst und seitdem regelmäßig kritisiert. Dabei ist eine Diskussion grundsätzlich wichtig, um das richtige Maß zu finden. Besonders laute Rufe gegen die Regeln zur Eindämmung des Coronavirus kommt von der Querdenken-Initiative aus der Landeshauptstadt Stuttgart.

Zuletzt planten die Querdenker eine Großdemo auf dem Cannstatter Wasen. Auf solchen Demonstrationen geht es dabei nicht immer friedlich zu. Regelmäßig muss die Polizei eingreifen, weil sich Teilnehmer nicht an die Corona-Verordnung halten oder anderweitig über die Stränge schlagen. Bei einer Corona-Demo in Stuttgart wurde sogar ein Fernsehteam angegriffen.

Auch am vergangenen Wochenende versammelte sich die Querdenken-Initiative wieder zu einer Demonstration, dieses Mal in Sinsheim. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, kamen aber statt der 800 zugelassenen Teilnehmer rund 3.500 Menschen - die Polizei musste einschreiten.

Querdenker-Demo in Sinsheim: „Überwiegend störungsfrei“ - dennoch viel Ärger für die Polizei

Laut Angaben der Polizei Mannheim kam es an verschiedenen Orten in Sinsheim zu größeren Ansammlungen mit zum Teil mehreren hundert Menschen. Die Beamten sprachen gegen 387 Menschen Platzverweise aus, rund 600 Demonstrierende wurden den Angaben zufolge wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung angezeigt.

Die Polizei registrierte neun Straftaten, unter anderem eine gefährliche Körperverletzung gegen einen Polizisten und einen Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Polizei Mannheim sagt, dass die Demonstration anlässlich der Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg „überwiegend störungsfrei“* verlaufen sei.

Demo der Querdenken-Initiative: Polizei sperrt Autobahnabfahrt und Bahngleise

Um zu verhindern, dass die zugelassene Teilnehmerzahl für die Demonstration in Sinsheim überschritten wird, griff die Polizei bereits bei der Anfahrt ein. Die Beamten wiesen weitere Teilnehmer an mehreren Autobahnabfahrten der A6 und am Bahnhof konsequent ab, nachdem die zugelassene Teilnehmerzahl erreicht worden war.

In Stuttgart hatte die Initiative zuletzt einen juristischen Erfolg gefeiert. Nachdem die Landeshauptstadt ein Autokorso-Verbot für die Querdenker-Proteste ausgesprochen hatte, hob ein Gericht dieses wieder auf. In Sinsheim musste hingegen eine Autobahnabfahrt kurzzeitig gesperrt werden, der Bahnverkehr zwischen Heilbronn und Heidelberg wurde für einige Stunden angehalten, weil Demo-Teilnehmer über die Bahngleise zum Veranstaltungsort liefen.

Eine Gruppe hatte versucht, eine Spontanversammlung anzumelden - was die Versammlungsbehörde der Stadt Sinsheim allerdings nicht zuließ. Weil sich die rund 500 Personen am Hauptbahnhof aber trotz Aufforderung der Polizei nicht entfernten, mussten die Beamten deren Personalien aufnehmen und Anzeige erstatten. *Heidelberg24 ist ein Angebot von IPPEN.Media.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert

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