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Auf Volksfesten in Mannheim: Politiker wollen Verbot für „Ponykarussells“

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Von: Peter Kiefer

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Mannheim - Das Ponyreiten auf Jahr- und Weihnachtsmärkten ist nicht nur Tierschützern ein Dorn im Auge. Jetzt fordern drei Gemeinderatsfraktionen das Aus der „Ponykarussells“:

Wer in die Augen der Pferde schaut, kann ihr Leid schon erahnen! Ponyreiten auf Jahrmärkten ist kein harmloser Freizeitspaß für Kinder, sondern oft stundenlange Quälerei für die Tiere. Insbesondere die einseitigen Bewegungsabläufe im Kreis belasten die Muskeln und Knochen der Ponys sehr stark. Hinzu kommt der Lärmpegel, welcher bei den Tieren zusätzlichen Stress verursacht. Deshalb fordern jetzt drei Fraktionen im Gemeinderat das Aus für sogenannte „Ponykarussells“ in Mannheim.

Bei umstrittenen „Ponykarussells“ auch schon Kinder verletzt

Letztendlich haben diese Stresssituationen auch schon zu Personenschäden geführt, wenn Ponys unruhig werden und sich nicht mehr haben führen lassen. Die Folge: Etliche Kinder sind schon vom Rücken der Tiere heruntergefallen. Und dennoch waren auch auf der Mannheimer Mai- und Oktobermess im Jahr 2022 wieder Ponykarussells aufgebaut.

Den Gemeinderatsfraktionen von GRÜNE, SPD und LI.PAR.Tie reicht es jetzt! Sie setzen sich dafür ein, dass die Stadtverwaltung ab 2024 bei Veranstaltungen wie Weihnachts- und Jahrmärkten keine kommunalen Flächen mehr fürs Ponyreiten bereit zu stellen, wie MANNHEIM24 berichtet. In anderen deutschen Städten wie München ist diese Regelung bereits beschlossen.

Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert das Ponykarussell auf dem erstmals stattfindenden Pfalzfest am Ebertpark.
Die Tierschutzorganisation PETA kritisiert das Ponykarussell auf dem erstmals stattfindenden Pfalzfest am Ebertpark. © PETA Deutschland e.V.

GRÜNE betonen: Kinder müssen artgerechten Umgang mit Tieren lernen

„Mit unserem interfraktionellen Antrag setzen wir als GRÜNE Fraktion gemeinsam mit SPD und LI.PAR.Tie ein starkes Zeichen für den Tierschutz. Wir werden in Mannheim keine Tierquälerei dulden und fordern deshalb ein Verbot von Ponyreiten auf Weihnachts- und Jahrmärkten“, betont Christina Eberle, tierschutzpolitische Sprecherin der GRÜNEN Gemeinderatsfraktion.

Tiere seien „keine Unterhaltungsobjekte und gehören nicht auf einen Jahrmarkt zwischen Achterbahn und Zuckerwatte“. Vor allem für Kinder sei es wichtig, schon früh einen artgerechten und respektvollen Umgang mit Tieren zu erlernen und „das ist beim Ponyreiten gerade nicht der Fall“, unterstreicht Eberle.

SPD und LI.PAR.Tie. für Verbot von Ponyreiten auf Weihnachts- und Jahrmärkten in Mannheim

Und auch Andrea Safferling, tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Gemeinderatsfraktion, erklärt: „Wir möchten Ponykarussells nicht unterstützen, denn es ist gegen die Natur, dass ein Tier stundenlang im Kreis geht. Es ist Tierquälerei und diesen Missbrauch wollen wir mit dem gemeinsamen Antrag ein Ende setzen. Ich würde mir wünschen, dass das Ponyreiten auf Jahrmärkten landesweit verboten wird!“

Das sieht die Tierschutzpartei, Fraktion LI.PAR.Tie. genauso: „Die Fraktion LI.PAR.Tie. hat sich schon vor Jahren für ein Ponykarussellverbot ausgesprochen. Unser Antrag wurde damals von der Verwaltung mit Hinweis auf den § 70 ABS. 1, ABS. 2 GewO als unzulässig erachtet. Wir sind aber weiterhin der Meinung, dass das Ponyreiten im Hinblick der körperlichen und psychischen Leiden, die den Tieren während Jahr- und Weihnachtsmärkten zugefügt werden, einen Verstoß gegen § 2 Nr. 2 TierSchuG und § 3 Satz 1 Nr. 6 TierSchG darstellt“, so Stadtrat Andreas Parmentier.

Tierschutzpartei mit Antrag vor Jahren bei Verwaltung abgeblitzt

Auch aus der Bevölkerung werde immer mehr Kritik am Ponykarussellreiten geäußert, daher sollte eine solches Betreiben nicht mehr genehmigt werden. „Die Ponykarussellbetreiber sollten unterstützt werden zu einem Umstieg auf andere Jahrmarktsmodelle“, regt Parmentier an.

Im Sommer hat es in Ludwigshafen nach Kritik der Tierschützer PETA bereits einen Antrag der GRÜNEN auf ein Ponyreiten-Verbot gegeben. (PM/pek)

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