VW-Tochter Porsche

Porsche AG – die Unternehmensstruktur des bekannten Sportwagenherstellers

  • Marleen van de Camp
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Die Porsche AG gehört zur Volkswagen AG. Darüber hinaus zeichnet sich die Unternehmensstruktur durch zahlreiche eigene Tochterunternehmen aus.

  • Die Unternehmensstruktur der Porsche AG weist eine Aufgliederung in zahlreiche Tochterunternehmen auf.
  • Die Porsche AG gehört komplett zur Volkswagen AG, sodass eine enge Beziehung zwischen den beiden Unternehmen besteht.
  • Die Porsche Holding ist Mehrheitseigner der Volkswagen AG und damit auch der Porsche AG.

Stuttgart - Die Porsche AG ist einer der wichtigsten Fahrzeughersteller in Deutschland. Die Sportwagen, die sie produziert, stehen für Eleganz, Sportlichkeit und für eine starke Leistung. Doch nicht nur die Fahrzeuge kennzeichnen den Autobauer.

Auch die Unternehmensstruktur der Porsche AG ist sehr interessant. Hierbei ist insbesondere das Verhältnis zur Volkswagen AG von Bedeutung. Zwischen den beiden Automarken bestehen seit der Gründung enge Verbindungen. Doch auch intern besteht bei der Porsche AG ein umfangreiches Geflecht an Tochterunternehmen:

Porsche AG: Zur Unternehmensstruktur gehören zahlreiche Tochterunternehmen

  • Porsche Dienstleistungs GmbH, Stuttgart-Zuffenhausen 
  • Porsche Werk Leipzig GmbH, Leipzig in Sachsen 
  • Porsche Engineering Group GmbH, Weissach bei Stuttgart 
  • Porsche Financial Services GmbH, Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart 
  • Porsche Consulting GmbH, Bietigheim-Bissingen bei Stuttgart
  • Porsche Lizenz- und Handelsgesellschaft mbH, Ludwigsburg bei Stuttgart 
  • MHP Management- und IT-Beratung GmbH, Ludwigsburg bei Stuttgart
  • Porsche Digital GmbH, Ludwigsburg bei Stuttgart
  • Porsche Logistik GmbH, Sachsenheim bei Stuttgart 
  • Porsche Werkzeugbau GmbH, Schwarzenberg in Sachsen 

Aus dieser Liste geht bereits hervor, wie viele Unternehmen zur Porsche AG gehören. Darüber hinaus wird deutlich, dass der Hauptsitz in Stuttgart eindeutig den regionalen Schwerpunkt der Aktivitäten darstellt. Viele bedeutende Tochterunternehmen – beispielsweise Porsche Consulting, Porsche Engineering und Porsche Digital – befinden sich nur wenige Kilometer von der Stuttgart, der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg entfernt.

Porsche AG und Volkswagen AG: Enkel des Firmengründers im Vorstand

Von großer Bedeutung für die Unternehmensstruktur der Porsche AG ist auch das Verhältnis zur Volkswagen AG. Diese Beziehung besteht bereits seit der Gr��ndungszeit der Unternehmen. Einer der ersten wichtigen Aufträge für das damalige Konstruktionsbüro Porsche war die Gestaltung des KdF-Wagens, den die Volkswagen-Werke herstellen sollten. Daraus entstand der VW-Käfer, eines der erfolgreichsten Auto-Modelle aller Zeiten.

Auch in den darauffolgenden Jahrzehnten kam es immer wieder zu einer Zusammenarbeit von Porsche und VW. Schließlich bestand eine enge personelle Verflechtung. Der Enkel des Firmengründers Ferdinand Porsche (75, † 1951), Ferdinand Piëch (82, † 2019), war beispielsweise lange Zeit im Vorstand von VW tätig.

Das Wappen des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche im Porsche-Museum in Stuttgart-Zuffenhausen auf der Felge eines Porsche 911 Carrera 4S.

Ab 2005 begann die Porsche AG damit, Aktien von VW zu kaufen. Das Ziel war dabei eine Übernahme von Volkswagen durch Porsche und damit eine marktbeherrschende Stellung innerhalb der Automobilbranche. Aufgrund der guten Umsätze im Bereich der Sportwagen während dieser Zeit konnte Porsche mehr als 30 Prozent der Stammaktien übernehmen. Später kam es jedoch zu Finanzierungsproblemen, sodass Porsche sein Ziel aufgaben musste. Im Gegenzug erfolgte dann eine Übernahme durch die Volkswagen AG. Seit 2012 gehört der Sportwagen-Hersteller vollständig zu Volkswagen.

Weiterer Faktor für die Unternehmensstruktur: Porsche Holding

Für die Unternehmensstruktur der Porsche AG spielt auch die Porsche Automobil Holding SE – meistens als Porsche Holding bezeichnet – eine wichtige Rolle. Dieses Unternehmen wurde 2007 aus der Porsche AG ausgegliedert. Sein wesentliches Ziel bestand darin, die Übernahme der Volkswagen AG voranzutreiben. Noch im gleichen Jahr konnte die Porsche Holding ihren Anteil an den VW-Stammaktien auf 30,9 Prozent ausbauen.

2008 weitete das Unternehmen seinen Anteil sogar auf 50,76 Prozent aus und war damit Mehrheitseigner. Dennoch war die Übernahme von VW durch die Porsche AG nicht erfolgreich. Der Grund dafür lag darin, dass die Porsche Holding Bank-Kredite im Wert von rund 10 Milliarden Euro für den Kauf der Aktien aufnehmen musste und die Banken die VW-Aktien als Sicherheit forderten. So kam es schließlich zu einer Einigung mit Volkswagen. Dennoch konnte die Porsche Holding im Laufe der darauffolgenden Jahre ihren Aktienbesitz weiter ausbauen. 2019 gab sie bekannt, über 53,1 Prozent der VW-Aktien zu verfügen.

Von Harald Angles

Rubriklistenbild: © Franziska Kraufmann/dpa/picture alliance

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